Interview mit Falko Löffler

Ein Artikel von Erik Schreiber
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Falko Löffler ist ein neuer Fantasy-Autor, der mit seinem Buch Drachenwächter überraschte. Während des fünfundzwanzigsten Darmstädter Spät Lese Abend überzeugte er die anwesenden Besucher.

Als Falko Löffler im Januar 1974 auf die Welt kam, wusste noch niemand so recht, was aus ihm mal werden würde. Also beschloss man, ihn nach sechs Jahren zu Hause auf die Schule zu schicken. Aus diesem Grund ließ man Falko von 1980 bis 1993 eine, so hoffte man, gute Schulbildung zukommen. Wie viele in seinem Alter drückte er sich vor der Bundeswehr und begab sich zur Pflegefront in die Klinik. Danach nahm er sich eine kleine Auszeit vom wirklichen Leben und studierte: deutsche Literatur, englische Literatur, Medienwissenschaft. Nach sechs Jahren schickte man ihn mit einem Magister Artium ins harte Leben und auf die Straße vor der Uni zurück. Um der Härte zu entfliehen, begann er sehr schnell sich zurückzuziehen und mit Spielen zu beschäftigen. Da ihm nicht alles gefiel, wurde Falko ein Leveldesigner und Konzeptautor. Als er sich entschloss, freier Autor, Übersetzer und Game Designer zu werden, nahm er das unspektakuläre Jahr 2003 in Anspruch. Schon ein paar Jahre lang beschäftigte er sich damit, verschiedene Preise der Phantastik für sich einzunehmen, was aber nicht immer gelang. Dafür ist er mit seiner Arbeit als Co-Drehbuchautor der ZDF-Serie Kriminaldauerdienst recht erfolgreich. Aber in Wahrheit warten wir jetzt alle auf seinen Debütroman Drachenwächter.

Erik Schreiber:
Hallo Falko, ich habe gerade mal dein Leben in ein paar kleidsame Sätze gepackt. Aber ich lese da nichts von Wein, Weib und Gesang. Warst du immer der behütete Bub?

Falko Löffler:
Gleich in der ersten Frage wird der große Schwachpunkt meiner Biografie angesprochen... oh je. Was soll ich machen? Weder habe ich internationale Wohnsitze (New York, Rio, Tokio), nur ein eheliches Kind und keine Koks-Orgien in meinem Lebenslauf. Also muss ich wohl als behüteter Bub durchgehen, der Kindheit und Jugend im mittelhessischen Mittelgebirge mit mittelmäßigem Abitur abschloss. Wie langweilig! Aufgewachsen bin ich in einem Dorf mit etwa 1.000 Einwohnern, aus dem meine Eltern stammen und in dem Eltern und Urgroßeltern leben bzw. gelebt haben. Die Familie hatte während meiner Kindheit noch einen Bauernhof, der natürlich für einen Jungen der perfekte Abenteuerspielplatz war. Besonders spannend waren für Klein-Falko die Einkaufstouren in einer solch gewaltigen Megapolis wie... Fulda. Alles in Allem kann man das wohl als sehr behütet bezeichnen, ja. Wein (in Form von Pils), Weib und Gesang gab und gibt es aber auch im Vogelsberg.

Erik Schreiber:
Und wann begann das wilde Leben? Mit dem Einstieg in die Spieleszene?

Falko Löffler:
Mein Einstieg in die Spieleszene bestand in erster Linie aus Zugfahrten, denn ich habe bei einer Firma in Frankfurt als Praktikant begonnen - wohnte aber in Marburg. Wild war daran gar nichts - im Gegenteil wurde ich dadurch phasenweise nur zu einem der Pendlerzombies im Regionalexpress Frankfurt-Kassel. Und dass ein Praktikum nicht gerade den Geruch von Freiheit und Abenteuer mit sich bringt, dürfte auch klar sein.
Der Einstieg ins Studium ein paar Jahre früher war da schon spannender: Umzug in eine fremde Stadt, völlig neues Umfeld, und an der Uni nimmt einen niemand bei der Hand und erklärt, wie das alles so abläuft - das erschließt man sich selbst. Dass in einer Studentenstadt zudem die Partyszene deutlich umfangreicher und abwechslungsreicher ist als im Vogelsberg (diese Sache mit Wein, Weib und Gesang, du weißt schon), muss ich wohl nicht groß erklären. Aber auch in dieser Hinsicht hat man nach ein paar Semestern eigentlich alles gesehen und es wiederholt sich, und man denkt dann sogar ernsthaft daran, wie man die Kurve zum Studienabschluss nehmen kann ...

