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Sachbücher / Magazine

phantastisch! 34

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Titel: Phantastisch! #33
Phantastisches Magazin
Erscheint im 4 mal pro Jahr
Herausgeber: Klaus Bollhöfner
Zahlreiche Illustrationen
Verlagsdaten: Verlag Achim Havemann, Vierfarbcover, 68 Seiten, ISSN 1616-8437

Eine Besprechung / Rezension von Alfred Kruse
(weitere Rezensionen von Alfred Kruse auf fictionfantasy findet man hier)

In der 34. Ausgabe liegt das Magazin "phantastisch!" vor mir. Auch diesmal wieder mit den unterschiedlichsten Artikeln gefüllt.

Horst Illmer: Update - Nachrichten und Neuerscheinungen
In kurzen Artikeln stellt Horst Illmer Ereignisse und neue Bücher vor. Sehr angenehm finde ich die Bandbreite der Meldungen, die von Todesanzeigen über Hörbücher und neu erschienene Romane bis hin zu Neuauflagen klassischer, fast schon vergessener Werke reicht. Sehr interessant vom Inhalt, sehr angenehm vom Stil, eine meiner Lieblingssparten.

Johannes Rüster: phantastisch! leben - Phantomnostalgie
Diese leicht verrückte Sparte ist eigentlich ein Blog, in dem JR regelmäßig den Freak heraushängen lässt. Dabei aber oftmals mit einem bitterensten Hintergrund. So auch dieses Mal, als er seine eigene Exotik als SF-Fan und -Sammler benutzt, um humoristisch die Auswüchse dieser Leidenschaften darzustellen. Wie sagt man so schön bei eBay: gerne wieder!

Carsten Kuhr: Interview mit Scott Bakker
Ein ausführliches Interview, das dem Autor reichlich Zeit zur Selbstdarstellung bietet. Interviews sind nicht mein Fall, auch aus diesem ziehe ich nicht genug Informationen, um auf die Werke von Bakker neugierig zu werden.

Jochen Adam: Jordans Erbe
Nach dem Tod von Robert Jordan schreibt Brandon Sanderson das "Rad der Zeit" weiter. Mich hatte dies schon immer irritiert, der Artikel stellt vieles klar. Jochen Adam ist es zumindestens bei mir gelungen, mir Brandon Sanderson und sein Werk nahe zu bringen, ich werde mir demnächst auch einmal seine bisherigen Romane vornehmen. Von daher aus meiner Sicht ein ganz besonders gelungener Artikel.

Christian Endres: Surreale Abenteuer
Ein Artikel über einen Comic mit Edgar Allan Poe als Hauptfigur - nicht mein Fall.

Max Pechmann: Schrecken als Sozialkritik
In diesem faszinierendem Artikel wird der postmoderne Horrorfilm Anfang der 70er als sozialkritische und revolutionäre politische Kunstform interpretiert. Und gnadenlos überinterpretiert. Sorry, aber die Lust nach Blut, der Hunger nach Splatter-Movies ist keine Erfindung dieses Jahrtausends, und genausowenig wie heute war auch damals auch nur ein Hauch sozialkritisch-revolutionärer Intention zu spüren. Obwohl der Artikel echt faszinierend und sehr gut geschrieben ist, halte ich den Inhalt doch für extremst fragwürdig. Das erinnert mich denn doch zu sehr an meinen gymnasialen Deutschunterricht vor 30 Jahren

Carsten Kuhr: Interview mit Dmitry Glukhovsky
Im Gegensatz zum Interview mit Scott Bakker gelingt es Carsten Kuhr hier, Dmitry Glukhovsky nicht nur über seinen eigenen Debut-Roman, sondern auch über die russsische SF im Allgemeinen und seine eigenen Arbeitsbedingungen im Besonderen reden zu lassen. Ein sehr aufschlussreiches Interview, das die russische SF dem Leser transparent macht.

Regina Schleheck: Kant ist kacke (Story)
Illegale Bio-Experimente am russischen Volk führen zum Ausbruch eines Atomkriegs. Krude Story ohne tieferen Sinn, allerdings gut geschrieben.

