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Rezensionsübersichten

Rezensionsübersicht: Blindflug

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Titel: Blindflug
Originaltitel: Blindsight
Autor: Peter Watts
Übersetzer: Sara Riffel
Buch/Verlagsdaten: Roman; Heyne Science Fiction (2008); 494 Seiten; 8,95 €; ISBN 3-453-52364-7

Folgende Rezensionen liegen hierzu bei Fictionfantasy.de vor:

Rezension von Rupert Schwarz:
"Bildflug" ist alles andere als eine leichte Lektüre. Peter Watts, vom Beruf her Biologe, bedient sich eines sehr nüchternen Stils und geizt über lange Strecken mit Hintergrundinformationen. So kommt es recht bald zum Kontakt mit der fremden Intelligenz, doch viele Erzählungen über das Schiff und seine Crew kommen erst später. Es dauert, bis der Leser den roten Faden im Buch erkennt und versteht, dass sich alles letztens Ende um Siri dreht. Der Ansatz, ein Schiff voller Psychopathen auf eine Erstkontaktmission zu schicken, ist verwegen. In der Umsetzung gibt es leider ein paar Probleme. Zum einen wird alles aus der Sicht von Siri geschrieben, der nun mal ein emotionsloser Mensch ist - und so liest sich auch der Roman. Das Buch ist - wie oft angesprochen - keine wahre Hard SF, denn eigentlich stehen die Besatzungsmitglieder im Vordergrund. Auf der anderen Seite sind die Personen nicht intensiv charakterisiert und irgendwie "blutleer" (ach, wie das passt). (...) Aber eines muss man Peter Watts sehr zugute halten: Sein Roman ist sehr originell. Tatsächlich kann ich mich kaum erinnern, wann ich zuletzt einen SF-Roman gelesen habe, der so viele originelle Ideen enthielt. (...) Es ist beruhigend zu sehen, dass es noch SF-Geschichten zu erzählen gibt, die wieder das "Sense of Wonder" heraufbeschwören und einem klarmachen, warum man eigentlich SF-Romane liest. Nicht zu unrecht wurde der Roman 2007 für den Hugo Award nominiert.

Rezension von Alexander Pechmann:
"Blindflug" ist der Versuch des kanadischen Unterwasserbiologen Peter Watts, dem alten SF-Traum vom Erstkontakt mit Außerirdischen neue Facetten abzugewinnen. Er versucht dies auf zwei Ebenen: Erstens ist der Außerirdische, den er in seinem Roman präsentiert, ein wirklich unbegreiflich fremdartiges Wesen; zweitens sind die Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Theseus, die das fremde Wesen erforschen und den Kontakt herstellen sollen, ebenfalls ziemlich ungewöhnlich. Dem Erzähler der Ereignisse, Siri, wurde in der Kindheit das halbe Gehirn entfernt, ein Astronaut hat eine vierfach gespaltene Persönlichkeit und der Kapitän des Schiffes ist ein Vampir. Doch das eigentlich Interessante an dem Buch sind die Ausführungen des Autors zu Themen wie Bewusstsein, Wahrnehmung, Bewusstseinsstörung, Evolution etc. Man merkt, dass Watts Wissenschaftler von Beruf ist und schwierige Inhalte anschaulich darstellen kann; man merkt aber auch, dass er sich mehr für seine wissenschaftlichen Spekulationen als für seine Romanfiguren interessiert. Diese bleiben - trotz all ihrer Eigenarten - blass und gesichtslos, so dass auch ihr Schicksal nicht wirklich berührt.Watts liefert viele neue Ideen rund um das altbekannte Szenario des Erstkontakts. Einiges davon basiert auf Fachliteratur, wie er in einem langen Anhang nachzuweisen versucht. So ist das Buch zwar keine leichte Kost, aber vor allem für Freunde der klassischen Hard-SF empfehlenswert.

Rezension von Erik Schreiber:
Peter Watts, von dem ich bisher noch nie etwas gehört und schon gar nicht gelesen hatte, schrieb einen typischen Roman um einen Erstkontakt zu einer fremden Rasse. (...) Mit der Idee der gentechnisch veränderten Menschen hat Peter Watts eine neue Abwandlung des bekannten Themas geschaffen. Gleichzeitig greift er natürlich das Jäger - Opfer - Schema auf. Dabei muss man nicht unbedingt zwischen Vampir und Mensch oder Mensch und Aliens unterscheiden. Das Thema ist übergreifend.Der Autor ist ausgebildeter Biologe, und ich bin sicher, er hat viel Wissen in seinen Wissenschaftler auf der Theseus gesteckt. (...) Obwohl fesselnd geschrieben, besitzt auch dieser Roman seine Schwächen. Vor allem wenn Peter Watts erzählt, über Technik, Wissenschaft und ähnliches. Der Wissenschaftler steht dann dem Schriftsteller im Weg. Der Schluss des Romans ist fast genial zu nennen.

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