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Irrgarten des Todes

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Serie/Zyklus:
Titel: Irrgarten des Todes
Originaltitel: A Maze of Death
Autor: Philip K. Dick
Übersetzun: Yoma Cap, neu durchgesehen und vollständig bearbeitet von Alexander Martin
Verlag/Buchdaten: München: Wilhelm Heyne Verlag, 2005. 224 Seiten. ISBN 3-453-53021-7

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Seth Morley erhält ein Angebot, eine Aufgabe bei der Erschließung einer fremden Welt zu übernehmen, und er nutzt diese Chance, seinem kläglichem Leben in einem Kibutz ein Ende zu machen und einen neuen Anfang zu machen. Er ist einer von dreizehn Leuten, die angeworben wurden, bei der Gründung einer Kolonie mitzuhelfen, doch da beginnen schon die Fragen, denn wie er selbst scheint keiner richtig für den Job geeignet zu sein. Schon nach der Ankunft wird klar, dass mehr hinter dem Ganzen steckt. Als dann noch bei der Lagebesprechung die Übermittlung abbricht und scheinbar das Sendegerät manipuliert wurde, gibt es für die Gruppe Klarheit: Sie sind in eine Falle gelockt worden, deren wahre Natur sie nicht kennen. Doch die Gruppe, die nur aus Individualisten zu bestehen scheint, ist nicht in der Lage, sich diesem Problem zu stellen. Erst als einer der Siedler auf mysteriöse Weise den Tod findet, wird klar, dass man gezielt nach einer Lösung suchen muss. Doch das Sterben im Irrgarten des Todes geht weiter.

Mithilfe kraftvolle Charaktere beschreibt Philip K. Dick ein Horrorszenario: 13 Menschen werden auf einer unbekannten Welt ausgesetzt und einer nach dem anderen findet den Tod. Es ist schon eine höchst eigenwillige Situation, denn das Ganze wirkt wie eine Mischung aus einem Agatha-Christie-Roman und der Big-Brother-Fernsehshow, denn die Siedler haben ständig das Gefühl, beobachtet zu werden, und finden käferartige Kameras. Besonders das Eskalieren der Spannung und die gegenseitigen Verdächtigungen machen den Reiz dieses Romans aus, doch Dick bietet mehr. Da ist z. B. das Gedankenspiel um den erbrachten Beweis, dass Gott existiert, oder die wahrhaft faszinierende Maschinenenwelt von Delmak-O. Dort gibt es Häuser, die den Standort wechseln und nur schwer zu finden sind  und die kleine Kopien von sich selbst erzeugen, die eingefangen und gezähmt werden können.

Die Auflösung des Romans, deren genaue Erwähnung aber dem Roman einiges von seinem  Reiz nehmen würde, war interessant, wenn auch andererseits ein wenig enttäuschend, denn dies ist ein Ende, das man fast auf jeden Roman anwenden kann. Andererseits war es ein typisches Ende für Dick, der immer wieder die eigentliche Realität in Frage gestellt hat. In dieser Hinsicht war Dicks Einfluss auf die SF wirklich gewaltig.

Fazit: Der Roman stellt eine interessante Psychostudie dar, die ein interessantes Ende findet. Besonders die gute Charakterisierung und die Erzählung der Geschichte aus verschiedenen Perspektiven macht den Roman zu einem der interessanteren Werke von Philip K. Dick.
8 von 10 Punkten

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