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Messias Maschine

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Titel: Messias Maschine
Original: The Holy Machine
Autor: Chris Becket
Übersetzer: Jakob Schmid
Buch/Verlagsdaten: Knaur, Juli2012, 332 Seiten broschierte Ausgabe, ISBN: 3426511193

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Die Messiasmaschine ist ein spannender Roman, der zum Nachdenken anregt. Es ist eine extreme soziale Schichtung vorhanden. Auf der einen Seite stehen die Gläubigen, die an ein höheres Wesen, einen Gott glauben. Auf der anderen Seite stehen die Gläubigen, die aber an die Maschinen und die Schaffenskraft des Menschen glauben. Inzwischen gilt jegliche Wissenschaft gilt als Ketzerei und Blasphemie. Wissenschaftler werden verfolgt und getötet und die Überlebenden fliehen in den Stadtstaat Illyria. In der Welt solcher Extreme gelingt es schnell, Konflikte heraufzubeschwören. Schnell gibt es Polarisierungen und manch einer findet sich in Illyrien wieder. Illyrien ist eine Stadt, in der die Menschen Zuflucht finden, die sich der Wissenschaft verschrieben haben. Dort leben sie zwischen und mit Maschinen, entwickeln diese weiter und erfinden die robotischen Syntecs, die den Menschen so sehr ähneln, dass man sie kaum von ihren Erfindern unterscheiden kann. Die Syntecs sollen langsam aber sicher in immer mehr Fabriken eingesetzt werden und die Arbeiter die von draussen in die Stadt strömen, ersetzen. Diese Gastarbeiter erwachsen sich zu einem Problem. Sie wollen in der Stadt tatsächlich ihre Religion frei ausleben. Um dieses Ziel zu erreichen, demonstrieren sie und bilden aufständische Untergrundorganisationen. In dieser Welt mit den sozialen Unruhen leben George mit seiner technikabhängigen Mutter Ruth und Lucy. George ist ein normaler Mensch, der mit seiner Fähigkeit, acht Sprachen zu beherrschen, als Dolmetscher arbeitet. Allerdings ist er ein wenig schüchtern und sucht von sich keinen Kontakt zu anderen Menschen. In einer Fernsehwerbung sieht George den menschlichen wirkenden Syntec-Roboter Lucy. Lucy die den Beruf einer Prostituierten ausübt fasziniert George. Er beschliesst Lucy aufzusuchen und verliebt sich in die menschlich aussehende Syntec. Die neuen Syntec sind in der Lage zu lernen und alles erlernte in ihren eigenen Speichern abzulegen und bei Bedarf abzurufen. Lucy nutzt den ungewollten Nebeneffekt, sich wie ein Mensch zu benehmen und entwickelt ein eigenes Bewusstsein. Den Herstellern gefällt dieser Effekt gar nicht und die Regierung des Stadtstaates beschliesst, alle sechs Monate die Speicher zu löschen. Damit ist George gar nicht einverstanden. Die beiden fliehen.
Das technisch fortschrittliche Illyria steht im Mittelpunkt der Science Fiction Geschichte, die gleichzeitig eine Sozial Fiction Geschichte darstellt. Religion und Fanatismus, Technikgläubigkeit und Wissenschaft halten sich die Waage. Der Spannung gehorchend schlägt die Waage in beide Richtungen ungleichmässig aus.

Es ist ein beängstigender Entwurf der Lage, zu sehen, wie sich die Welt wandelt, wenn überall religiöse Fanatiker an die Macht kämen. Das fortschrittliche Illyria und die umgebende Welt nehmen sich nicht viel, denn sie verfolgen und unterdrücken anders denkende Menschen. Wie eingangs erwähnt, das Buch stimmt nachdenklich und zeigt eindrucksvoll auf, wie die Mechanismen Unterdrückung und Regelgläubigkeit funktionieren. Die Charaktere in dem spannenden Buch sind anschaulich beschrieben und als Leser kann man sich George und Lucy und ihre sozialen Probleme gut vorstellen. Die Spannung baut sich langsam auf und ist während der ganzen Zeit vorhanden. Kleinere Spannungsabfälle sind gewollt, um den Leser seine Ruhe zurückzugeben. Der Autor versteht es, über das ganze Buch hinweg die Spannung zu halten. Erst fast am Ende erfährt man, was es mit der titelgebenden Messias-Maschine auf sich hat. Ein wunderbares Buch, dass mir als Leser sehr gut gefallen hat, vor allem weil es einige unterschiedliche Betrachtungsweisen vereint.

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