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Startseite - Film - Horror & Mystery - Scary Movie
Scary Movie
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Scary Movie
Originaltitel: Scary Movie
Regie: Keenen Ivory Wayans
Drehbuch: Shawn Wayans, Marlon Wayans, Buddy Johnson, Phil Beauman, Jason Friedberg, Aaron Seltzer
Darsteller: Shannon Elizabeth, Anna Faris, Dave Sheridan, Carmen Electra, Marlon Wayans, Shawn Wayans u.a.
Musik: David Kitay
FSK: 16
Laufzeit: 88 min
USA, 2000

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Nach dem Genuss mehrerer Einheiten Alkoholika im Zuge unterhaltsamer Trinkspiele mit einigen Freunden ging ich nach Hause, wo mich mein erster Weg nicht in mein Zimmer, sondern direkt aufs Klo führte, auf dem ich meinen Mageninhalt geräuschvoll und halbwegs zielgenau entleerte. Da vor allem Produkte der erfindungsreichen Firma Berentzen die Revolte meines sonst robusten Magens ausgelöst hatten, war die resultierende Brühe von bestechend grüner Farbe, die fast schön hätte genannt werden können, wenn ihr nicht das Stigma ihrer halbverdauten Herkunft angehangen hätte ...

Noch viel unappetitlichere Erinnerungen als diese zerrt ein Besuch von Scary Movie mit Leichtigkeit aus den Abgründen des Gedächtnisses ans Licht. Dabei sind Kamera, Musik, Effekte und Schauspieler doch ganz passabel, wenngleich sie nie berauschen. Es ist bezeichnend, dass der Kurzauftritt des Busenwunders und Dennis-Rodman-Liebchens Carmen Electra und die eher durchschnittliche Vorstellung der sehr attraktiv-langbeinigen, aber auch extrem chirurgisch veränderten Shannon Elizabeth am ehesten in Erinnerung bleiben. Manch ein anderer Charakter verschwindet schon mal in der Mitte des Films, ohne dass seine Abwesenheit erklärt wird, und andere Charaktere tauchen auf, ohne dass sie vorher vorgestellt wurden. Das führt sogleich zum Hauptkritikpunkt von Scary Movie, dem sogenannten 'Drehbuch'.

Im Versuch, sowohl die geschmacklosen Farrelly-Brüder als auch das berüchtigte trio infernale Zucker-Abrahams-Zucker zu übertreffen, hat der Wayans-Clan sich die Protagonisten der Teenie-Horrorwelle vorgenommen. Dass Scream selbst schon gleichzeitig ein guter Horrorfilm und eine exzellente Parodie ist und dass Parodien von Parodien wenig Sinn haben, hat ihnen wohl keiner gesagt. So nahmen sich die Wayans ohne Rücksicht auf Verluste die ersten beiden Teile der Scream-Reihe, I Know What You Did Last Summer, The Blair Witch Project, The Sixth Sense und The Matrix vor und verwursteten alles zu einer einzigen Pampe, die nur geringe Ähnlichkeit mit irgendetwas, geschweige denn einem Script, aufweist. In völlig haltlosen und im Kern unlogischen Szenen wird versucht, die unterschiedlichen Teile zu einer Einheit zu verknüpfen, was natürlich jedesmal schiefgeht. Ganze Handlungsstränge werden da vergessen oder neu erfunden, und jedes Mittel ist recht, um die billigsten Scherze an den Mann oder die Frau zu bringen. Ob eklig fließende Nase, ohrdurchbohrender Penis oder Bullet-Time-ähnlich fliegendes Geschirr - die ständige humoristische Übertreibung einzelner Elemente ansonsten bis ins Detail unverändert übernommener Szenen beweist das erstaunliche Gespür der Wayans-Brüder dafür, wie man Filme garantiert nicht parodiert.

Auch die zum Brüllen komischen Namen - Buffy Gilmore, Cindy Campbell und (Achtung, Witz!) Doofy - und der Umgang mit Genitalscherzen - Staubsaugeronanie (die Nach-dem-Abspann-Szene!), mit der Heckenschere rasierte Schamhaare, wuchtige Spermafontänen und der unvermeidliche Finger im Hintern - machen den speziellen Wayans-'Humor' auf abstoßende Weise deutlich. Zwischendurch wird noch die Handlung von Scream mit den besprochenen Einfügungen mühsam, langwierig und seltsam blutig nacherzählt, wobei nicht ein angeblich parodistischer Scherz wirklich zündet. Einzig die Witze, die sich nicht auf die Horror-Vorbilder beziehen, haben so etwas wie einen eigenen Charme und wissen durchaus zu gefallen (der im Set irrende Cameo-Star! "Amistad 2"! Das "Wassssaaaaa"-Telefonat! Der "Wie verschneide ich Heroin"-Dialog!) - leider gibt es nur drei oder vier davon. Die befremdlich homophoben Schwuchtelscherze, die Kiffer-Klischees und die Behindi-Stereotypen schließlich geben Scary Movie den Rest und lassen den Film als verkorkstes, zusammengeflicktes und reaktionäres Machwerk dastehen, das zudem noch nicht mal eine richtige Parodie ist, also ein innovatives Spiel mit den Klischees eines Genres, sondern nur ein billiger, phantasielos-widerwärtiger Scream-Abklatsch.

1 von 5 Sternen

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