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Ohne. Ende. Leben

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Titel: Ohne. Ende. Leben
Originaltitel: Going Bovine (2009)
Autorin: Libba Bray
Übersetzer: Siggi Seuß
Titelbild: Lisa Helm
Buch/Verlagsdaten: dtv 24879 (01.05.2011); 555 Seiten; 14,90 €; ISBN: 978-3-423-24879-2 (TPB mit Klappbroschur)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Der Held des Buches, der sechzehnjährige Cameron Smith, ist ein typischer Versager, der sich keine Gedanken um seine Mitschüler, nur wenige um seine Familie, dafür um so mehr um sich selbst macht. Wäre er eine Sonne, so würde sein Ego nur um sich selbst kreisen.
Lediglich die süße, schöne Staci Johnson würde er als Trabanten neben sich dulden. Leider will sie aber nichts von ihm. Warum auch, bei einem Notendurchschnitt von knapp, ganz knapp ausreichend, mit gelegentlichen Drogentripps und jeder Menge Unverantwortung ist er nicht gerade der Liebling der Massen, schon gar nicht von Staci.
Sein Leben ändert sich, als er an der menschlichen Form des Rinderwahnsinns, der Kreutzfeldt-Jacob-Krankheit, erkrankt. Die Ärzte nehmen ihm jede Hoffnung auf ein normales weiteres Leben. Aber das Leben wäre nicht das Leben, wenn es nicht doch noch Überraschungen zu bieten hätte. Eines Nachts taucht der Engel (oder besser die Engelin) Dulcie auf. Im gleichen Moment verabschiedet sich Cameron von allem, was er je über diese Wesen hörte. Pinkfarbene Haare, Springerstiefel und karierte Flügel sind nicht die Eigenschaften, die er erwartet hätte. Cameron beschleicht der leise Verdacht, er habe wieder Drogenhalluzinationen. Doch die gehen noch weiter, denn Dulcie verlangt von ihm, die Welt zu retten. Kein Problem? Oder? Zumindest beginnt Camerons größtes Abenteuer um Leben und Tod. Dulcie erklärt ihm, dass er mit seinem kleinwüchsigen und hypochondrischen Bettnachbarn Gonzo den geheimnisvollen Dr. X finden soll. Dr. X ist der einzige Mensch auf Erden, der in der Lage ist, ein gefährliches Wurmloch zu stopfen. Ach ja: Er ist auch in der Lage, Cameron zu heilen.
Das Wurmloch wurde von Dr. X geöffnet, mit dem kleinen, aber wichtigen Nachteil, dass sich seither böse Geschöpfe auf die Erde ergießen. Also macht sich Cameron gemeinsam mit Gonzo auf eine abenteuerliche Reise. Die beiden Krankenhausflüchtlinge sollen nach versteckten Zeichen Ausschau halten. Was sich nicht sehr einfach gestaltet, da diese Anzeichen eben versteckt sind. Da hilft lediglich der Ausspruch „Folgt der Sandale" (sorry, das ist aus Das Leben des Brian) es heißt natürlich: „Folgt der Feder". Als Erstes treffen sie auf einen toten Musiker in einem Café. Der Besuch dort ist aber erst der Anfang eines aberwitzigen, unwahrscheinlichen Abenteuers, bei dem sie den gartenzwerggroßen Gott Balder treffen, ein Haus besuchen, in dem alle Menschen glücklich sein müssen, und anderes mehr. Nebenbei wird der Gartenzwerggott entführt. Cameron will den Entführten retten, mit dem kleinen Problem, dass ihn die Polizei verfolgt. Angeblich sind sie Terroristen und mit den Feuerriesen aus dem Wurmloch identisch. Und dann wird auch noch Dulcie, die zur Freundin und Gefährtin wurde, ebenfalls entführt.

Das Buch ist wirklich lesenswert. Vertrauen Sie mir (sie wären die Ersten). Der Anfang von Ohne. Ende. Leben ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich wunderte mich ein wenig ob der künstlich jugendlich angehauchten Sprache. Doch Autorin Libba Bray, die mich bereits durch ihre Trilogie Der geheime Zirkel überzeugte, lässt den Leser nicht im Regen stehen, sondern führt ihn schnell in eine Geschichte ein, wo der Sprachstil nebensächlich wird. Das Buch überzeugt mit einem ungeheuren Einfallsreichtum. Nach ihrer Trilogie hat mich Libba Bray mit ihrem neuen Buch ungemein überrascht. Während viele andere Autoren ihrem Stil und ihren Geschichten treu bleiben, schreibt sie neu und etwas Neues. In welche Rubrik innerhalb der Phantastik das Buch eingeordnet werden könnte, bleibt jedem Leser freigestellt. Libba Bray hat eine neue Facette ihrer Schreibkunst unter Beweis gestellt. Der ungezwungene Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Selbst die Danksagung ist lustig zu lesen. Es ist ein phantastisches Buch, bei dem die Leser mitten im Geschehen sind.
Ohne. Ende. Leben ist ein Werk, mit Humor, mit Liebe, mit Charme, mit Wahnsinn und einer guten Portion Selbstironie geschrieben und bei mir gleich neben Douglas Adams ins Regal gestellt.

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