Titel: Prometheus – Dunkle Zeichen Originaltitel: Prometheus Regie: Ridley Scott Drehbuch: Jon Spaihts, Damon Lindelof Musik: Marc Streitenfeld, Harry Gregson-Williams Darsteller: Michael Fassbender, Noomi Rapace, Guy Pearce, Charlize Theron, Patrick Wilson, Idris Elba, Rafe Spall, Logan Marshall-Green, u.a. Laufzeit: 124 min FSK: ? USA, 2012
1979 schockierte Ridley Scott die Kinozuschauer. Er schuf mit Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt eines der berühmtesten Filmmonster der Kinogeschichte, ein Wesen ohne Furcht, ohne Gnade und schier übernatürlichen Überlebensfähigkeiten. Unübertroffen spielte Scott in diesem Film mit den Urängsten des Menschen, lies sein Monster kaum in Erscheinung treten, agierte aus dem Dunkeln heraus. Alien zählt ohne Zweifel zu den Höhepunkten des Science Fiction Films. Als Fortsetzung und zugleich Gegensatz zum ersten Teil erschien 1986 mit Aliens - Die Rückkehr ein zwar ebenso beängstigender aber auch sehr actionlastiger Nachfolger. Über die zwei weiteren Fortsetzungen scheiden sich hinsichtlich der Qualität die Geister. Als Ridley Scott die Ergänzung des Alien-Universums mit zwei Prequels ankündigte, war die Aufregung und die Vorfreude natürlich groß. Inzwischen wurde das furchterregenste Filmmonster außerirdischer Art nur noch als Jagdtrophäe in diversen Crossovers mit dem armen Predator mißbraucht und konnte seine wahren Qualitären keinesfalls mehr ausspielen. Doch kurz vor Veröffentlichung von Prometheus ruderte Scott zurück, sprach nicht mehr von einem Prequel, sondern von einem "Film mit Alien-DNA". Das diese Aussage nicht nur als Umdeutung des Stoffes verstanden werden kann, sondern auch als zweideutiger Hinweis auf den Inhalt des Filmes, erkennt man erst im Kinosaal.
Ridley Scott ist für berauschende Bilderfluten bekannt - eine Eigenheit, für die man ihn bewundert und die er auch sogleich in der Anfangssequenz von Prometheus einsetzt. Schon seit Jahren hat man im Kino nicht mehr solch beeindruckenden Landschaftsfahrten mehr gesehen, nach Neuseeland ist nun auch Island ins Blickfeld der Filmtouristen gerückt. Herrlich! Ein großes, hünenhaftes menschliches Wesen steht am Rande eines riesigen Waserfalles und bereitet sich auf sein Opfer vor. Beobachtet wird das ganze von einem Raumschiff mit riesigen Ausmaßen. Das Wesen isst eine fruchtähnliche Substanz und zerfällt danach in seine Bestandteile. Aus den losgelösten DNS-Abschnitten formt sich das Leben auf der Erde. Grandios - in so kurzer Zeit und gleichzeitig mit solch beeindruckenden, starken und klaren Bildern wurde die Schaffung der menschlichen Zivilisation bisher kaum geschildert. Ein würdiger Einstieg in den Film. Viele Jahrhundertttausende später - 2089 - findet das Archäologenpaar Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Guy Pearce) in einer schottischen Höhle einen weiteren Hinweis auf etwas, das in der Frühgeschichte der Menschheit geschehen sein musste. Steinzeitliche Wandmalereien zeigen einen Riesen, der auf eine bestimmte Sternkonstellation weist. Ähnliche Darstellungen wurden auch bei den zeitlich und örtlich getrennten Zivilisationen der Maya, der Ägypter oder in Babylon gefunden. Der Weyland-Konzern finanziert eine Reise des Paares zum Mond LV-223 im Sternensystem von Zeta2 Reticuli, vier Jahre nach dem Fund in Schottland befindet sich nun das Raumschiff Prometheus mit 17 Besatzungsmitgliedern auf dem Weg in das 39,5 Lichtjahre entfernte Sonnensystem. Während die Besatzung im Kälteschlaf die Reisezeit überbrückt, kümmert sich der Android David (Michael Fassbender) um die Pflege aller Systeme. Am Zielort weckt er die Reisenden, die teilweise jetzt erst in das eigentliche Ziel der Expedition eingeweiht werden. Geführt wird die Maßnahme von Meredith Vickers (Charlize Theron), eine unterkühlt wirkende Angestellte des Konzerns. Auf der Mondoberfläche erhoffen sich Shaw und Holloway Hinweise auf die Rasse der "Ingenieure", denen sie die Entstehung der Menschheit unterstellen. In ihrer Vorstellung reisten die Wesen durch das All und verteilten Leben auf verschiedenen Planeten. Jedoch irren sich die beiden grundsätzlich, was das Ziel der Ingenieure betrrifft. Sie irren sich gewaltig...
