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Seraph of the End - Vampire Reign (Staffel 1)

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Genre: Mystery / Fantasy / Historik
Titel: Seraph of the End – Vampire Reign
Originaltitel: Owari no Serafu
Regie: Daisuke Tokudo
Sprache: Japanisch, Deutsch, Englisch, Französisch
Ton: DTS-HD Master Audio 2.0 (D, F, J), DTS-HD Master Audio 5.1 (GB)
Bild: 1,78:1 in High Definition
Daten: Universal Pictures Germany GmbH (Mai 2016), 284 Minuten, FSK 16, circa 65,95 EUR

Eine Rezension von Judith Madera (Weitere Rezensionen von Judith Madera findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Vampire löschen mit Hilfe eines Virus einen Großteil der erwachsenen Menschen aus und entführen die Kinder, um sie als Blutsklaven in ihren unterirdischen Städten zu halten. Auch Yuichirou Hyakuya und seine Geschwister, alle Waisenkinder, werden von den Vampiren gefangen genommen. Zusammen mit dem gleichaltrigen Mikaela kümmert sich Yuichirou um die jüngeren Kinder. Als Mikaela eines Tages eine Möglichkeit zur Flucht entdeckt, begibt sich die kleine Familie auf den Weg – und wird von einem adligen Vampir überrascht, der alle tötet. Außer Yuichirou, dem durch ein Opfer Mikaelas die Flucht gelingt. Kaum an der Oberfläche, läuft er dem Vampirjäger Guren Ichinose in die Arme, welcher ihm verspricht, ihn auszubilden, damit er sich für die Ermordung seiner Geschwister rächen kann. Allerdings muss seine Rache vorerst noch warten ...

seraph3Yuichirou erkennt, dass nicht alle Menschen an dem Virus gestorben sind und dass die Überlebenden gegen die Vampire einen verlustreichen Krieg führen. Am liebsten würde auch er sofort Vampire töten, doch zunächst muss Yuichirou die Schulbank drücken und Freunde finden. Befehl von Guren. Keine leichte Aufgabe für einen Einzelkämpfer wie Yuichirou, der nach dem tragischen Verlust seiner Waisenfamilie keine freundschaftlichen Beziehungen zulassen will. Doch wenn er ein erfolgreicher Vampirjäger werden will, muss er sich auf die Zusammenarbeit mit anderen Jägern einlassen. Nur so erwirbt er das Recht, eine Dämonenwaffe zu erlangen, und nur mit der Rückendeckung seiner Kampfgefährten hat er eine Chance, gegen adlige Vampire zu bestehen.

Serpah of the End erinnert ein wenig an Blue Exorcist, denn auch hier steht ein hitzköpfiger junger Mann im Mittelpunkt, der über unheimliche Fähigkeiten verfügt. Yuichirou ist stur und will immer zuerst mit dem Kopf durch die Wand. Er hat einen langen Weg vor sich, bis er zulässt, dass andere ihm helfen. Auch wenn er Distanz zu seinen Mitschülern wahrt, ist sein Beschützterinstinkt stark ausgeprägt, weshalb der schüchterne Yoichi Saotome schließlich der erste ist, der eine freundschaftliche Beziehung zu Yuichirou aufbaut. Yoichi wirkt anfangs ängstlich und tollpatschig, doch bald besinnt er sich auf seine wahre Stärke: seine Fürsorglichkeit.

Notgedrungen akzeptiert Yuichirou zudem die Freundschaft der Shinoa Hiragi, da sie ihm auf Befehl von Guren auf Schritt und Tritt folgt und manchmal auch aus der Patsche hilft, wo sie eigentlich nicht eingreifen dürfte. Shinoa wirkt auf den ersten Blick launisch und naiv, doch unter ihrer kindlichen Fassade steckt eine knallharte Vampirjägerin. Bald stößt auch der aufbrausende Shihō Kkmizuki zu der kleinen Gruppe, der sich zunächst ständig mit Yuichirou streitet (ähnlich wie Rin in Blue Exorcist immer wieder mit Bon aneinandergerät), sich letztlich aber als loyaler und wohl überlegt handelnder Freund erweist. Shihō ist eine äußerst interessante Mischung aus Intelligenzbestie und Rowdy.

