Portal des Vergessens

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Titel: Portal des Vergessens
Autor: Stephan R. Bellem
Titelbild: Isabelle Hirtz
Buch/Verlagsdaten: Otherworld Verlag (02/2011); 284 Seiten; 14,95 €; ISBN: 978-3-8000-9533-9 (TB mit Klappbroschur)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Welcher Leser phantastischer Literatur träumt nicht mal davon, ein anderer Mensch zu sein oder gar ein anderes mystisches Wesen, um so die Abenteuer zu erleben, die das wirkliche Leben ihm verweigert? Eigentlich jeder, der ein Buch in den Händen hält und so in phantastische Welten anderer Autoren versinkt. Stephan R. Bellem ist ein Autor, der es schafft, den Leser in solche Welten mitzunehmen. Er setzt aber noch eins drauf. Denn in eben gerade einer dieser Welten lebt Peter. Er ist ein junger Student, den seltsame Träume - Alpträume - plagen, über die er nur mit seiner Psychologin spricht. Die Träume voller Blut, Verrat und Mord, Intrigen und Eidbruch scheinen sehr realistisch zu sein. In ihnen ist Peter ein anderer Mensch. Dort schlüpft er in die Rolle des zwölfjährigen Vryn, der in einer mittelalterlichen Welt lebt. Sein Bruder Vorlokk möchte ein großer Krieger werden, aber als Erstgeborener muss er den Hof seines Vaters übernehmen. Den Brüdern wird kundgetan, dass einer von ihnen der prophezeite König von Melaras ist. Kurz vor Vryns 13. Geburtstag wird sein Bruder Vorlokk von mysteriösen Männern entführt. Je öfter und stärker die Träume werden, je intensiver, desto mehr verliert Peter das Gefühl für die Wirklichkeit. In seinen Händen liegt das Schicksal einer fremden Welt. Von Dr. Wünschler (der Name ist Programm), seiner Psychologin, erhofft er sich Hilfe. Die Grenzen zwischen hier und dort verwischen immer mehr. Und plötzlich ist er fast nur noch Vryn.
Stephan Bellem nimmt den Leser mit auf einen Schlingerkurs der Literatur. Vryn und Vorlokk, Peter und der Leser. Eine multiple Persönlichkeit muss ähnlich empfinden. Die Erzählung ist spannend, relativ kurz gehalten und dadurch schnell und rasant, mit ein paar überflüssigen Szenen, in denen Sex und Gewalt etwas überzogen dargestellt sind. Ansonsten ist die Geschichte für mich tatsächlich das beste Buch, das Stephan Bellem bislang geschrieben hat. Im Vergleich zu seinen vorherigen Werken (ohne diese abwerten zu wollen) hat er sich weiterentwickelt und die Handlung straff zu einem Ende geführt, das zwar von mir erwartet wurde, aber dennoch nicht den üblichen Klischees hinterherläuft.

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF