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Octopus
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Octopus
Alternativtitel:Dead Eye Six
Regie: John Eyres
Drehbuch: Michael Weiss
Produktion: Boaz Davidson
Darsteller: Jay Harrington, David Beecroft, Carolyn Lowery, Ravil Isyanov, Ricco Ross.
Laufzeit: 90 Min.
Deutscher Vertrieb: Highlight DVD
USA 1999

Eine Besprechung / Rezension von Max Pechmann
(weitere Rezensionen von Max Pechmann auf fictionfantasy findet man hier)

Da hatte mal wieder einer eine Idee... So könnte man das Trash-Feuerwerk "Octopus" zusammenfassen. Denn tatsächlich scheint es so, als habe Rambo-Produzent Boaz Davidson seinem Drehbuchautor Michael Weiss einen Einfall nach dem anderen zugeschoben, über den Mr. Weiss doch bitte einmal eine nette Story verfassen sollte. Als man aber merkte, dass für alle Ideen nicht genug Geld vorhanden war, beschloss Davidson kurzerhand, sämtliche Storylines in einen einzigen Film zu verwursteln. Und siehe da: "Octopus" war geboren. - Auf diese Weise oder jedenfalls so ähnlich könnte sich die Entstehung zu diesem Tierhorrorfilm zugetragen haben. Zumindest könnte somit erklärt werden, wieso wir es hier mit einem Agenten-Polit-Öko-Monsterthriller zu tun haben.

Der Film beginnt tatsächlich wie ein Spionagethriller, in dem CIA-Agent John Turner den Auftrag bekommt, einen russischen Terroristen in einem Atom-U-Boot zu verfrachten. Innerhalb dieser Sequenzen hat "Octopus" rein gar nichts mit einem Monstertierfilm zu tun. Schließlich aber gelangt Turner auf das U-Boot, wo bereits Milo Gorack (der Name klingt schon ziemlich böse) die Überfahrt in einer Zelle verbringen soll. Jetzt weiter zum Covertext: "Auf ihrer Tauchfahrt (...) werden [sie] unvorbereitet von einem riesigen Octopus angegriffen." - Was der Covertext nicht verrät, ist, dass der Octopus auch ein Passagierschiff angreift, das von einer Gruppe Terroristen gekapert wurde. Auf deutsch: unser Herr Riesenkrake hat alle Hände oder besser Arme voll zu tun.

Irgendwie passt alles nicht wirklich zusammen, was diverse Kritiker dazu veranlasste, vor diesem Film eindringlich zu warnen. Na ja, so schlimm ist es dann auch wieder nicht. Die Effekte entsprechen einem Trash-Film, der Octopus ist komplett computeranimiert, nur ab und zu baumeln zu Krakenarmen umfunktionierte Gartenschläuche in das U-Boot. Was etwas langweilt, sind die stets selben Bewegungen, in denen sich der Riesenkrake unterwasser dem U-Boot nähert. Die Augen des Untiers sind eigentlich nie zu erkennen. Vielleicht haben die Leute aus der Tiefgarage diese einfach vergessen. Und trotz dieses Mischmasch aus unterschiedlichsten Handlungssträngen kommt doch irgendwie Spannung auf. Diese ist eigentlich weniger unserem aufgeblasenen Tintenfisch zu verdanken als vielmehr der Figur des geistesgestörten (auch das noch!) russischen (der kalte Krieg lässt grüßen!) Terroristen, der von dem bekannten B-Movie-Nebendarsteller Ravil Isyanov gespielt wird. Im Grunde genommen ist Isyanov zu gut für diesen Film, und das merkt man auch. Denn die übrigen Schauspieler verblassen schlichtweg ihm gegenüber. Doch Isyanovs extreme Darstellung von Milo Gorack ist sehr packend und aufreibend. - Das dachte sich wahrscheinlich auch der Octopus am Ende des Films...

Fazit: Freunde von Riesenkraken werden an diesem Film so wie so nicht vorbeigehen. Für alle anderen gilt: als Notlösung geeignet.

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