Olaf Kemmler: Wieviel Science verträgt die Fiction ?
Der zweite Teil eines Artikels über die Realität der wissenschaftlichen Darstellung in frühen SF-Romanen. Teilweise amüsant zu lesen,  ich habe  aber mehr und mehr den Eindruck, hier Beckmesser persönlich vor mir zu haben. Natürlich sind die frühen SF-Romane wissenschaftlich fragwürdig, aber hat damals überhaupt irgendjemand eine wissenschaftlich korrekt beschriebene Realität in diesen Romanen erwartet? Oder wollte man nicht einfach Abenteuer-Romane lesen, die auch die bevorzugten Klischees bedienten? Und dabei vielleicht auch ein paar Denkanstöße geben? Für mich ein amüsanter Artikel, der nur einmal wieder zeigt, dass die Bewertung eines künstlerischen Werks immer auch des zeitlichen gesellschaftlichen Kontextes bedarf. Als jemand, der die alten Schinken, die Olaf Kemmler hier in der Luft zerreißt, auch alle gelesen hat, kann ich aber gar nicht oft genug den großen Amusement-Faktor seiner Artikelserie betonen, davon werde ich mir sicher keinen Teil entgehen lassen.

Nicole Rensmann: Interview mit Keith Donohue
Dieses Interview ist das misslungenste, das ich bisher gelesen habe. Nicole Rensmann legt Keith Donohue die Hälfte seiner Worte in den Mund, man hat das Gefühl, hier himmelt ein Fan sein Idol an. Nicht wirklich hilfreich.

Ernst-Eberhard Manski: Benefizkonzert (Story)
Einer meiner Lieblingsschriftsteller schlägt wieder zu, diesmal mit einer Geschichte über das Musikmachen - und wie kommerziell und uninteressant doch die heutige Musik im Gegensatz zu der unserer Jugend (der 60er und 70er) geworden ist. Ich wette, das Gleiche haben schon unsere Eltern und deren Eltern gesagt, von daher kann ich diese Story nicht so ganz ernst nehmen. Was allerdings auch das eine Ziel des Autors gewesen ist. Das andere ist es unzweifelhaft gewesen, davor zu warnen, musikalisch auf der Stelle zu treten und Rock-Fossilien, die auch mit 80 noch dasselbe wie mit 20 auf der Bühne spielen, zu verklären. Eine witzige Geschichte mit vielen musikalischen Anspielungen, besonders für ältere Semester wie mich geeignet.

Nicole Rensmann: Interview mit Daniela Knor
Ein sehr interessantes Interview, in dem unter anderem auch die Unterschiede zwischen einer Rollenspiel-Fantasy-Autorin und einem "normalem" Fanatsy-Roman schlaglichtartig beleuchtet werden. Eine gelungene Ergänzung zu dem Warhammer-Artikel in PANDORA #3. Und wenn ich mich auch an dem von Daniela Knor geschriebenem Fantasy-Stil momentan etwas übergelesen habe, hat das Interview mich zumindest neugierig gemacht.

Christian Endres: Moderne Mythen
Endres beschreibt das World Newton Universe, eine Welt der unsterblichen Helden, in denen Tarzan Superman begegnen kann. Von Freaks für Freaks, für mich genau das Richtige. Dabei bleibt Endres bei aller Faszination überaus sachlich, stellt das WNU ausführlich in seiner Geschichte und den heutigen Auslegern zwar enthusiatisch, aber nicht verklärt dar. Ein schöner Artikel, den ich mit Genuss gelesen habe.

Hermann Ibendorf-Rosenhof: "Nicht bei Bloch, W/G und Illmer "
HIB schreibt über Nachschlagewerke, Lexika und Ähnliches. Wirklich nur etwas für bibliophile Analytiker, denen auch die Organisation einer Sammlung am Herzen liegt. Ich persönlich fand den Artikel zwar gelungen, aber auch etwas dröge, der nicht so organisationsliebende Fan dürfte sich aber doch mit Schaudern abwenden.

Nicht aufgeführt habe ich die ganzen kleineren Rezensionen neuer und alter Bücher, die das Portefeuille des Magazins abrunden. Wie schon beim letzten Mal kann ich nur konstatieren, dass auch diese Ausgabe wieder rundum gelungen ist. Natürlich hat mir nicht alles gefallen, aber das wäre auch zuviel verlangt, dafür ist die Bandbreite von phantastisch! einfach zu groß. Aber ich habe doch vieles mit Genuss gelesen, viele Informationen aus den Artikeln geholt und einige neue Anregungen bekommen. Ein solches Magazin würde ich gerne öfter lesen, es kommt einfach zu selten heraus.

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