Nach "Mittelerde" und zurück: Eine empirisch-qualitative psychologische Studie anhand Jacksons Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Roman

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Reihe: Medienpädagogik, 4. Band
Titel: Nach "Mittelerde" und zurück: Eine empirisch-qualitative psychologische Studie anhand Jacksons Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Roman
Autor: Wolfgang Baßler
Titelbild: Philip Walsdorf
Buch/Verlagsdaten: Lit Verlag (2007); 121 Seiten; 9,90 €; ISBN: 978-3-8258-9986-8

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Der Besuch auf der Buchmesse Frankfurt birgt doch Jahr für Jahr Überraschungen. Vor allem dann, wenn ich bei kleineren Verlagen und solchen Verlagen nachsehe, die nicht Belletristik vertreiben. So kam ich auch an den Stand des Lit Verlages. Professionell-zuvorkommend wurde ich dort angesprochen, obwohl ich nur dumm rumstand und nach Wissenswertem suchte. Die junge Dame, die mich ansprach, gab sich viel Mühe mit mir, und ich fand doch noch etwas, das meine Neugier weckte. Und hier liegt es vor mir.
Der vorliegende vierte Band aus der Reihe Medienpädagogik befasst sich mit der empirisch-qualitativen psychologischen Studie anhand von Peter Jacksons Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Herrn der Ringe. Das hört sich natürlich ein wenig hochtrabend an, kann aber schnell etwas heruntergeschraubt werden. Eines sollte in jedem Fall klar sein. Obwohl ich eine andere Meinung habe als der Autor, ist das Buch nicht schlecht. Im Gegenteil, ich könnte mir gut vorstellen, mit Wolfgang Baßler lange Gespräche zu führen.
Diese Studie kann ich nicht ganz nachvollziehen, da es für mich ein paar Ungereimtheiten gibt. Zum einen ist nicht klar, wer die Interviews führte, wahrscheinlich die Studenten. Zum anderen ist nicht klar, wie die Altersstruktur der Probanden (welch blöder Ausdruck für Kinobesucher), aussieht.
[Proband: 1) Genealogie: Person, für die eine Ahnentafel erstellt werden soll. 2) Jemand der in eine Anstalt untergebracht und beobachtet werden soll. 3) Psychologie: Versuchsperson, Testperson, also jemand der geprüft, untersucht werden soll. (Nach: Bertelsmann, Wörterbuch der deutschen Sprache)]
Es ist schon traurig, dass ein Akademiker nicht in der Lage ist, die deutsche Sprache anzuwenden. Alles, was auf Proband zutrifft, trifft nicht auf die Kinobesucher zu, die befragt wurden. Wobei manchmal zitiert wird, ohne dass der Kinobesucher als Proband bezeichnet wird, dann wieder mit der Bezeichnung Proband. Diese unterschiedliche Handhabung verunsichert mich als Leser. Des Weiteren ist auch unklar, wie alt die Befragten sind. Nach dem wortwörtlichen Abdruck von Interviews gehe ich von einer Befragung von Zielpersonen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren aus, eher noch bis 15. Damit grenzt sich die Studie selbst ein und der Begriff empirisch-qualitativ muss auch gestrichen werden.
Worum geht es aber genau? Der einfachste gemeinsame Nenner lautet sicherlich: Wie hat dir der Film gefallen? Was ist besonders bemerkenswert? Ich selbst bin nicht der Meinung, dass diese Studie irgend etwas aussagt. Was hier an Informationen zusammengetragen wurde und letztlich als Schlussaussage genannt wird, lässt sich auf jeden beliebigen erfolgreichen Film übertragen. Das können durchaus die Filme Fluch der Karibik 1 - 3 mit Johnny Depp sein oder auch der Zeichentrickfilm König der Löwen. In jedem dieser Filme kann man die Fragestellung zu dieser Studie unterbringen. Damit ist für mich das Ziel dieser Studie unklar. Was will Wolfgang Baßler erreichen? Ich weiß es nicht. Aber an dieser Stelle überlasse ich es euch gern, das Buch zu lesen und mir zu schreiben, was ihr davon haltet. Ich persönlich halte es für diskussionswürdig.

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