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Pretty Guardian Sailor Moon, Band 1

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Titel: Pretty Guardian Sailor Moon, Band 1
Originaltitel: Bishoujo Senshi Sailor Moon
Autor: Naoko Takeuchi
Übersetzer: Naoko Takeuchi
Genre: Shôjo-Manga
Buch/Verlagsdaten: Egmont Manga & Anime, Oktober 2011, 232 Seiten plus 6 Farbseiten, Taschenbuch, ISBN: 978-3-7704-7648-0
Originalverlag: Kodansha

Eine Rezension von Judith Gor
(weitere Rezensionen von Judith Gor hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Seite http://www.literatopia.de)

 

Rezension

 

Usagi Tsukino (Animefans als „Bunny“ bekannt) ist eine tollpatschige und weinerliche Schülerin, deren Noten zu wünschen übrig lassen, da sie lieber im Spielecenter herumhängt, als ihre Hausaufgaben ordentlich zu machen. Ihr großes Vorbild ist Sailor V, die gegen Verbrecher kämpft und von der sie glaubt, keine Schülerpflichten erfüllen zu müssen. Als die sprechende Katze Luna in Usagis Leben tritt und sie als Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit erwählt, scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen. Doch Usagi erweist sich auch im Kampf gegen das Böse als schusselig, allerdings vermag sie meist im richtigen Moment große Stärke zu beweisen. Bald erhält sie Unterstützung von drei weiteren Sailorkriegerinnen, Merkur, Mars und Jupiter. Gemeinsam sollen sie die Mondprinzessin und den magischen Silberkristall finden und beschützen. Auch der geheimnisvolle Tuxedo Mask sucht nach diesem Schmuckstück, womit er Usagis Feind wäre – allerdings rettet er sie immer, wenn es brenzlig wird …

Die Erstveröffentlichung „Sailor Moon – Die Metamorphose“, dem damaligen ersten Band der Mangaserie, liegt tatsächlich mehr als zehn Jahre zurück. Damals begeisterte der japanische Zeichenstil ungemein, denn Mangas waren lange nicht so populär in Deutschland wie heute. „Pretty Guardian Sailor Moon“ war sicherlich einer der Wegbereiter für den großen Erfolg der fernöstlichen Comics, auch wenn die damaligen Bände unter Übersetzungsfehlern litten, die einfach daher stammten, dass der Manga nicht direkt aus dem Japanischen, sondern aus dem Englischen übersetzt wurde. Wer die alten Bände noch hat, kann wunderbar vergleichen und es fällt auf, dass die Story nun in vielen Details klarer ist und auch Schlüsselszenen kommen stimmungsvoller daher. Zudem werden jetzt die Originalsprüche der magischen Attacken der Sailorkriegerinnen verwendet, in Sailor Moons Fall wäre das dann beispielsweise „Moon Tiara Boomerang“ statt „Mondstein, flieg und sieg“. Liest sich erst einmal etwas seltsam, entspricht aber dem Originalgedanken der Mangaka Naoko Takeuchi.

Im Vergleich zur gleichnamigen Animeserie, die in den 90ern unheimlich erfolgreich war, ist der Manga deutlich erwachsener. Im ersten Band merkt man das leider noch nicht, doch die Story weicht bereits hier stark vom Anime ab. Beispielsweise gibt es keine ewigen Kämpfe gegen kleinere Gegner, die die Serie künstlich in die Länge gezogen haben. Die einzelnen Sailorkriegerinnen treten zügig nacheinander auf und so wird die komplette erste TV-Staffel in gerade einmal drei Mangas abgehandelt. Im weiteren Verlauf der Mangareihe werden die Unterschiede größer und in den letzten Bänden treten schließlich Sailorkriegerinnen auf, die im Anime gar nicht vorkamen. Auch Sailor Moon entwickelt sich deutlich schneller zu einer selbstbewussten Kämpferin, die zwar auch in späteren Kapiteln noch ihre weinerlichen Momente hat, doch lange nicht so trottelig erscheint wie im Anime. Man muss allerdings auch sagen, dass es zumindest im ersten Band von „Pretty Guardian Sailor Moon“ einige sehr überzogene Ideen gibt, die die Geschichte manchmal ins Lächerliche ziehen. Das verliert sich im Laufe der Reihe und die Story wird zunehmend dramatischer und phantastischer.

