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Die Schiffbrüchigen (Ogregod, Band 1)

Reihe: Ogregod, Band 1
Titel: Die Schiffbrüchigen
Originaltitel: Ogregod (2010)
Autor: Alejandro Jodorowsky
Zeichnungen: Zoran Janjetov
Übersetzerin: Resel Rebiersch
Buch/Verlagsdaten: Egmont Ehapa Comic Collection (05/2011); 56 Seiten; 13,99 €; ISBN: 978-3-7704-3496-1 (gebunden)

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Der Comic von Alejandro Jodorowsky greift das Thema von Jules Vernes "Zwei Jahre Ferien" auf. Mehrere sehr unterschiedliche Jugendliche müssen sich in einer unwirklichen Umgebung beweisen und miteinander auskommen. Mehr noch - ihr Überleben hängt von ihrem Zusammenarbeiten ab. Die hier vorgestellten Charaktere sind übertrieben und überzogen dargestellt. Kinder vermögender und einflußreicher Persönlichkeiten des Imperiums müssen nach dem Abschluss ihrer Akademiezeit einen Raumflug absolvieren. Die Tochter des allherrschenden Diktators Hizatte ist von ihrer Gestalt ebenso winzig geraten, wie ihr kaum furchteinflößender Vater, der sich ständig wie ein ungezogener und trotziger Bengel aufführt. Auch die anderen Teilnehmer der Expedition gleichen ihren Eltern sowohl äußerlich als auch bezüglich des Charakters. Und - das treibt Jodorowsky absichtlich auf die Spitze - ein jeder ist ein Ebenbild seines Berufstandes. Die Waffenfabrikanten sind grimmige, harte Leute, die Hersteller synthetischer Nahrung feist, die Geheimpolizisten blass und unscheinbar böse. Sozusagen als "Anstandsdame" begleitet ein Roboter die Schar eingebildeter und ungezogener Akademieabkömmlinge. Er hat kaum etwas zu sagen, gibt ständig Ratschläge, wird aber von niemandem beachtet. Und Zeland ist mit an Bord. Als Vertreter der eigentlichen Eingeborenenrasse des Planeten Okkar muss er als Bordingenieur zwar wichtige und lebensrettende Arbeiten verrichten, hat aber in den Augen der Menschenjugendlichen einen Stand wie ein schmutziges Haustier. Ihn Sklave zu nennen, wäre schon fast eine Erhöhung des Standes. Charaktersisiert wird Zelands Rasse durch den Besitz von vier statt zwei Füßen, was ihn nur geringfügig von den Menschen unterscheidet. Neben der bläulichen Haut besitzt Zeland jedoch noch eine andere, einzigartige, Gabe: Er beherrscht die Transgradierung. Das heisst, der kann seine Umwelt zu seinen Gunsten, nach seinem Willen beeinflussen. Unter den "Vierfüßlern" gärt es aufgrund der Behandlung durch die Menschen schon lange, ein Aufstand ist geplant. Und Zeland soll mit seiner Gabe die Vierfüßler in die Freiheit führen.

Nun stürzt das Raumschiff mit den Jugendlichen und Zeland allerdings auf einem unwirklichen Planeten in der Galaxis Ogregod ab. Ogregod steht hier allerdings nicht nur als Name für die Sternkonstellation, sondern auch als Bezeichnung für eine Wesenheit oder ein Bündnis - so genau ist das im ersten Band der Reihe nicht erkennbar. Während die Jugendlichen sich mit Widerwillen aufeinander einlassen, um ihre Situation zu überleben, benutzt "Ogregod" die Kinder als Testgruppe, um zu entscheiden, ob die Menschheit als Rasse vernichtet werden soll oder nicht. Und unter ihnen existiert auch noch Zeland, der auf seinen rechtmäßig zustehenden Platz in der Gesellschaft pocht. Eine schwierige Situation...

Jodorowskys Geschichte schwankt zwischen Slapstick und Gesellschaftskritik. Die Science Fiction tritt hier nur als Träger der Geschichte auf, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wie entscheidet sich Ogregod, wie arbeiten die Jugendlichen zusammen und wie reagieren die Vierfüßler? Die Zeichnungen sind sehr gelungen, detailierte und mitreissende Panels bestimmen das Album. Die via Fototechnik entstandenen Gesichter der Vierfüßler lassen sie im Gegensatz zu den vollständig gezeichneten Menschen sehr fremdartig aussehen. Janjetovs Grafiken unterstützen die Geschichte des Autors ungemein, vor allem die Mimiken sind hier ausschlaggebend. Sehr gelungen ist die Reichhaltigkeit der Aussage der Gesichter und die dadurch transportierten Gefühle.

Unterm Strich eine nicht sehr tiefgreifende Geschichte, die trotzdem einige politische und gesellschaftliche Aspekte behandelt. Eher wirkt Ogregod wie eine Satire auf vergangene oder herrschende Politiksysteme. Auf alle Fälle ist es Wert, einen Blick hier hinein zu werfen!

 

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Aktuelle Artikelkommentare

Gast (R. Schäfer)
Der Bearbeiter sagt vielen Dank für die Blumen . Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Leser h...
Hallo Maik! Den Comic gibt es nicht zu gewinnen. Wie kommst du drauf? Vielleicht verwechelst du das ...
Gast (maik hoffmann)
hallo ich würde das comic gern gewinnen wiel star trek mich meine kinder begleidet hat mfg maik