Erik Schreiber:
Was muss ich mir unter Leveldesigner und Game Designer vorstellen? Und wie kamst du dazu?

Falko Löffler:
Wie gesagt, der Einstieg in die Spielebranche war ein Praktikum bei einem Publisher in Frankfurt - aus dieser Firma ist nach einigen Verkäufen inzwischen die deutsche Niederlassung von Atari (Infogrames) geworden. Das war im Sommer 1996. Für die Marketing-Abteilung dieser Firma habe ich Pressetexte geschrieben, Wettbewerbe mitorganisiert, Presse betreut - was da eben so anfällt. Mein erklärtes Ziel war aber, an den Spielen selbst zu arbeiten. Zum Glück konnte ich durch ein paar offene Türen treten und bald an einem Handbuch mitarbeiten ("Anno 1602") und ein Mystery-Adventure aus dem Englischen übersetzen ("Der vergessene Gott"). Dann nahm ich eine einjährige Auszeit von meiner Mitarbeit, um mein Studium abzuschließen. Im Marketing wollte ich nicht bleiben, also hielt ich Ausschau nach Spiele-Jobs, die kreativen Anteil haben, und bewarb mich bei der Frankfurter Firma "Neon Studios", die nach Leveldesignern für ihre GameBoy Color-Spiele suchten.
Der Leveldesigner baut, kurz gesagt, die Spielwelt zusammen. Bei einem Strategiespiel ist das die Karte, auf der die Schlachten geschlagen werden, bei einem Egoshooter die 3D-Umgebung - und bei den GameBoy-Titeln, an denen ich beteiligt war, eine einfache zweidimensionale Umgebung, die in Form von Kacheln gebaut wird. Dann werden Objekte und Figuren verteilt, und mittels einer Scriptsprache wird ihr Verhalten definiert. Das alles ist eher technisch und damit zwangsläufig nicht meine natürliche Begabung, aber in dieser Firma entstanden zu dieser Zeit so viele Produkte, dass immer ein Handbuch zu schreiben war, ein Marketing-Text oder ähnliches - das war dann auch mein Schwerpunkt.
Game Designer ist ein Beruf, der in jeder Firma anders aussieht. In manchen Fällen ist der Job mit dem des Drehbuchautors beim Film vergleichbar, in anderen Fällen gibt es gar keinen, sondern ein Team aus allen Abteilungen entwirft das Spiel. Hier geht es insgesamt darum, die einzelnen Spielelemente zu definieren und so zusammenzusetzen, dass daraus ein spaßiges Spiel wird. Leicht gesagt, aber große Kunst.

Erik Schreiber:
Vom Übersetzer zum Autor ist es nur ein kleiner Schritt. Die Idee "Das kann ich auch" kam dir sicherlich öfter, bevor du dich an eigene Werke getraut hast?

Falko Löffler:
Eigentlich habe ich nie bewusst oder gezielt die Rolle gewechselt. Ich habe immer geschrieben. Meine ersten Texte waren Story-Entwürfe für Textadventures, die ich am C64 programmieren wollte. Daraus wurden dann aber Erzählungen - nicht etwa Kurzgeschichten, nein, als ambitionierter 14-jähriger hält man sich doch nicht mit so etwas auf, sondern beginnt gleich Romane! Nun - die wurden nie fertig. Und erst später habe ich festgestellt, wie herausfordernd Kurzgeschichten sein können.
Die Übersetzertätigkeit an Spielen hat sich eher aus den Umständen ergeben, sie hat mich nicht erst ans Schreiben rangeführt. Sie ist die beste Möglichkeit, an internationalen Toptiteln zu arbeiten, denn diese entstehen leider nur in sehr geringer Zahl hierzulande.
Den berühmten "Das kann ich besser"-Moment, der viele zum Schreiben bringt, gab es bei mir sicher auch. Und zwar bei Computerspielen, bei Romanen und bei Filmen. Also habe ich das alte Motto von Ray Bradbury befolgt, wie man schreiben lernt: "Schreib eine Million Worte und wirf sie weg."

