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Startseite - Film - Animation - Kiriku und die wilden Tiere
Kiriku und die wilden Tiere
Film - Animation

Titel: Kiriku und die wilden Tiere
Originaltitel: Kirikou et les bêtes sauvages
Regie: Michel Ocelot, Benedicte Galup
Laufzeit: 72 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Frankreich, 2005

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

Afrika, fremde Kulturen, Flora und Fauna, Familie, Traditionen, Vorurteile, Werte, Musik: Genau wie „Kiriku und die Zauberin“ ist auch „Kiriku und die wilden Tiere“ wieder eine gelungene Mischung aus anspruchsvollen und detailreichen Zeichnungen und kindgerecht, aber spannend erzählten Anekdoten und kurzen Märchen. Dabei sind die 75 Minuten dieses Mal in vier lose aufeinander aufbauende Episoden unterteilt. Die ersten beiden – „Die schwarze Hyäne“ und „Der wilde Büffel“ – beschäftigen sich in erster Linie mit dem beschwerlichen Alltagsleben des Stammes. So geht es um landwirtschaftliche Arbeit, den Schutz vor gefährlichen Tieren und das Erlernen eines neuen Handwerks. Dabei sind die kurzen Geschichten zu diesen auf dem Papier eher trockenen Themen aber so phantasievoll und abwechslungsreich erzählt, dass das Anlegen eines Gemüsebeets spannend wie eine ausufernde Verfolgungsjagd wirken kann.

In farbenfrohen Bildern und kindgerechten Dialogen erzählt Michel Ocelot eine prägnante Geschichte über Zivilcourage und die Bedeutung von Familie und vermittelt seinen Zuschauern einen extraordinären Eindruck von dem Leben in einem afrikanischen Dorf. Der Regisseur, der seine Kindheit in Guinea verbracht hat, präsentiert seinen kleinen Helden mit Charme und noch mehr selbstironischem Humor: eine wunderbare Hommage an die Kultur und die Musik dieses Kontinents, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistern wird. Youssor N’Dour, wohl bekanntester afrikanischer Musiker, der mit dem Hit „Seven Seconds“ seinen internationalen Durchbruch feierte, komponierte den Soundtrack.

Der pädagogisch wertvolle Zeichentrick-Knüller war in Frankreich einer der Kino-Hits des Jahres 2005, mehr als 1,8 Millionen Zuschauer begeisterten sich für die zauberhafte Geschichte des kleinsten und tapfersten aller Helden. Bereits Ocelots erster Film, „Kiriku und die Zauberin“, war ein Kassenschlager und einer der erfolgreichsten Kinderfilme in Frankreich. „Die Zeichnungen aus den Kiriku-Filmen könnte man mit ihrer leicht abstrakten Sicht auf das afrikanische Dorfleben und die Schönheit der Natur allesamt auch in einem Museum ausstellen. Aber obwohl sie so künstlerisch wertvoll und leicht surreal anmuten, sind sie doch so einfach und klar zu lesen, dass sie auch die Bedürfnisse von Kindern stets erfüllen“, überschlägt sich „Filmstarts.de“. Anschaulich wird auch vermittelt, welche Pflanzen und welche Tiere in Afrika beheimatet sind. Das regt dazu an, sich künstlerisch (Malen oder Töpfern), musikalisch (Singen und Trommeln) oder auch tanzend und spielend mit dem Film weiter zu beschäftigen: 2005 in Cannes wurde der Film bei der erstmals stattfindenden Kindervorführung mit Erfolg einem jungen Publikum präsentiert.

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