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Aktenzeichen: Illegal / Operation Sonnenfracht (Mark-Brandis-Hörbücher, Folgen 15 und 16)

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Reihe: Mark Brandis, Folgen 15 und 16
Autor: Nikolai von Michalewsky
Musik: Joachim-C. Redeker
Folge 15:
Titel: Aktenzeichen: Illegal
Sprecher: Michael Lott, Gerhart Hinze, VeraTeltz, Christian Senger, Wolf Frass, Dorothea Anna Hagena u. a.
Verlagsdaten: Folgenreich (01.07.2011); 1 CD = 63 Minuten; 6,49 €; LC12520
Folge 16:
Titel: Operation Sonnenfracht
Sprecher: David Nathan, Michael Lott, Martin Wehrmann, Martin Keßler, Claudia Urbschat-Mühlenhof u. a.
Verlagsdaten: Folgenreich (01.07.2011); 1 CD = 68 Minuten; 6,49 €; LC12520

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Nikolai von Michalewsky (1931 - 2000) schrieb unter dem Pseudonym Mark Brandis eine der erfolgreichsten Science-Fiction-Serien der 1970er und 1980er Jahre, über den Titelhelden gleichen Namens. In siebzehn Jahren veröffentlichte er einunddreißig Romane, die in einer Art Rückblick-Perspektive geschrieben wurden. Heute bringt der Ernst Wurdack Verlag die Bücher heraus und parallel dazu auch die Hörbuchversionen.

Pilot Grischa Romen aus Mark Brandis’ Crew ist verliebt. Kann es etwas Schöneres geben, als wenn sich zwei Herzen im Gleichklang finden? Natürlich nicht. Wenn es sich bei der Angebeteten aber um die Astrophysikerin Ko Ai von der VOR-Delegation handelt, dem politischen Gegner? Natürlich nicht. Normalerweise ist das kein Problem. Die Verträge zwischen den beiden Machtblöcken EAAU und VOR erlauben solche Ehen. Im Prinzip ist ein solches Vorgehen nur eine reine Formsache. Auf der Verlobungsfeier kommt es jedoch zu einem Skandal. Beim Suchen nach ihrer Geburtsurkunde im Pekinger Zentralregister stellt sich heraus, dass Ko Ai das dritte Kind eines Verwaltungsbeamten ist, welcher sie mittels falscher Papiere quasi legalisiert hat. Da in diesem Machtblock nur die Zwei-Kind-Ehe gilt, werden "überschüssige" Kinder getötet. Die VOR verlangt unnachgiebig die Auslieferung Ko Ais. Die Ausländerbehörde der EAAU lehnt das Asylgesuch ab.

Beim Tag der offenen Tür der VEGA (Venus-Erde-Gesellschaft) in San Francisco wird die Stadt von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht. Das ist in Kalifornien nicht selten, auf der ganzen Welt erst recht nicht. Und dass das Hörspiel inzwischen von der Wirklichkeit eingeholt wurde, ist eher Zufall. Wissenschaftler der Erde haben noch weit schlimmere Beben vorausgesagt, sie rechnen fast täglich mit weiteren Katastrophen. Erst nach der Katastrophe ist die Politik bereit, ihnen zuzuhören. Jedoch sind die Politiker nicht sehr erfreut darüber, was die Wissenschaftler zu verkünden haben. Das gilt vor allem für den erloschenen Vulkan Kilimandscharo. Hier entsorgte Amerika einige Milliarden Liter radioaktiven Abfalls. Damals hat man den gesamten Nuklear-Müll in einem natürlichen Kavernensystem untergebracht. Es droht der Austritt der radioaktiven Brühe durch tektonische Beben. Die Gefahr geht sogar noch soweit, dass erneute vulkanische Aktivitäten des Kilimandscharo zu befürchten sind. Ein schnell geschaffener Rettungsplan sieht vor, die Kavernen anzuzapfen und die gefährlichen Inhaltsstoffe in alte Raumschiffe zu pumpen. Diese sollen unbemannt in die Sonne geschossen werden.

Die Erzählungen - in diesem Fall Hörspiele - besitzen einen durchaus erschreckenden Hang zur Wirklichkeit. Die beiden Hörspiele hängen nicht direkt zusammen, greifen Themen auf, die der damaligen Zeit geschuldet waren und der heutigen Zeit in nichts nachstehen. Die beiden CDs, wie auch die Romanvorlagen, sind sicherlich gute Beispiele für die Reihe. Vorher gab es schon schwächere Werke, die mit einigen Logikfehlern daherkamen. Doch bei meinem heutigen Retro-Fimmel übersehe ich gern so etwas.
Nikolai von Michalewsky schuf Romane, der in all den Jahrzehnten nichts von ihrer Eindringlichkeit und Überzeugungskraft verloren haben. Balthasar von Weymarn und Joachim-C. Redeker von der Interplanar Produktion legten zwei neue, gute, einfühlsame Produktionen vor, die weder das Flair der Vergangenheit verloren noch die Aktualität außen vor lassen.