Die Zeichnungen von Naoko Takeuchi waren damals mit ihrer feinen Linienführung und den großen Augen traumhaft – sind sie auch heute noch, doch da man inzwischen mehr Vergleichsmöglichkeiten hat, schmälert das den positiven Eindruck ein wenig. Arina Tanemura beherrscht es beispielsweise deutlich besser, Emotionen in einzelnen Blicken einzufangen. Auch fallen einem in „Pretty Guradian Sailor Moon“ einige Zeichenfehlerchen und Unreinheiten auf. Allerdings ist im Verlauf der Reihe auch eine deutliche Steigerung in punkto Zeichnungen zu sehen. Es stimmt zudem die Mischung aus filigranen, großen Zeichnungen und kleinen Krakeleinlagen, die einfach nur witzig sein sollen. Im großen Vergleich mit anderen Shôjo-Mangas ist der Zeichenstil gut und weist viele Besonderheiten auf, wie etwa die unglaublich langen Beine und die ausdrucksstarken Gesichter. Auch bei den Kostümen beweist Naoko Takeuchi ihr kreatives Potential, denn im Vergleich zum Anime weisen die einzelnen Outfits der Kriegerinnen individuelle Unterschiede auf. Und im späteren Verlauf werden die Kostüme zunehmend ausgefallener – insbesondere die jener Sailorkriegerinnen, die nicht im Anime vorkamen.

Die neue Ausgabe von „Pretty Guardian Sailor Moon“ ist durchaus gelungen, allerdings hätte man sich für diesen wirklich großen Mangaklassiker eine noch schönere Ausgabe gewünscht. Arina Tanemuras „Kamikaze Kaito Jeanne“ ist bei EMA in einer wunderschönen Oversize-Edition mit mehr Farbseiten erschienen. „Angel Sanctuary“ von Kaori Yuki wird inzwischen sogar als edle Hardcoverausgabe veröffentlicht. Da sieht „Pretty Guardian Sailor Moon“ recht bescheiden daneben aus. Vor allem gibt es zwar tatsächlich sechs Farbseiten, aber man bekommt nur zwei zwei richtige Illustrationen geboten. Ansonsten gibt es noch das Rückseitenmotiv, eine farbige Mangaseite und eine farbige Inhaltsseite. Im Vergleich zur Ausgabe vor zehn Jahren ist die Neuauflage jedoch vor allem in Bezug auf die Übersetzung besser und auch für Fans, die die alte Ausgabe besitzen, zu empfehlen. Denn die Geschichte ist nun in den Details viel stimmiger, zudem ist es einfach toll, diese Reihe endlich in japanischer Leserichtung, an die sich eingefleischte Mangafans gewöhnt haben, zu lesen. Man bekommt außerdem pro Band nun ein wenig mehr Inhalt geboten und man kann sich bereits jetzt vorstellen, dass die 12 neuen Bände im Regal einfach phantastisch aussehen. Und wer die Mangas nie besessen hat, sollte nun unbedingt zugreifen! Denn wer weiß, ob Naoko Takeuchi nicht wieder weitere Auflagen verhindert …

Fazit

„Pretty Guardian Sailor Moon“ hat eigentlich alles, was das Shôjo-Herz begehrt: eine dramatische und phantastische Story mit vielen Comedyeinlagen, eine herzliche Protagonistin und einen tollen Zeichenstil inklusive Kulleraugen. Die Neuausgabe bietet zudem eine deutlich bessere Übersetzung und schönere Gestaltung und ist somit auch für Besitzer der früheren Ausgabe zu empfehlen. Ein Mangaklassiker, den man einfach gelesen haben muss! 4,5 von 5 Sternchen.

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