Erik Schreiber:
Und jetzt bist du einer der aufstrebenden Sterne am `Schreiber-Himmel’. Wie kam es zur Idee, der Ausarbeitung und zum Buch selbst?

Falko Löffler:
Während meines Studiums habe ich nicht nur den Einstieg in die Spielebranche gefunden, sondern hatte auch Erstkontakt mit einer Institution, mit der ich auch heute noch eng verbunden bin - die Phantastische Bibliothek Wetzlar. Die veranstaltete damals an der Universität Marburg ein Seminar übers kreative Schreiben und veröffentlichte die besten Geschichten aus dem Seminar in einer Anthologie und wollte mit uns Studenten im Jahr darauf eine weitere herausgeben, diesmal mit einem vorgegebenem Thema. Aus dem Seminar hatte sich ein harter Kern von 10 bis 15 Leuten gebildet, die die meisten Geschichten beigesteuert hatten, an kalten Wintertagen in den Gängen der Fakultät die Anthologie verkauften und kleine Lesungen organisierten (bei einer davon sagte ich auf der Bühne im Scherz, dass die Geschichten alle so hart sind, dass wir die Anthologie auch "Knietief im Blut" nennen könnten - die Folge war ein Bericht in der "Oberhessischen Presse" über die Lesung mit der Überschrift "Studenten waten knietief im Blut" - na, danke). Diese studentischen Autoren widmeten sich nun also dem Thema fürs nächste Buch: "Drachen".
Mir selbst fiel erstmal gar nichts ein. Ausgelutschtes Thema. Drachen fliegen, spucken Feuer, man reitet auf ihnen rum... insgesamt fast so langweilig wie Elfen. Dann kam mir ein Bild, wie ich Drachen noch nie gesehen hatte: am Boden. Nicht nur einer, eine ganze Menge von ihnen. Wann liefen Drachen eigentlich? Eigentlich nie. Und wie liefen sie? Laufende Drachen... eine ganze Menge von ihnen... sie rollen über die Hügel wie ein Heer.
Dieses Bild funktionierte. Es war der Ausgangspunkt für meine Kurzgeschichte "Den Drachen nach!", die dann in der Anthologie erschien. Ich entwarf eine Mythologie, in der Drachen die Beschützer der Menschen waren und diese Rolle offenbar von einem Tag zum nächsten aufgaben. Der Roman basiert auf der Kurzgeschichte, geht aber natürlich in die Breite und inhaltlich weit über die Kurzgeschichte hinaus.
Die Entscheidung, aus der Kurzgeschichte einen Roman zu machen, hatte einen guten Grund: Die Bibliothek, also der Herausgeber der Kurzgeschichte, war eine Kooperation mit einem Verlag eingegangen, der Fantasy-Manuskripte suchte. Also begann ich mit der Ausarbeitung, traf mich auf der Buchmesse mit dem Lektor und schrieb fröhlich vor mich hin. Dann geschahen drei Dinge: Der Lektor kündigte, der Verlag wurde verkauft, die erste Fassung des Romans gefiel mir nicht.
Eigentlich ein typischer Fall von Schublade und Schwamm drüber. Aber mich hatte der Ehrgeiz gepackt. Ich hatte da 75.000 Worte, aus denen ich einen guten Roman machen wollte - einen, mit dem ich zufrieden bin. Nur um es mir selbst zu beweisen. Also zurück ans Reißbrett. Kein magischer Kristall mehr, ist ein Klischee. Die Mythologie erweitern und stimmiger machen. Figuren komplett rausstreichen, andere überarbeiten. Unterm Strich dauerte die Überarbeitung - damals war ich angestellt - länger als das Schreiben der ersten Fassung. Dabei wurde ich von der Phantastischen Bibliothek und einigen befreundeten Autoren unterstützt. Dann war das Manuskript in 2. Fassung fertig. Und die gefiel mir. Aber was damit tun? Ich reichte es bei einem Romanwettbewerb ein.
Den ich nicht gewann.
Aber, so erfuhr ich später, nur knapp, was ja auch ein Qualitätsbeweis ist. Damit ging das Manuskript den klassischen Weg - in die Ablage "unverlangt eingesandt". Bei den üblichen Verdächtigen. Mit dem üblichen Ende.
Ich holte schon Erkundigungen ein, was "Book on Demand" so kostet, als ich mit dem Manuskript - Jahre, nachdem ich mit der Geschichte begonnen hatte! - tatsächlich zur rechten Zeit am rechten Ort war. Beim Gespräch mit Leuten aus der Medienbranche wurde nebenbei erwähnt, dass sie einen Buchverlag gründen wollten und noch gute Romanmanuskripte suchten. Ich gab ihnen meins und hatte 2 Wochen später die Zusage.
Man hört ja immer wieder diese Erfolgsgeschichten nach dem Motto "Jemand schreibt aus einer Laune heraus einen Roman, schickt ihn an einen Verlag, wird sofort genommen" - bei mir war es ein Marathon. Aber dem Manuskript hat es gut getan.

