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Phantast
| Krieg der Welten |
| Film - Science Fiction (F) | |||||
Als 1898 der Roman War of the Worlds des englischen Schriftstellers Herbert George Wells zunächst in England erschien, konnte niemand ahnen, dass hiermit der Grundstein zu einem Medienphänomen gelegt worden war. Wells berühmtestes Werk ist das vielleicht einflussreichste Science-Fiction-Buch aller Zeiten und beeinflusste nicht nur unzählige (meist dümmliche) Filme und Bücher, sondern wurde zudem höchst erfolgreich 1953 verfilmt, avancierte 1938 durch Wells Fast-Namensvetter Orson Welles zum bekanntesten Hörspiel überhaupt, wurde von Jeff Wayne Ende der 1970er Jahre zu einem Musical adaptiert und selbst Computerspiele basieren auf War of the Worlds Während sich der Rock-Musiker Jeff Wayne sehr eng an das Original hielt, waren alle anderen Adaptionen entweder sehr freie Adaptionen oder entfernten sich völlig davon. Zum Inhalt: Der Dock-Arbeiter Ray Ferrier (Tom Cruise) bekommt übers Wochenende von seiner Ex-Frau Mary ihre beiden Kinder Robbie (Justin Chatwin) und Rachel (Dakota Fanning).aufs Auge gedrückt. Ray kommt seinen Vaterpflichten nur widerwillig nach, da er weder für Robbie, der ihn hasst, noch für Rachel besonders herzliche Gefühle empfindet. Die breite Front der Ablehnung von Krieg der Welten , die sich in vernichtenden, mitunter völlig unsachlichen Kritiken widerspiegelt, müssen sich die Produzenten des Films teilweise auf die eigene Fahne schreiben: Mit ihrem Maulkorberlass für Filmrezensenten zogen sie sich (berechtigerweise!) den Ärger der Medien zu. Die Quittung für dieses absurde Verhalten findet sich zuhauf in den Kritiken. Die - inzwischen natürlich obsolete - Frage muss folglich lauten, ob Spielbergs neuestes Epos unter "normalen" Umständen freundlicher aufgenommen worden wäre. Der größte Pluspunkt des Films ist die gewählte Perspektive: Mit einer kurzen Ausnahme wird der gesamte (!) Plot aus der Sicht von Ray Ferrier erzählt. Nur was er sieht, sieht auch der Zuschauer; nur die Informationen die er erhält, werden auch an den Zuschauer weitergeleitet. Dadurch, und nur dadurch!, gewinnt Krieg der Welten an einer Intensität, die ich bislang in noch keinem anderen Invasionsfilm erlebt habe. Wenngleich es einige genretypische Zugeständnisse wie äußerst unwahrscheinliche Zufälle sowie kleinere Logikfehler gibt, wirkt der Film in einem hohen Maße "realistisch". Die sparsam eingesetzten Tripod-Szenen sind perfekt animiert, dramaturgisch extrem effektiv und deshalb ungleich spannender als die üblichen Action-"Overkills". Dem Touch des Films kommt auch die Farbgebung zugute: Dunkle Töne und Schatten dominieren und versprühen wenig Optimismus, der in diesem ernsthaften Drama fehl am Platze wäre. Genau so vergeblich sucht man die üblichen eindimensionalen Heldenfiguren ohne Makel: Ray Ferrier wirkt reichlich unsympathisch und verhält sich seinen Kindern gegenüber anfangs gleichgültig und egoistisch. Im Laufe des Films wächst zwar die Bindung zu Rachel und Robbie, aber diese erscheint dennoch wie ein Selbstzweck, weil es nun mal seine Kinder sind und ein Vater sie zu beschützen hat. Nicht unerwähnt darf des weiteren eine moralisch höchst fragwürdige Tat Rays bleiben. Wer den Roman von Wells sowie die Erstverfilmung aus 1953 kennt, wird von den vielen Reminiszenzen angenehm überrascht sein. Fazit: Krieg der Welten entpuppt sich als sensationell überzeugender Invasions-Film, der von Beginn bis Ende fesselt, so man - wie erwähnt - nicht die Erwartung eines hirnlosen Action-Spektakels hegt und sich an einer dramaturgisch sauberen "So könnte es wirklich sein!"-Darstellung erfreuen kann. Kommentare (1)
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