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Killer aus dem Eis (Paratwa-Trilogie 1/3)

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Serie/Zyklus: Paratwa-Trilogie 1/3
Titel: Killer aus dem Eis
Originaltitel: Liege-Killer (1987)
Autor: Christopher Hinz
Übersetzer: Dagmar Kraye & Abel Miser
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag, 1996, 589 Seiten

Besprechung / Rezension von Ulrich Blode

Anfang des 24. Jahrhunderts haben die Menschen das Sonnensystem kolonisiert. Die Orbitalstationen und Lebenszylinder sind indes die einzigen bewohnbaren Welten für die Menschen, weil die Erde sich von der ökologischen und technologischen Apokalypse des ausgehenden 21. Jahrhunderts erholt. Damals erreichte die technologische Spirale ihren Höhepunkt mit nicht kontrollierbaren Auswüchsen. Gefährlichste Waffe waren die Paratwas, zwei Menschen mit einem einzigen Geist. Ein Paratwa ist (oder sind?) ein binäres Wesen, dessen zwei Hälften in einem Kampf unabhängig agieren können, jederzeit beherrscht durch den kollektiven Geist. Mit seiner überlegenen Kampftechnik und Koordinationsfähigkeit kann der Paratwa-Zwilling gegen Hunderte normaler Soldaten bestehen. Zu allem Überfluss entwickelte sich eine eigene Paratwa-Gesellschaft mit königlicher Kaste, den Ash Ock, und wandte sich gegen die Menschen. Kurz vor der Apokalypse starteten die Menschen zwei Projekte: Die Orbitalstationen und eine Sternenflotte. Von der Sternenflotte erhielt man später schlechte Nachrichten, so dass die Flotte im interstellaren als gescheitert angesehen werden muss. Die Paratwa Gefahr scheint gleichzeitig mit der Vernichtung der irdischen Biosphäre vorbei zu sein. Strenge Kontrollen sorgten dafür, dass sich kein Paratwa auf die Lebenszylinder schmuggeln kann.

Doch jetzt hat jemand auf der Erde einen Paratwa-Zwilling aus der Stasis geholt. Und dieser macht die orbitalen Habitate unsicher. Waffentechnisch kann dem Eindringling nichts entgegengesetzt werden, weil man sich für eine Beschränkung der Technologien entschieden hat. Rome Franco, Leiter der E-Tech Organisation, beschließt zwei Berufskiller aufzutauen, die sich laut der Datenbank auf die Paratwa-Jagd spezialisiert haben. Nick und Gillian sind eigentlich Anachronismen aus der Vergangenheit, jedoch die einzige greifbare Hilfe. Und erst langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Feind von einst überlebt hat. Die Ash Ock und ihre Rasse setzen zu einer Eroberung des Sonnensystems an. In wenigen Jahrzehnten wird die angeblich vernichtete Sternenflotte zurückkehren, mit den Paratwas an Bord. Vieles ist für die Hauptpersonen bis zum Schluss unklar, z. B. welches Regierungsmitglied ein getarnter Ash Ock-Paarling ist. Für den Leser, der manches mehr weiß als sie, ergibt sich auch manche Überraschung.

Christopher Hinz liefert mit Killer aus dem Eis einen erstklassigen Action-Thriller ab. Gemeinschaftswesen sind im Science Fiction-Genre sehr bekannt. Die Paratwas funktionieren jedoch hervorragend als eigenständige Idee. Mit dem Computergenie Nick und dem Kämpfer Gillian gibt es zudem ein interessantes Team. Gillian hat persönliche Gründe für den Kampf gegen die Paratwa und seine Herkunft ist absolut überraschend. Die Handlung besteht aus einigen spannenden Wendungen, bei denen der Autor immer den Überblick behält. Die Personen entsprechen in ihren Charakteren eher denen des zwanzigsten Jahrhunderts und keinen zukünftigen Menschenbildern.

Wer sich für Hard-SF und Action interessiert, ist mit diesem Roman gut bedient.
Bewertung: 9 von 10 Punkten

Eine Übersicht der Trilogie gibt es auf der Autorenseite.
[Auf fictionfantasy.de rezensierte Bücher sind mit Link unterlegt und fett gekennzeichnet.]

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