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Moréa

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Serie: Moréa
Titel: Morea
Originaltitel: Morea (2000 - 2007)
Text: Christophe Arleston (1-5), Dominique Latil (3-5)
Artwork: Thierry Labrosse
Farben: Didier Arpin (1-3), Thierry Labrosse (4), Christian Goussale (5)
Übersetzer: Tanja Krämling
Lettering: Delia Wüllner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 48 Seiten
Verlag: Splitter Verlag (2007 - 2008)

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Im Jahr 2082 ist Kuba zum Nabel der Welt geworden. Die Fäden aller großen Weltkonzerne kreuzen sich dort und an der Spitze steht DWC. Dort arbeitet die junge Moréa Doloniac, weit entfernte Verwandte des Firmenpatriachen. Dann jedoch setzen Feinde einen gnadenlose Plan in die Tat um und beginnen damit, sämtliche Mitglieder der Familie auszulöschen. Das schließt leider Moréa mit ein: Sie wird von einem Mörder niedergestreckt. Im Todeskampf allerdings hat sie eine Vision und erfährt von einem Äonen währenden Kampf zwischen den „Drachen“ und den „Engeln“. Moréa hat die Möglichkeit, die Zukunft zum Guten zu wenden, doch ihre Gegner streben nach Macht und Unterdrückung. Kurioserweise sind es nicht die Engel, die der Menschheit Wohlstand und Frieden bringen wollen. So ist klar, dass Moréa ein Drache ist, und als solche ist sie unsterblich. Erschrocken wacht sie im Krankenhaus auf und stellt fest, dass sie nun die Alleinerbin eines der größten Wirtschaftsimperien der Erde ist. Doch die Firma zu leiten ist schwierig, zumal die drei Geschäftsführer hinter der unterwürfigen Fassade ihre eigene Pläne verfolgen. Moréa kann ihnen nicht trauen. Doch zum Glück taucht der Ritter Terkio auf und rettet Moréa vor einem erneuten Mordanschlag. Er macht ihr unmissverständlich klar, dass das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit ein Geheimnis bleiben muss, wenn sie nicht im Versuchlabor enden möchte. Zusammen mit ihm versucht sie ihre Feinde zu enttarnen, bevor es ihnen doch noch gelingt, ihr Leben zu beenden. Die ganze Tragweite der Intrige ahnt sie jedoch noch nicht.

Neue Ideen sind selten und natürlich kommen einem bei der Inhaltsbeschreibung sofort Gedanken an den Highlander. Tatsächlich aber ist dies kein dominierendes Thema der Geschichte, sondern der wirtschaftliche und politische Machtkampf in einer weit entfernten Zukunft. Die Sache mit den Engeln gewinnt in Band 2 und 3 an Wichtigkeit, ist aber auch nur eine Facette der Geschichte, die im ersten Band wirklich meisterhaft und mit interessanten Wendungen erzählt wird. Die fünf Bände umfassende Reihe zerfällt in einen Band, der so etwas wie einen Prolog darstellt, und dann in jeweils zwei Doppelbände. Allerdings lässt die Qualität ab dem vierten Band nach und die Geschichte wird etwas wirr und an den Haaren herbeigezogen. Hinzu kommt, dass Texter und Zeichner ab Band vier verstärkt auf billige Splatter-Effekte setzen. Ich gehöre einfach nicht zu den Menschen, die sehen müssen, wie Menschen eine Kettensäge in den Bauch gerammt bekommen. Gewalt sollte nicht für sich stehen, sondern Teil der Geschichte sein. Aber es gibt sicherlich Leser, die sich gerade davon angesprochen fühlen.

Zeichner Thierry Labrosse hat eine solche Effekthascherei eigentlich nicht nötig, denn sein Artwork ist sehr fein, immer korrekt und bildgewaltig. Ganz ohne Zweifel ist er ein Meister seines Fachs und es gelingt ihm, seine Figuren immer stimmig aufs Blatt zu bringen. Moréa ist natürlich der Traum eines jeden Teenagers, aber Texter Christophe Arleston versäumt es nicht, ihr einen vielschichtigen, streitbaren Charakter zu geben. All diese Zutaten machen die ersten drei Bände zu echten Highlights, doch dann lässt die Reihe ihn jeder Hinsicht nach. Eigentlich müssten durch den Co-Texter Dominique Latil, der ab Band 3 die Serie mitgestaltete, neue Ideen in die Serie fließen, aber eher das Gegenteil ist der Fall. Gleiches gilt für den Weggang des Kolorierers Didier Aprin nach dem dritten Band. Zunächst macht dies Labrosse im Alleingang und hält annähernd das Niveau seines Vorgängers, aber der Schmierfink, der den letzten Band färbte, hätte nicht sein müssen. Der Leser denkt sich ständig: „Ja, ich weiß, du kannst mit einem Computerprogramm einfärben.“ Tatsächlich sind aber nicht dies die Meister, die überall meinen, mit angeberischer Plastizität glänzen zu müssen, sondern jene, die Ahnung von Malerei und Farben haben; die Wissen haben, was Gegenfarben und Kontraste und Schatten sind. Eben Leute wie Aprin, der die ersten drei Bände so wunderbar koloriert hatte. Eigentlich ist dies ein undankbarer Job, denn man nimmt als Leser so viel als gegeben hin, ohne anzuerkennen, dass dies bei weitem nicht so einfach ist, wie man glaubt.

Abschließend kann man sagen, dass dies durchaus eine lesenswerte Reihe ist, man aber die Bände 4 und 5 nicht zu lesen braucht. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, als ob sich Zeichner und Texter am Ende nicht mehr grün waren, alles schnell zu einem Ende bringen wollten und so der Reihe ein recht schwaches Ende gaben - sowohl inhaltlich als auch graphisch. Wirklich schade nach dem großartigen Beginn.
7 von 10 Punkten.

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