Die Story Hier ist er nun. Der mythologische und thematische Unterbau der gesamten Alien-Saga. Was verbirgt sich hinter dem halbrunden Raumschiff, das in Alien erst in der längeren Directors Cut-Version ausführlich zu sehen war. Wer oder was ist der Space Jockey, das riesige Wesen mit Rüssel, das sich inmitteln einer gigantischen Halle auf einer Art Pilotensitz befindet? Woher stammen die Alien selbst? Auf all diese Fragen bekommt der gespannte Zuseher eine Antwort, auch wenn die ihm vielleicht nicht gefallen wird. Denn hinter der einfachen Geschichte von Alien verbirgt sich ein komplexes Thema, das selbst in Prometheus nicht ganz gelüftet wird. Liebhaber des Alien-Universums werden mehrmals schlucken müssen, denn ein Großteil ihres in den letzten Jahren auf Romane und Comics basierten Storygeflechtes wird mit diesem Film als Non-Canon erklärt. Und manch sehnlichst erwartete Antwort auf oft gestellte Fragen steht nicht im Vordergrund, sondern wird mehr oder weniger nebenher abgearbeitet. Prometheus ist eine Mischung aus allen bisherigen Alien-Filmen: Grusel, Spannung, schnelle Action als auch religiös-mythische Themen werden angesprochen. Hierbei begeht das Drehbuch zur Freude des Rezensenten nicht den Fehler, den Film zu überlasten. Stattdessen bekommt man eine moderne, spannende und straff erzählte Geschichte. Eigentlich - das muss mal als Kritikpunkt anmerken, hätten dem Film ein paar Minuten mehr Laufzeit ganz gut getan.
Die Schauspieler Im Vordergrund stehen natürlich Noomi Rapace, Guy Pearce, Charlize Theron und Michael Fassbender mit ihrem Spiel. Das bedeutet jedoch nicht, das die weiteren Protagonisten als Beiwerk fungieren. Zwar ist ihre Charakterisierung nicht so ausgeprägt, wie bei den Hauptdarstellern, man bemüht sich jedoch, eine jeweils glaubhafte Figur darzustellen. Herausragend spielen Michael Fassbender und Noomi Rapace. Letztere hat das Problem, in die berühmten Fusstapfen von Sigourney Weaver zu steigen, welche das Frauenbild in der Science Fiction bzw. im Horror in Alien grundlegend geprägt hat. Keinesfalls versucht Rapace ihre Kollegin zu kopieren - sie ist definitiv nicht Ripley. Elisabeth Shaw hat ihre eigenen Charakterzüge und das wird im Spiel von Rapace wunderbar gezeigt. Allem voran steht jedoch die Darstellung des Andrioden David, gespielt von Michael Fassbender. Der künstliche Mensch verbringt die Wartezeit während der Reise der Prometheus mit dem erlernen fremder Sprachen und dem Ansehen alter Filme. Vor allem Lawrence von Arabien begeistert ihn, er ahmt Peter O’Toole in Äusserlichkeiten und Verhalten nach. Die dadurch gezeigte hochnäsigkeit des Charakters passt wunderbar zur vom Drehbuch verschriebenen doppelzüngigkeit des Androiden. Welchem Meister dient er wirklich? Welche Ziele verfolgt David und kann man ihm trauen? Grandios dargestellt!
