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Man Plus
Buch - Science Fiction (B)

Serie / Zyklus: ~
Titel: Der Plus-MenschakaMensch+
Originaltitel: Man Plus (1976)
Autor: Frederik Pohl
Übersetzung: ~
Verlag / Buchdaten: Gollancz, 215 S.

Besprechung / Rezension von RealS

Inhalt: Roger Torraway ist Astronaut. Er war bereits mehrfach im All, ist entsprechend berühmt und jetzt Teil des Marsprojekts. Allerdings ein unbedeutender, da er nur als Ersatzmann fungiert. Genauer gesagt als Ersatzmann Nr. 3.

Ziel des Marsprojektes ist es, einen Menschen operativ so zu verändern, dass er dauerhaft auf dem Mars überleben und arbeiten kann. Dabei werden in unzähligen schmerzhaften Operationen so tiefgreifende Modifikationen vorgenommen, dass der Kandidat am Ende kaum mehr menschlich aussieht und auch nur noch zu einem geringen Anteil aus menschlichen Zellen besteht. Unter den Mitarbeitern des Projekts heißt der Kandidat daher nur "das Monster".
Das Projekt entspricht einer harten Notwendigkeit: Politische Spannungen, ausufernde Kriminalität und Naturkatastrophen machen die Erde zu einem immer gefährlicheren Lebensraum. Computerberechnungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Weltkrieg auf der Erde unaufhaltsam steigt. Die einzige Chance für das Überleben der Menschheit ist, in der ihr noch verbleibenden Zeit den Mars zu besiedeln.

Als der aktuelle Kandidat überraschend stirbt, wird Torraway aufgrund einer Kette von Zufällen von einem Moment auf den anderen der neue Mars-Kandidat - und dadurch zum neuen Monster... Emotional völlig unvorbereitet, muss er sich einer risikoreichen Operation nach der anderen unterziehen. Seine Frau weigert sich, ihn zu besuchen oder auch nur zu kontaktieren. Der amerikanische Präsident persönlich übt Druck auf das ganze Projekt aus, auch, weil er um seine Umfragewerte fürchtet.

Torraway verliert nach und nach seine Menschlichkeit, und es besteht die Gefahr, dass er dabei auch seinen Verstand verliert...

Bewertung: Man Plus beschreibt die Umwandlung eines Menschen in etwas anderes. Dieses andere verfügt über Fähigkeiten, die kein Mensch besitzt, doch wird Torraway durch seine Operationen weniger zu einem bewunderten "Übermenschen", denn zu einem Außenseiter, von dem dennoch die ganze Zukunft der Menschheit abhängt. Pohl hat sich auf der einen Seite nachvollziehbar überlegt, wie die Wissenschaft einen Menschen an einen fremden Planeten anpassen könnte (anstatt dass wie so oft der Planet an den Menschen angepasst wird). Auf der anderen Seite widmet er sich aber auch den dadurch entstehenden psychologischen Problemen. Beides ist interessant und spannend beschrieben, sodass es sich nicht negativ bemerkbar macht, dass der Roman nicht auf dem Mars spielt, sondern in Torroways "Krankenzimmer". Pohl schafft es, immer wieder Ereignisse einzuflechten, die verhindern, dass der Roman zu glatt verläuft und sich wie eine Krankengeschichte liest. Dass neben Torroway die anderen Charaktere nicht genug Raum haben, um sich richtig zu entfalten, und dass sie dadurch manchmal etwas unverständlich handeln, stört da auch nicht weiter.

Fazit: Der Roman ist weniger eine Geschichte über die großartigen Möglichkeiten der Wissenschaft, aus einem Man einen Man Plus zu machen, als eine Geschichte über die Gefühle dieses Mannes, der nur mäßig freiwillig für die Menschheit ein Opfer bringt, dessen Auswirkungen keiner absehen kann. Und diese Geschichte ist einfach stimmig und gut zu lesen. Der Roman war Gewinner des Nebula-Award 1976. Nettes Plus dieser Ausgabe: Wie schon das Cover zu Mathesons I am Legend aus der gleichen Reihe ist auch das Cover zu Man Plus kein 08/15-Cover von der Sci-Fi-Stange, sondern eins, das der Zeichner ersichtlich extra für diesen Roman erstellt hat.

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