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Startseite - Film - Horror & Mystery - Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens
Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch: Henrik Galeen
Musik: Hans Erdmann
Darsteller: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder, John Gottowt u. a.
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 94 min
D 1922

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

"Kein anderer Regisseur hat den Raum seiner Filme so genau und erfindungsreich organisiert wie Murnau. Schon auf den ersten Blick vermitteln seine Werke den Eindruck, dass die ganze Leinwandfläche bis in die kleinsten Einzelheiten hinein und in jedem Moment belebt ist", lobte der französische Meisterregisseur Eric Rohmer einmal dieses Jahrhundert-Movie. "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" ist der expressionistische deutsche Spielfilm aus dem Jahr 1922. Der Horrorfilm von Friedrich Wilhelm Murnau war eine seinerzeit nicht autorisierte Verfilmung des Romans Dracula von Bram Stoker. Er wurde am 5. März 1922 uraufgeführt: Anfang des 19. Jahrhunderts reist der Makler Hutter nach Transsylvanien, wo er mit dem Grafen Orlok einen Kaufvertrag über ein Haus in seiner Heimatstadt abzuschließen gedenkt. Orlok entpuppt sich jedoch als Vampir, zwingt Hutter unter seine Kontrolle und bricht nach Wisborg auf, um nach der schönen Frau zu sehen, deren Bild er bei Hutter fand. Auch Hutter, der sich befreien konnte, eilt nach Wisborg zurück, wo es zwischen Pesttoten und Rattenheeren zur entscheidenden Auseinandersetzung kommt.
Nosferatu teilt das Schicksal etlicher stummer Klassiker: Er wurde verstümmelt und verschnitten. 1930 erschien unter dem Titel Die zwölfte Stunde. Eine Nacht des Grauens eine nachsynchronisierte Tonfilm-Bearbeitung, in der wesentliche Einstellungen eliminiert, Material und nachgedrehte Szenen hinzugefügt wurden; der offene Schluss wurde verkehrt ins Happy End. Werner Herzogs Nosferatu (1978) ist eine Hommage an Murnau und über weite Strecken, entgegen den anders lautenden Statements des Regisseurs, ein Remake. Nach jahrelanger Arbeit konnte Enno Patalas 1987 eine bis auf 57 Meter vollständige Rekonstruktion vorstellen, in der auch die ursprüngliche Viragierung wiederhergestellt wurde: Die Nachtszenen sind blau getönt, die Innenräume tagsüber braun und nachts gelb; das Morgengrauen aber, vor dem die Vampire sich fürchten, ist rosa eingefärbt. Obwohl Nosferatu explizit auf Dracula basiert, taucht dessen Name nicht auf, da der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau die Rechte an Stokers Buch nicht bekam. Also benannte er den Vampir einfach in "Graf Orlok" um, veränderte die Story leicht und drehte seinen Film ohne Erlaubnis von Bram Stokers Erben. Die Vorstellung, dass Vampire lichtscheu sind, was in allen Vampirgeschichten eine Rolle spielt, geht auf diesen Film zurück. In der Originalvorlage war dies nämlich nicht der Fall. Obwohl Bram Stokers Witwe, Florence Stoker, 1924 vor einem Berliner Gericht die endgültige Vernichtung aller Negative und Positive von Nosferatu gerichtlich erwirkte, konnten einige Kopien auf abenteuerliche Weise gerettet werden, und der Film existiert heute in verschiedenen Versionen.1929 erzwang Florence Stoker schließlich noch einmal die Vernichtung. Mittlerweile waren jedoch Kopien nach Frankreich und Amerika gelangt. 1930 konnte das Hollywood-Studio Universal die Blockade der Stoker-Witwe überwinden. Die ausgeklügelte Bildkomposition und die schauspielerische Leistung Max Schrecks machten Nosferatu zu einem vielbeachteten Klassiker des Horrorfilms und - neben Metropolis und Das Cabinet des Dr. Caligari - zu einem der einflussreichsten deutschen Filme seiner Zeit. Murnau verwendet schon dramaturgische Techniken, die Jahrzehnte später in 2001: Odyssee im Weltraum, Halloween oder Signs verwendet wurden. Jetzt ist dieser filmische Meilenstein auf einer sehr gut nachbearbeiteten DVD im genial designten Steelbook wieder neu zu bestaunen.

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