Mercy Thompson: Heimkehr

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Titel: Mercy Thompson: Heimkehr
Originaltitel: Mercy Thompson: Homecoming
Autor: Patricia Briggs & David Lawrence
Artwork: FrancisTsai & Amelia Woo
Übersetzer: Sandra Kentopf
Lettering: Michael Beck
Ausstattung: SC mir Faltcover, 112 Seiten
Verlag: PaniniComics (2010), ISBN: 978-386607-867-5

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen von Frank Drehmel auf fictionfantasy findet man hier)

Urban-Fantasy ist nicht erst seit Harry Potter, jener kindgerechten Spielart dieses Sub-Genres der Fantasy, am Markt erfolgreich. Seit vielen Jahren diablerieren und kämpfen sich beispielsweise Horden von Rollen-Spielern durch die „Welt der Dunkelheit“, eine Welt, in der Werwölfe, Vampire, aber auch Wechselbälger, Mumien, Dämonen sowie deren Jäger in einer düsteren Variante unserer eigenen Wirklichkeit in stetem, tödlichem Wettstreit um Macht ihre Fähigkeiten und Kräfte miteinander messen. Und nicht nur in der Nerd-Szene finden Cross-Over von Blutsaugern, Wölfen und allerlei metaphysischem Kroppzeug Beachtung; spätestens seit den actionorientierten „Underworld“-Filmen ist das Thema einem breiten Publikum vertraut. Partria Briggs „Mercy Thompson“-Comic nun, das im Universum der gleichnamigen Roman-Reihe (dt. bei Heyne) angesiedelt ist, spielt ebenfalls in einer dunklen Welt, in der Vampire, Wer-Kreaturen und Feen mehr oder weniger unerkannt unter den Menschen leben und ihre Händel miteinander austragen.

Mercy Thompson ist eine sogenannte Walkerin, ein Wesen, das sich bewusst in ein Tier – in ihrem Fall: einen Kojoten - verwandeln kann.
Die Suche nach einer Anstellung als Lehrerin verschlägt die junge Frau nach Tri-Cities. Schon die Anreise in das kleine Kaff steht unter keinem guten Stern: Mercy wird von einem Rudel Werwölfe überfallen und überlebt nur, weil sich dem ersten Rudel ein zweites entgegenwirft.
Einen Tag später erledigt sich auch noch die Sache mit dem ruhigen Lehrerinnen-Job, da während des Vorstellungsgesprächs das Temperament mit der Frau durchgeht. Stattdessen findet sie sich in der Auto-Werkstatt Siebold Adalbertsmitters wieder, um ihren beim Überfall beschädigten Wagen reparieren zu lassen. Dort wird sie Zeuge, wie ein Vampir den kleinen Sohn des Besitzers bedroht. Kurz bevor der Kampf mit dem Blutsauger eskaliert, greift ein zweiter Vampir – Stefan Ucello – ein und entschuldigt sich für das rüde Verhalten seines Blutsbruders.
Es ist nur noch ein Frage der Zeit, bis Mercy erfährt, dass sie in einen Ort gekommen ist, in dem zwei rivalisierende Wolfsrudel – die um ein friedliches Zusammenleben mit den Menschen bemühten Anhänger Adam Hauptmanns und die mörderischen Gefolgsleute des rücksichtslosen Orson Park - um die Vorherrschaft streiten.
Statt jedoch Tri-Cities zu verlassen - wie ihr es beide Parteien nahelegen -, beschließt die toughe junge Frau, als Mechanikerin bei Adalbersmitter einzusteigen, wohlwissend, dass sie als Wer-Kojotin den Werwölfen körperlich unterlegen ist und dass noch weitere Fraktionen wie Vampire und Feen in dem blutigen Kampf mitmischen.

Da die Veröffentlichung auf Romanen basierender Comics seitens des Panini-Verlags im letzten Jahr mit Ausnahme des grandiosen „Locke & Key“-Sammelbandes wenig Erfreuliches ans Licht gebracht hat, Vampire und Werwölfe für mich seit Meyers „Twilight“-Romanen kaum mehr als „schwuchtelige“ Emos sind und zudem die eigentliche Geschichte dieses Albums mit dem Abtörner schlechthin – einem Brett Booth Variant Cover – beginnt, war ich zunächst in Bezug auf die Güte dieses Sammelbandes wenig optimistisch.
Auch wenn die straighte, schnörkellose Geschichte unterm Strich tatsächlich vorhersehbar und nicht sonderlich originell ist, hinlänglich bekannte „Dark Fantasy“-Versatzstücke die Handlungen bestimmen und die Charaktere in ihrer Psychologie simpel gestrickt sind, bietet „Heimkehr“ nicht zuletzt wegen des dynamischen, kraftvoll kolorierten, stylishen Artworks erfreulich stimmige Popcorn-Unterhaltung. Zudem wirken die Figuren trotz ihrer Stereotypie bzw. Plattheit überraschend cool und markant, sodass der Mangel an Sein durch den Schein teilweise kompensiert wird.

Fazit: straighte, ziemlich cool visualisierte „Dark Urban Fantasy“, die zwar nicht vor Originalität strotzt, aber dennoch akzeptable Popcorn-Unterhaltung bietet.

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