Erik Schreiber:
Mal ehrlich, wen aus deiner Verwandtschaft und deinem Freundeskreis hast du hier über die Klinge springen lassen?

Falko Löffler:
Als Autor hört man aus dem Bekanntenkreis eigentlich immer zwei Sätze: Der erste ist "Du musst unbedingt mal was über mich schreiben!". Er bedeutet, dass die Person glaubt, ein so interessantes Leben gelebt zu haben, dass es unbedingt für die Nachwelt erhalten werden soll. Was nicht unbedingt der Fall sein muss. Der andere ist "Wehe, du schreibst was über mich!". Das sind dann die Leute, die sich auch nie fotografieren lassen, weil sie "auf Fotos immer doof aussehen".
Beides bestärkt mich in meiner Herangehensweise, niemals reale Leute als unmittelbare Blaupause für fiktive Charaktere zu verwenden. Aber es sind die Kleinigkeiten der Menschen, an denen man sich viel abschauen kann: Ein Sprachduktus, eine Geste, eine Macke - das gibt viel her, aber das ist immer nur ein kleines Stück in dem Flickenteppich, den ein fiktiver Charakter darstellt.
Außerdem glaube ich, dass jeder Charakterzug einer Figur aus dem Autor selbst kommen muss, um ihn glaubwürdig auszuleben. Sicher - dann muss man auch die negativen Gefühle, all den Hass und die Wut, von denen die Figuren ergriffen werden, bei sich selbst finden.

Erik Schreiber:
Konntest du alle deine Ideen verwirklichen?

Falko Löffler:
Absolut. Ich hatte niemals Zeitdruck beim Schreiben und Überarbeiten von Drachenwächter, konnte den Roman ausführlich redigieren und die Anmerkungen der befreundeten Autoren berücksichtigen. Mir ging es vor allem darum, dem Drachenmythos etwas Neues abzugewinnen - was schwer ist, denn Fantasy-Romane mit oder über Drachen gibt es wahrlich nicht zu wenige - und dem Roman ein echtes Thema zu geben, nämlich die Frage, was "Schicksal" eigentlich bedeutet und ob es sich ändern lässt. Ob mir das alles gelungen ist, mögen nun die Leser beurteilen.

Erik Schreiber:
Hast du vor, weitere Bücher in der Art, vielleicht mit den gleichen Figuren, zu schreiben?

Falko Löffler:
Schon in der Mache ist ein weiterer Fantasy-Roman, der im Idealfall im Laufe des Sommers in erster Fassung fertig ist und vielleicht noch dieses Jahr erscheint. Dieser Roman spielt in einer ganz anderen Welt - ohne Drachen. Zwei wesentliche Inspirationsquellen sind: John Christophers "Die dreibeinigen Herrscher" und das PS2-Spiel "Ico". Worum geht es? Eine Flucht. Eine gewaltige Burg auf einer Insel vor der Küste, die Heimstatt der Magier. Und eine strahlende Magie, die nicht unerschöpflich ist ...
Wenn dieser Roman fertig ist, werde ich mich etwas zuwenden, was keine Fantasy ist. Ich habe ein Exposee für einen SF-Roman in der Schublade, außerdem noch eine Idee für einen spekulativen Thriller, den ich zunächst als Drehbuch realisiere. Eins von beiden wird als nächstes ausgearbeitet. Und dann sehen wir mal, wohin der Weg geht.
Eine Fortsetzung von Drachenwächter ist geplant. Rate mal, warum der Roman kurz vor der Veröffentlichung noch einen Untertitel bekommen hat. Ich bin übrigens ein großer Fan von Trilogien... aber eins nach dem anderen.

