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LAQUA - Der Fluch der schwarzen Gondel

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Titel: LAQUA - Der Fluch der schwarzen Gondel
Autor: Nina Blazon
Buch/Verlagsdaten: cbj, August 2012, 384 Seiten gebundene Ausgabe, ISBN-13: 978-3570154755

Eine Rezension von Doreen Below
(weitere Rezensionen von Doreen Below auf fictionfantasy finden sie hier oder auf ihrem Blog "Bücherraschung")

Kurzbeschreibung:
Der Dunkle Doge erwacht. Ein gruseliger, zugiger alter Palazzo, Dauerregen und eine grantige Urgroßmutter. Na großartig! Kristina und Jan sind zunächst nicht gerade begeistert, dass sie die Ferien in Venedig verbringen sollen. Dass sich des Nachts seltsame Schemen aus der Lagune erheben und katzengleich die Wände der Häuser hinaufgleiten, macht die Sache für die beiden Geschwister auch nicht besser. Als dann auch noch ihre Großkusine Sara verschwindet und sie sich auf die Spur des gruseligen Dogen begeben müssen, beginnt für die Kinder in den Gassen Venedigs ein fantastisches Abenteuer, das seinesgleichen sucht.

Zitat:

Zwei Stufen auf einmal nehmend, rannte Sara direkt zu dem Zimmer unter dem Dach, in dem Kristina und Jan schlafen sollten. Als Kristina ihre Tante endlich eingeholt hatte, riss Sara gerade die Tür auf. Eisiger Wind fegte ihnen entgegen. Kristina zitterte immer noch vor Schreck, und jetzt, als sie in das Zimmer blickte, rutschte ihr das Herz in die Hose.  (aus Seite 22)

Meine Meinung:
Wenn es um phantastische Literatur geht, ist die deutsche Autorin Nina Blazon immer ein guter Tipp! Nach Erfolgsromanen wie "Faunblut", "Ascheherz" und "Zweilicht", die eher auf jugendliche Leser & junge Erwachsene zugeschnitten sind, bietet "LAQUA - Der Fluch der schwarzen Gondel" nun ein spannendes wie schaurig schönes Fantasy-Abenteuer für die (ganze) Familie. Sich gemeinsam mit Kristina und ihrem Bruder Jan in die verregneten Gassen von Venedig und deren dunkle Geheimnisse zu begeben, ist ein atmosphärisches Erlebnis mit viel Spaß, Spannung & Überraschung.
Man kann schon Mitleid haben mit der 11-jährigen Kristina, aus deren Perspektive die Geschichte (in der 3. Person) überwiegend erzählt wird, und ihrem jüngeren Bruder Jan. Gemeinsam mit Tante Sara müssen sie die Weihnachtsferien im dauerverregneten Venedig verbringen. Eigentlich kein Drama! Wäre da nicht die strenge wie knurrige Großmutter, die auf den kinderreichen Besuch gerne verzichtet hätte. Aber warum? Liegt es vielleicht an den mysteriösen Ereignissen, die sich bald im altertümlichen Hotel abzeichnen und die abenteuerlustigen Geschwister schließlich auf Trab halten? Eines ist rasch gewiss: der Hausdrache verschweigt etwas!
Was unterdessen auffällt: die Kurzbeschreibung des Verlages ist nicht ganz stimmig. Die junge wie äußerst sympathische Großtante Sara (ist das gleich die Großkusine?) verschwindet nämlich gar nicht. Trotzdessen nimmt sie keinen unwichtigen Stellenwert in der Handlung ein, wie sich bald herausstellen wird. Da kommt dann DER DUNKLE ins Spiel, aus dessen Sichtwinkel der Prolog geschildert wird und der immer wieder mal kurz zu Wort kommt - mit einem wohl dosierten Informationsgehalt. Das schürt die Spannung und man möchte stets wissen, wer sich verbirgt hinter dem gruseligen Mann in der nebelumwabernden Gondel, die nicht ganz in diese Zeit zu passen scheint. Welches Interesse hat er nur an dem baufälligen Hotel und wie passt Tante Sara in seinen nach rachedürstenden Plan? 

Gegen chronische Neugierde hilft schließlich nur eines: eilig die Seiten umblättern! Was wiederum kein Problem ist, da LAQUA perfekt auf die junge Zielgruppe (10 bis 12 Jahre) zugeschnitten ist und sich somit flüssig, locker und flott schmökern lässt. Eine schaurige Atmosphäre und die zum Teil witzigen/erfrischenden Dialoge zwischen den Geschwistern tun indes ihr übriges. Man sieht förmlich vor seinem geistigen Auge wie Jan & Kristina jagd auf einen Geisterjungen machen, unterdessen auf ein verstecktes Zimmer stoßen und die Gassen Venenig´s erkundenswerte Geheimnisse offenbaren. Man fiebert förmlich mit, wenn Kristina mutig versucht ihren Bruder vor Gefahren zu beschützen oder Jan eine zündende Idee kommt. Mit anderen Worten: wieder einmal brilliert Blazon mit einer bildreichen wie lebendigen Sprache.
In der Zwischenzeit lernt man liebenswerte Charaktere kennen wie beispielsweise den fürsorglichen Luca und seine kleine, freche Cousine Pippa, denen man des Öfteren über den Weg läuft ... und auch Tante Sara frischt alte Bekanntschaften auf. Somit sorgen Themen wie Freundschaft, Liebe, Mut, Vertrauen & Familienzusammenhalt für eine ausgewogene Rahmenhandlung. Über die Haupt- wie Nebencharaktere erfährt man zwar oftmals nur das, was man wissen muss. Das genügt jedoch um sich ein gutes Bild zu verschaffen und das Kopfkino anzukurbeln. Was mir jedoch hin & wieder durch den Kopf ging: die jungen Charaktere, vor allem Kristina, Jan und Luca erscheinen für ihr Alter sehr reif in ihren Handlungen. Mit zunehmender Seitenzahl bieten die familiären Hintergründe diesbezüglich aber einen nachvollziehbaren Blickwinkel.
Auf den circa 380 Seiten wird es nie langweilig! Die ideenreiche Autorin wartet stets mit überraschenden Wendungen, neuartigen Phantastikelemente und faszinierenden Enthüllungen auf. So geht der eigentliche Fluch viel tiefer als gedacht und eine tragische Begebenheit aus früheren Tagen schimmert immer wieder durch - die fantasievolle Geschichte in der Geschichte verzaubert gleichermaßen. AUFREGEND! Am Ende ergeben die einzelnen, geschickt eingestreuten Puzzleteile dann auch einen bedeutungsvollen wie tieferen Sinn und man hat sogar das Gefühl etwas dazu gelernt zu haben. Was will mehr?

Kurz gesagt:
"LAQUA - Der Fluch der schwarzen Gondel" bietet nicht nur ein spannendes Fantasy-Abenteuer für die kleinen Leseratten unter uns. Auch ältere Semester dürfen sich verzaubern lassen von Nina Blazon´s fantasievoller Geschichte um zwei neugierige/liebenswerte Geschwister und einen unheilbringenden Fluch - geschickt eingebettet in die geheimnisvolle & atmosphärische Kullisse Venedigs. Schaurig, schön und packend erzählt!

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