Text Size

Rabenblut drängt (Rabenblut-Saga, Band 1)

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

rabenblutdrängt


Reihe: Rabenblut-Saga, Band 1
Titel: Rabenblut drängt
Autor: Nikola Hotel
Buch/Verlagsdaten: CreateSpace, November 2012, 450 Seiten, Taschenbuch, ISBN-13: 978-1477635599

Eine Besprechung / Rezension von Melanie
(weitere Rezensionen von Melanie auf fictionfantasy findet man hier oder auf ihrem Blog "bibliofantastica.wordpress.com")

Das Buchcover von Rabenblut drängt ist größtenteils in Blautönen gehalten. Es zeigt Teile einer Stadt, ich vermute Prag: Eine Brücke über einen breiten Fluss, im Hintergrund ein paar größere Gebäude. Der Titel des Buches prangt in schwarz in der Mitte des Covers, der obere Teil wird von einem schwarzen Rabenflügel eingenommen: “Rabenblut drängt”.

Als Praktikantin unterstützt die Studentin Isa die beiden Forscher Lara und Marek bei ihrer Arbeit in den tschechischen Wäldern. Ein Bauer ruft die beiden hinzu, nachdem seine Schafherde von wilden Hunden angegriffen wurde. Als Isa und Marek zu ihm stoßen, finden sie einen toten Wolf und einen nackten Mann, der in seinen Händen einen toten Raben hält. Völlig unterkühlt bringen sie den Fremden ins Krankenhaus. Aber mehr als seinen Namen, Alexej, gibt er dort nicht preis – er behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben.
Vorerst kann der geheimnisvolle Fremde bei Lara und Marek unterkommen und für Kost und Logis einen Teil der Arbeit übernehmen. Alexej fasziniert Isa, die ahnt, dass er ein dunkles Geheimnis verbirgt – aus gutem Grund.

Schon mit dem Zitat zu Anfang des Buches hat mich “Rabenblut drängt” in seinen Bann geschlagen: “If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows” (Henry Ward Beecher) – Wenn Männer Flügel hätten und schwarze Federn trügen, wären nur wenige von ihnen schlau genug um Krähen zu sein.
Mit dem Prolog steigt man als Leser düster in die Geschichte ein, auch wenn der Ich-Erzähler als glücklicher Mann stirbt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wechselt die Erzählperspektive zwischen Alexej und Isa, zwischen Rabe und Mensch. Isa als Praktikantin in einem Land, dessen Sprache sie nicht versteht und dessen Kälte sie immer wieder zum Zittern bringt (auch wegen der defekten Heizung in ihrer Hütte) ist leicht zu deuten, leicht zu verstehen. Ganz im Gegensatz zu Alexej, dem Anführer des merkwürdigen Rabenschwarms, der schon lange nicht mehr unter den Menschen weilte – aus gutem Grund, wie er glaubt.
Als Leser weiß man gleich, was Alexej ist; Isa macht sein Verhalten wie zum Beispiel der unbewusste Verzehr einiger Asseln und sein merkwürdiges Verhältnis zu dem gestorbenen Raben Pavel misstrauisch. Aber auch dem Leser werden längst nicht alle von Alexejs Geheimnissen enthüllt, er ist und bleibt geheimnisvoll. Seinem Charme können sich allerdings die wenigsten entziehen, weder der Leser noch die anderen Figuren des Buches (wenn sie nicht gerade von Hass zerfressen sind).
“Rabenblut drängt” ist allerdings nicht bloß eine Liebesgeschichte zwischen Rabe und Mensch. Es ist auch eine Geschichte von Musik – eine weitere Facetten von Alexejs Leben; von Rabenblut, denn Alexej ist längst nicht der einzige dieser besonderen Raben und auch sein Schwarm nimmt einen Großteil der Geschichte ein – besonders Pavels kleiner Bruder Jaro hat mich immer wieder zu einem Grinsen verleitet (wer könnte einem jungen, vergnügten Raben mit Heißhunger auf Pommes schon wiederstehen?); von den tschechischen Wäldern – durch Isas Ausflüge und Betrachtung sieht man zumindest ein Teil der Landschaft und die dort lebenden Tiere bildlich vor sich; aber auch von jahrelangem Hass. Einem Hass, dessen Besitzer lange aus dem verborgenen agiert, der aber schon einigen Raben das Leben gekostet hat – und auch Isa und Alexej in Gefahr bringt.

“Rabenblut drängt” ist eine spannende, aber auch romantische Geschichte fernab des Mainstreams. Eine Geschichte voller Romantik, Mystik und Spannung – und damit ein Buch, an dem sicherlich viele ihre Freude haben können -  mich jedenfalls hat es von der ersten bis zur letzten Seite in seinem Bann gehalten hat. Und mit dem letzten Satz bin ich wirklich neugierig auf den vermutlich noch in diesem Jahr erscheinenden Folgeband. Einen weiteren Ausflug in die Welt von Isa und Alexej werde ich mir sicher nicht entgehen lassen.

I WANT YOU

 

Fictionfantasy.de sucht Phantastik-Begeisterte, die bereit sind an dieser Seite mitzuarbeiten.

Die Hilfe kann ganz unterschiedlich sein und muss auch nicht unbedingt das Verfassen von Texten sein - auch am Layout muss gearbeitet werden oder an der Datenbank.

Wenn dies etwas für dich ist, scheibe einfach eine EMail an rupert.schwarz @ gmx.de.

Schriftsonar

Schriftsonar #55 erschienen.

Datastream:
Kai Meyer: Die Krone der Sterne
Ian McDonald: Luna
Ian M. Banks: Surface Detail
Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Dark Net
Daniel Suarez: Kill Decision

 

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!