Bild und Ton Back to the Roots - so das Motto von Ridley Scott und zeigt und sehr eindrucksvoll, das prächtige Bilder, überzeugende Bauten und beeindruckende Darstellungen ausserirdischer Wesen nicht unbedingt nur aus dem Computer kommen müssen. Das digitale ist der Weisheit nicht letzter Schluss, das kann Scott jüngeren Filmemachern hier eindrucksvoll beweisen. So wurden in Prometheus Puppen verwendet, Bauten errichtet und mit Modellen gearbeitet. Wer den Film sieht, merkt den Unterschied zu einer digitalen Bearbeitung - es wirkt weitaus realistischer. Epische Bilderfluten mit Sandstürmen, Landschaftsüberflügen oder einem Raumschiffabsturz mit wow-Effekt begeistern den Zuschauer. Die dritte Dimension kommt gar nicht so sehr zur vollen Entfaltung, lediglich in den Hologramm-Szenen wirkt 3D als sinnvolle und gute Ergänzung. Der Rest des Filmes funktioniert auch ohne. Die Musik von Marc Streitenfeld erinnert immer wieder etwas an das Thema aus Alien - schafft jedoch seinen eigenen Klangteppich und lässt den Sound als Ergänzung zu den Bildern wirken. Keinesfalls dominiert der Soundtrack - teilweise nimmt man ihn als eigenständigen Teil kaum wahr, so verflechtet sind die medialen Einflüsse.
Eine Aussicht... Das soll es wohl nicht gewesen sein. Schon die ersten Gerüchte zu Prometheus sprachen von zwei Filmen, die die Vorgeschichte zur Alien-Saga erzählen. Während Prometheus dies allerdings nun im Alleingang macht, wäre eine Fortsetzung, dessen Möglichkeit klar geschaffen wird, kein Prequel mehr, sondern eine parallele Geschichte im entsprechenden Universum. Ob das dann allerdings den Massengeschmack trifft, kann ich nicht absehen, denn geliefert würde ein Film ohne Rückhaltenetz, ein klassischer Science Fiction-Streifen, der wohl kaum "Aliens" enthalten dürfte.
Fazit Die Erwartungshaltung ist groß - so groß, das man eigentlich nur entäuscht aus dem Kino gehen kann. Die wahre Qualität des Filmes ergibt sich erst in der Nachbetrachtung oder beim zweiten Mal sehen. Hinter Prometheus steckt mehr, als es auf den ersten Blick wirkt. Ganz klar ist es ein Film für das Kino, auf der großen Leinwand können die Bilder von Scott ihre wahre Pracht entfalten. Prometheus ist eine Ergänzung zum Alien-Universum, kann aber problemlos auch eigenständig funktionieren. Überwiegend überzeugendes Ensemble, großartiges Setting und eine mitreissende Geschichte - ein Blockbuster, den man gesehen haben muss.
Wenn die Story in der Tat so abgerundet wurde, dann dürfte 'Alien' damit endlich zur fundierten Trilogie (!) geworden sein. So bleibt zumindest zu hoffen.
Es freut mich weiters zu hören, daß 3D wieder einmal seine Substanzlosigkeit unter Beweis stellen durfte.
ACHTUNG: Wer nicht gespoilert werden will, sollte ab hier nicht weiter lesen !!!
Hallo Zusammen.
Also ich war etwas enttäuscht von den Charakteren. Es wurde Spannung aufgebaut, indem das ein oder andere Mitglied der Crew Sachen gemacht hat, die so nicht realistisch sind, und daher auch nicht nachvollziehbar.- Beispiel: Die Scene als das erste mal die Tentakeln in der Kammer mit dem Kopf und den Behältern mit der schwarzen Flüssigkeit zu sehen sind und die beiden Forscher, den Biologen und den Geologen, angreifen. Was sagt der Biologe und geht tollkühn zu dem Vieh hin ??? "Oh irgendwie ist es süße. Schau doch mal" Es fehlt völlig das menschliche "Fluchtverhalten". Auch als das erste mal die Helme abgenommen werden : "Es ist bessere Luft, als auf der Erde" ist eine so schrecklich Scene, dass mit die Dummheit geschmerzt hat. Ein Helm hat natürlich "nur" die Funktion Luft zur Verfügung zu stellen!! Was auch sonst?? Zum Zweck möglicher Verhinderung von Kontamination und Schutz vor Parasiten und Krankheiten ist er natürlich in diesem Zeitalter überhaupt nicht nötig!! Wenn ich die Sicherheitsstandards der heutigen Zeit betrachte, die wir auf der Erde haben, egal was es ist (arbeite im Labor, sowohl Chemie- als auch Mikrobiologie- und Biochemie) kann ich nur den Kopf schütteln über das naive und selbstherrliche Handeln der Crew!!! Fast alle handeln die ganze Zeit, als wären es keine Wissenschaftler!!!. Es fehlt gänzlich an Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften werden einfach grundsätzlich ignoriert , wie beispielsweise die Warnung/Anweisung von Charlize Theron "Es wird kein Kontakt aufgenommen, wenn Sie etwas finden, machen sie mir Meldung. Haben wir uns verstanden?!"
