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Rot wie das Meer

Bewertung: 5 / 5

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RotWieDasMeer

Titel: Rot wie das Meer
Originaltitel: The Scorpio-Races
Autor: Maggie Stiefvater
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessica Komina
Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
Buch/Verlagsdaten: Script5, November 2012, 430 Seiten, gebundene Ausgabe, ISBN-13: 978-3839001479

Eine Besprechung / Rezension von Melanie
(weitere Rezensionen von Melanie auf fictionfantasy findet man hier oder auf ihrem umfangreichen Blog "bibliofantastica.wordpress.com")

Das Cover ist das einzige an dem Buch, was mich nicht so zu faszinieren vermag. Im Vergleich mit den Cover der Reihe um die Wölfe von Mercy Falls ist dieses hier fast langweilig: Es sind einzig und allein Wellen zu sehen. Im äußeren Teil des Covers sind sie groß und rot – wie das Blut, das zu den Novemberrennen fließt, im Inneren des Covers klein und weiß.

Im November jeden Jahres zieht die Insel Thibsy mit dem jährlichen Rennen der Capaill Uisce Touristen aus aller Welt an. Für die Inselbewohner ist das Skorpio-Rennen jedoch noch mehr als eine bloße Geldquelle: Es geht um Ruhm und Ehre – und jedes Jahr bezahlen einige der Reiter den Ritt mit ihrem Leben. Denn die Capaill Uisce sind keine “normalen” Pferde. Sie kommen aus dem Meer, sind schnell wie der Wind und genauso gefährlich wie diese beiden Naturgewalten.
Für zwei Reiter geht es dieses Jahr jedoch um alles: Für Puck Connolly, die erste Frau, die die Teilnahme am Rennen wagt, geht es darum, das Heim ihrer Familie halten zu können. Sean Kendrick braucht den Sieg, um den Seehengst Corr endlich sein eigen nennen zu können.

Es sind zwei Schicksale, von denen Maggie Stiefvater in “Rot wie das Meer” erzählt. Zwei Hauptpersonen, Sean und Puck, die die Geschichte aus ihrer ganz eigenen Sicht erzählen. Eine Geschichte vor der rauen See auf der eher unwirtlichen und kleinen Insel Thisby. Die Geschichte zweier Figuren, die das Leben bisher nicht mit Samthandschuhen angefasst hat. Puck ist Waise, die See hat ihr beide Elternteile genommen und nun will auch ihr älterer Bruder die Insel verlassen. Die Teilnahme am Rennen ist der einzige Weg, den sie noch sieht, um sich und ihren anderen Bruder über Wasser halten zu können. Auch Sean hat seinen Vater an die See verloren und lebt (und arbeitet) seitdem auf dem Malvern-Hof. Sein Geschick im Umgang mit den Capaill Uisce macht ihn dort quasi unentbehrlich. Dennoch wird ihm bisher sein größter Wunsch, das Seepferd Corr sein eigen nennen zu können, verwehrt. Ein Sieg würde diesen Wunsch in greifbare Nähe rücken.
Als vierfacher Sieger des Rennens wird Sean akzeptiert und man räumt ihm gute Chancen ein. Als erste Frau in dem Rennen wird Puck weder akzeptiert noch gern gesehen. Mit ihrer Teilnahme stößt sie die komplette Insel vor den Kopf und eine Chance rechnet ihr keiner aus.
Der erste Teil des Buches schildert die Hauptfiguren und die Umstände, die sie zur Teilnahme am Rennen bewegen. Einzelne Nebenfiguren kommen ins Spiel und werden ebenfalls ziemlich gut beleuchtet. Mir waren das fast ein wenig zu viel Details und das Geschehen im ersten Teil des Buches könnte man schon fast als langweilig bezeichnen. Zum Glück konnten mich die zwei Hauptfiguren und die Capaill Uisce am Buch halten. Denn mit den Vorbereitungen aufs Rennen wird es spannend. Die ersten Menschen und Pferde kommen zu Tode, alte, schon lange schwelende aber auch neue Konflikte brechen auf – und zwischen all’ dem kommen sich Sean und Puck langsam näher. Als Leser beginnt man jetzt mit den beiden mitzufiebern, aber auch zu verzweifeln: Wem der zwei sollte man den Sieg wünschen? Ein Gedanke, der sicher auch die beiden in die Verzweiflung treiben könnte.
Mit dem Beginn des Rennens fliegen die Seiten dann nur so vorüber. Die Capaill Uisce sind eben schnell wie der Wind und so schnell (viel zu schnell) geht das Rennen vorbei, auch wenn einem als Leser währenddessen das Herz bis zum Halse schlägt. Das Ende ist überraschend, aber auch absolut stimmig. Es passt in die harte Welt der Insel Thibsy und lässt dennoch Gefühle zu. Ein Ende, das einen als Leser bedauern lässt, diese Welt nun wieder verlassen zu müssen.

Damit ist “Rot wie das Meer” eine Geschichte, der man zwar etwas Zeit geben muss, um mit ihr warm zu werden, die den Leser dann aber einen mitreißenden Ausflug in eine wirklich ganz andere Welt ermöglicht. Eine Geschichte, die sich nur schwer mit anderen vergleichen lässt – man muss sie einfach gelesen haben.

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