seraph4Dass Mikaela überlebt und zum Vampir wird, deutet sich bereits in den ersten Episoden an. Doch die ehemals besten Freunde Yuichirou und Mikaela stehen nun nicht etwa auf verschiedenen Seiten, denn beide trauen ihren neuen „Familien“ nicht wirklich über den Weg und verfolgen konsequent ihre eigenen Ziele. Während Yuichirou davon ausgeht, dass Mikaela tot ist, arbeitet dieser fieberhaft daran, seinen besten Freund vor den Vampirjägern zu retten. Denn Mikaela weiß, woher Yuichirous Kräfte stammen, und dass einige Menschen und Vampire ein doppeltes Spiel spielen. Das gibt der Story eine gewisse Vielschichtigkeit, die Seraph of the End ungemein spannend macht – bis zum fiesen Cliffhanger am Ende.

Animationen, Synchronisation und Soundtrack

Optisch orientiert sich der Anime stark an der Mangavorlage, sodass man alle Charaktere sofort erkennt. Insbesondere Yuichirou und Mikaela verfügen über eine besondere Ausstrahlung, die im Anime sehr schön rüberkommt. Sowohl die Kleidung der Charaktere, als auch die Hintergründe warten mit vielen Details auf, wobei viele Hintergründe in „Seraph of the End“ aussehen, als wären sie mit einem Pinsel gemalt worden und damit an Ölgemälde erinnern. Das verleiht dem Anime eine einzigartige Optik und passt zudem wunderbar zum Setting, das zwischen vampirischer Postapokalypse und dem düsteren Charme des 19. Jahrhunderts changiert. Während die Stadt der Vampire an eine Ansammlung historischer Gebäude erinnert, sind die Städte der Menschen großflächig zerstört. Zwischen den Trümmern der Zivilisation kommt es dann zu spektakulären Kampfszenen, die dynamisch umgesetzt wurden.

seraph1Die Synchronisation stammt von der Violetmedia GmbH, welche insgesamt einen guten Job gemacht hat. Die Stimmen sind überwiegend gut gewählt, insbesondere bei Protagonist Yuichirou, der von Karim El Kammouchi gesprochen wird – einem im Animebereich noch recht unbeschriebenen Sprecher, den man z.B. aus den Harry Potter Filmen oder aus Frankenweenie kennt. Eine sehr gute Figur macht zudem Katharina von Daake als Shinoa, die deren facettenreichen Charakter gekonnt einfängt. Yoichi ist zwar anfangs weinerlich, wird aber von Johannes Wolkoauch später, als Yoichi seine eigene Stärke erkannt hat, zu unsicher dargestellt.

Fast schon animetypisch wartet Seraph of the End mit einem temporeicheren Opening Song und einem ruhigeren, melancholischen Ending Theme auf, die beide nach einer professionellen Produktion klingen und auch dem westlichen Geschmack gefallen. Vor allem das Ending Theme begeistert als emotional aufgeladene Rockballade. Für den Soundtrack zeichnen sich Hiroyuki Sawano, Takafumi Wada, Asami Tachibana und Megumi Shiraishi verantwortlich und schaffen es, nahezu jede Szene musikalisch perfekt zu untermalen.

Die Blu-rays kommen mit einem schön scharfen Bild und sattem Sound daher. In der Limited Edition bekommt man zudem allerhand Extras geboten, die da wären: ein 132-seitiges Booklet mit Interviews, Figurenprofilen und Illustrationen sowie Artcards und ein Poster. Die vielen Extras wirken sich dabei nicht auf den Preis aus, der mit circa 65 EUR moderat ist für eine ganze Staffel.


Fazit

Seraph of the End ist apokalyptische Dark Fantasy mit arroganten Vampiren, für die Menschen lediglich wandelnde Blutkonserven sind. In diesem dystopischen Setting entfaltet sich die Geschichte um die Waisen Yuichirou und Mikaela, die auf verschiedenen Seiten kämpfen und sowohl von Vampiren als auch von Menschen für deren Zwecke benutzt werden. Der Anime überrascht mit Vielschichtigkeit und Tiefgang, garniert mit einer grandiosen Optik und einem stimmungsvollen Soundtrack.

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