Sie ist auch die einzige, die mit einem Flammenwerfer versucht den Kontaminierten, verseuchten Archäologen daran zu hintern aufs Schiff zu kommen!!! Ja man mag meinen, Sie ist kühl und egoistisch und nur an ihrem eigenen Wohl interessiert: Aber sie handelt völlig richtig !! Niemand hätte (wenn es ein realistisch gemacht Film wäre) einen Kontaminierten auf das Schiff einfach so drauf gelassen !! Am meisten stört mich aber immer noch die Scene wo alle den Helm abnehmen !! Da war der Film für mich gelaufen!! Ein guter Film über einer derartige Mission zeichnet sich NICHT dadurch aus, dass Spannung nur dadurch aufgebaut wird, dass Charaktere dumme Sachen machen, über die man sich als Zuschauer aufregen kann!! Leider wird dieses Element in Gruselfilmen wie auch in solchen Science Fiction- und Horrorfilmen immer wieder eingesetzt. Dabei ist es die primitivste Art Spannung aufzubauen. Und jeder Zuschauer, der ein bisschen Grips in der Birne hat, wird sich darüber aufregen. Es ist doch wirklich völlig lächerlich, wie sich die angeblichen Wissenschaftler verhalten??? Lebensmüde!! Als am Ende alle tot waren, habe ich aufgeatmet und gedacht: Wer so dumm ist, hat es nicht anders verdient! Auch der Android (oft in Kritiken hoch gelobt) überzeugt nicht. 1. Er ist ambivalent und zeigt Gefühle zwischen drin (also kein konsequenter Android) 2. Er ist unintelligent (falsch programmiert? ) als er selbst davon überzeugt ist, dass ihm außerirdisches Leben nichts anheben kann. Mutig und ohne "Selbsterhaltungstrieb" (welcher an anderer Stelle aber deutlich hervorgehoben wird, vor allem am Ende des Films) geht er auf die neuen Spezies los, fasst alles an und hat keine Angst sich zu infizieren! Kann ein Android sich nicht infizieren???? DOCH: Woher sollt sonst das Wort "Bug" stammen ?!?!?! Würmer, Käfer anderes Ungeziefer kann auch Schaltkreise zerstören!!! Wissen wir ja schon seit es den ersten Computer gab!! Aber in der Zukunft weiß man sowas natürlich nicht!
Tut mir auch leid, dass ich den Film hier su zerreiße. Ich muss ja schon sagen, dass die Bildgewalt mich beeindruckt hat und ich die Rolle der Charlize Theron überzeugend fand (da sie die einzige war, welche menschlichen Überlebensinstinkt zeigte und Sicherheitsvorkehrungen machte) ...wobei ich die Anspielung, ob sie auch ein Android sei, für völlig überflüssig halte (diese Anspielung zeigt nur, wie unwissenschaftlich und un-überzeugend der Rest der Crew ist!!).
... tja, stimmt schon, dass die Filmhandlung stellenweise Schwächen aufweist. Zum Beispiel der Versuch des Erstkontakts mit dem Ingenieur, der sofort in ein Gemetzel umschlägt. Dennoch fand ich den Film als Gesamtkonzept super, atmosphärisch, spannend und interessant, und auch die 3D Effekte haben mich beeindruckt, weil sie eben nicht nur einzelne Effekte sind, sondern einen besonderen visuellen Reiz vermitteln. Endlich wieder ein SF-Film, der sich nicht bei der Zielgruppe "pubertierende Teenager" einschleimt - obwohl's an Alien-Schleim keineswegs mangelt
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