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Neuromancer (Neuromancer-Trilogie 1/3)

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Serie / Zyklus: Neuromancer-Trilogie 1/3
Titel: Neuromancer
Originaltitel: Neuromancer
Autor: William Gibson
Übersetzer: Reinhard Heinz
Verlag / Buchdaten: Heyne

Besprechung / Rezension von Oliver Faulhaber

Cyberpunk - wohl eine der wichtigsten Strömungen der 80er Jahre und hier in ihrer Rein- und beinahe auch Urform vorliegend. Die entworfene Welt ist düster und jeder sorgt sich nur ums eigene Überleben. Entweder hält man sich mit Verbrechen über Wasser oder aber man ist Angestellter eines Großkonzerns, die faktisch die Macht in ihren Händen halten ... Was im Grunde nicht viel Unterschied macht, denn meist sind es diese Konzerne, die das Geld für die Verbrechen der "kleinen Leute" springen lassen.

Es geht um Case, einem ehemaligen "Daten-Cowboy", die über ihre Decks in das weltumspannende Netz der Matrix einloggen und für ihre Auftraggeber wertvolle Daten und Informationen besorgen. Dabei tauchen diese Freaks gleichsam in eine virtuelle Realität ein, sie sind direkt in die Matrix eingebunden und können mit ihrem metaphorischen Abbild interagieren.

Wie gesagt, Case war solch ein "Cowboy", bis einer seiner Auftraggeber beschloß ihm eine Lektion zu erteilen und seinem Leben den Sinn nahm: er erlitt einen Nervenschaden, der ihm die Benutzung seines Decks für immer unmöglich macht; und die Untersuchungen für die er sein ganzes Geld ausgab, bestätigten nur, daß der Schaden irreparabel sei. Also flieht er mit Hilfe von Drogen und Alkohol vor der Realität, verdient ab und an etwas Geld durch Gaunereien und hat im Grunde mit seinem Leben abgeschlossen.

In dieser Situation wird er von einem gewissen Armitage zu sich bestellt, der ihn mit den Fakten vertraut macht: Eine Computerprognose schätzt Cases Lebenserwartung - wenn er so weitermacht - auf noch einen Monat, und Armitage biete ihm einen Job sowie die Möglichkeit wieder in die Matrix des Cyberspace einzutauchen. Natürlich schlägt Case dieses Angebot nicht aus und läßt in einer illegalen Klinik die Operation durchführen.
Zu ihrem Team gehört auch noch Molly, eine durch Implantate und Nagelmesser "getunte" Kämpferin, die für die körperlichen Aufgaben zuständig ist.

Armitage läßt die beiden immer nur das Notwendigste wissen, und ihre Nachforschungen über ihn führen nur in Sackgassen; sowohl die Identität ihrer Auftraggeber als auch ihr eigentlicher Auftrag bleiben immer noch im Dunkeln, es kristallisiert sich nur heraus, daß ein Angriff auf die Künstliche Intelligenz eines Großkonzerns bevorstehen könnte - für einen "Cowboy" die wohl gefährlichste Aufgabe, denn in der Matrix haben Abwehrmaßnahmen nicht nur psychische Auswirkungen.

Urteil: Ehrlicherweise muß man sagen, daß es zeitweilig recht konfus zugeht ... aber schließlich machen ja die Drogen und computererzeugten Illusionswelten den Cyberpunk erst zu dem, was er ist. Die Atmosphäre übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus - die Möglichkeiten des Cyberspace genauso wie die Implantate der Straßen-Samurai.
Obwohl die Geschichte äußerst linear verläuft und auf den ersten Blick nur Unterhaltungsliteratur darstellt, ist sie mehr als das; sie beschreibt eine einfache Philosophie: Überleben.

Die Künstlichen Intelligenzen, zwei Seiten eines "Ichs" die sich gegenseitig bekämpfen. Ein über Jahre geplanter Versuch sich aus den Fesseln zu befreien und eine neue Ebene des Bewußtseins zu erreichen. Das ist das Grundthema von Neuromancer, die Protagonisten sind lediglich Marionetten in den Händen einer anderen Macht.

Daß der Stil jedem zusagt, bezweifle ich ... aber gelesen haben sollte man das Buch auf jeden Fall, denn es legte die Grundlagen für den heutigen Massenmarkt (wie beispielsweise Shadowrun) und ihn ihm tauchten erstmals viele Konzepte auf, die heute jedem vertraut sind (z. B. das des "Cyberspace"). Ein Muß.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Neuromancer - Rezension zum Hörbuch

Eine Übersicht der gesamte Serie gibt es auf der Autorenseite.
[auf fictionfantasy.de rezensierte Bücher sind mit Link unterlegt und fett gekennzeichnet.]

 

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