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Das Königshaus der Monster

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Reihe: ~
Titel: Das Königshaus der Monster
Originaltitel: Domino Men (2008)
Autor: Jonathan Barnes
Übersetzung: Biggy Winter
Titelbild: Christophe Madura
Zeichnung: Oliver Wetter
Buch/Verlagsdaten: Piper Verlag (04/2009); 391 Seiten; 19,95 €; ISBN: 978-3-492-40176-1 (gebunden mit Schutzumschlag)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Das britische Königshaus hat ein Problem mit der Macht. So langsam bröckelt selbige nämlich dahin. Um die Macht erhalten zu können, hat es sich dem Bösen verschrieben. Aber nicht nur sich, sondern ganz London. Daher ist die Königsfamilie bereit, die Stadt dem Leviathan zu opfern. Die Königin kennt da nichts und ihr Sohn, der ewige Thronfolger Arthur, hat weder bei ihr noch bei seiner Frau das Sagen.

Dem Königshaus steht der Geheimdienst gegenüber. Zwar konnte dieser den Leviathan schon einmal zurückhalten, doch scheint das nicht wieder möglich zu sein. Der Mann, der damals dafür zuständig war, hieß Lamb. Sein Enkel hingegen ist nur ein einfacher Archivar und hat keinerlei Ähnlichkeiten mit seinem Großvater. Er ist weder ein draufgängerischer Meisteragent noch ist Henry ehrgeizig genug, sein Archiv für irgendetwas anderes als Bücher oder sein Zuhause zu verlassen. Dafür verfasst er als Ich-Erzähler dieses Buch. Er berichtet davon, dass seine Mutter sich eher triumphierend dazu äußerte, dass Henrys Großvater gestorben sei. Wobei sie den wenig löblichen Ausdruck Lumpensack für ihn benutzte. Das Haus des Großvaters selbst wurde mit einigen Fallen ausgestattet, so dass Jasper von Henry erst in das Haus Tempel Drive 17 gebeten werden muss. Sonst ist er nicht in der Lage, das Haus zu betreten. Im Haus des Großvaters sind sie nach Besonderheiten auf der Suche und finden sogar eine Metallplatte, die mit einer DNA-Sperre ausgestattet ist. Nur Henry ist in der Lage, das Versteck zu öffnen. Zuerst beißt der Tresor Henry in die Hand, dann erst gibt er den Inhalt, ein Notizbuch, frei. Henrys Großvater wendet sich in dem Büchlein direkt an ihn. Er ist daher gestorben, entweder durch eigene Dummheit oder durch einen Auftrag des Direktoriums. Er teilt seinem Enkel mit, dass sowohl das Direktorium als auch das Haus Windsor unter der Führung der Königin nach einem Mädchen namens Estella suchen. Er soll vor allem dem Programm vertrauen, damit das Gleichgewicht zwischen Direktorium und Windsor gewahrt bleibt. Gleich darauf fliegen zwei Feuerbälle durchs Fenster ...
Was auch immer kommt, Henry ist auf die Schrecken, die ihm begegnen werden, nicht vorbereitet. Auch auf die beiden Herren, die als Killer in Schulkinderuniformen unterwegs sind. Hawker und Boon sind die perfekten Killer, die jederzeit zuschlagen können. Selbst der Geheimdienstchef Dedlock ist nicht in der Lage, den beiden Einhalt zu gebieten.

Jonathan Barnes hat seinen zweiten Roman abgeliefert, der in einem London spielt, das einer Parallelwelt zugeordnet ist. Hier herrschen andere Zustände, in denen die in unserer Realität herrschenden Verhältnisse zum Teil verspottet werden.
Auf den ersten Seiten geschieht nicht viel, bis auf Seite 98 die Feuerbälle fliegen. Danach wird es etwas flotter in der Erzählung. Barnes’ zweiter Roman gefällt mir recht gut. Wieder spielt der Roman im gleichen Umfeld wie „Das Albtraumreich des Edward Moon“. Für mich ist Jonathan Barnes ein spöttischer und zugleich skurriler Erzähler. Seine Ideen werden nicht immer den Geschmack des deutschen Publikums trefffen, da sein britischer Humor nicht eindeutig übersetzbar ist. Trotzdem - oder gerade deswegen - empfehlenswert.

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