Erik Schreiber:
Also gut, ich rate mal. Du willst berühmt und reich werden? Du hast, noch rein zufällig natürlich, einige offene Enden?

Falko Löffler:
Okay, zugegeben - Drachenwächter WIRD eine Trilogie. Aber die offenen Enden sind nicht so konstruiert, dass sie die übliche Fortsetzungsgeschichte eröffnen. Vielleicht will ich damit den Leser ja nur in Sicherheit über das wiegen, was da noch kommt... wer weiß? "Nichts beginnt jemals", hat ja Clive Barker schon festgehalten, und nichts endet jemals. Ein Ende einer Geschichte ist auch nur das Ende eines Kapitels. Es ist nie alles gesagt, nie alles erledigt - im wahren Leben, wie in der Fiktion.
Und ob ich berühmt und reich werden will? Klar. Aber ich bin geduldig. Es hat 20 Jahre gedauert, von den ersten Schreibversuchen zum ersten Roman zu kommen. Der Spaß beginnt erst.

Erik Schreiber:
Warum musste Seld so gebeutelt werden? Hätte man ihn nicht auf andere Art und Weise zum Helden machen können, ohne dass er Frau und Freunde verliert?

Falko Löffler:
Ihm bleibt eigentlich nichts erspart, zugegeben. Aber er steht im Fixpunkt des Schicksals, die titelgebende Prophezeiung ist auf ihn bezogen. Er ist ein zutiefst moralischer Mensch - bis zu einem bestimmten Moment, in dem alles kippt. Ein Moment, in dem er entweder eine höhere Einsicht erlangt oder sich egozentrisch in den Mittelpunkt von allem stellt (ohne jetzt natürlich zu verraten, was da genau passiert). Aber er geht mit einem Gewissen aus der Geschichte, das nicht rein ist - dessen Zustand er noch ausloten muss.
Er wird im weiteren Verlauf der Geschichte ein anderer sein. Schlimmer kann’s für ihn eigentlich nicht mehr kommen ... oder doch?

Erik Schreiber:
Mal eine ketzerische Frage zwischendurch. Hättest du nicht einfach einen drei Zentimeter großen Wichtel nehmen können, der auf einer Libelle reitet und ganz profan durch eine Fliegenklatsche umkommt?

Falko Löffler:
Da sehe ich mehrere Probleme. Auch ein drei Zentimeter großer Wichtel hätte einiges an Gewicht auf den Rippen. Das bedeutet, dass die Spannweite der Libelle, die ja kaum was wiegt, ziemlich groß sein müsste. Sicher - das erklärt, warum sie der Fliegenklatsche nicht ausweichen kann, aber eine Libelle, die kaum durch einen Türrahmen passt, mit einem sauerländisch fluchenden Wichtel auf dem Rücken und eine dicke Hausfrau mit pfannengroßer Fliegenklatsche in der rechten Hand und dem Ilja-Richter-Humorlexikon in der linken ... ich weiß nicht ... man muss sich ja nicht mit aller Gewalt bei Frau Heidenreich einschleimen wollen.

Erik Schreiber:
Zum Schluss der Erzählung erwartete ich eigentlich Folgendes: Der Mensch Talut Bas verbindet sich mit dem Dämon zu einem Wesen, Seld verbindet sich mit dem Kristalldrachen zu einem Wesen und die beiden neuen Wesen wiederum verbinden sich zu einem Wesen, das aber durch gegensätzliche Anschauung zu einem Neutrum wiederum wird und nicht zum allmächtigen Wesen. Schwebte dir so etwas vor?

Falko Löffler:
Ehrlich gesagt: nö. Wenn ich etwas sehr früh wusste, dann war es, wie Seld sich im Showdown verhält. Das war der Moment, den ich zu schreiben kaum erwarten konnte. Allerdings hast du insofern mit deiner Vermutung Recht, dass eine solche Verschmelzung vielleicht von einigen Kräften angestrebt wird. Wenn die Mythologie dahinter im Laufe des Romans erhellt wird, ist das ja durchaus möglich... aber ich kann schon schwurbelig andeuten, dass die Dämonen in Band 2 etwas tun werden, das keiner erwarten wird...

Erik Schreiber:
Ich danke dir für deine ausführlichen Antworten und wünsche dir mit den nächsten Projekten noch sehr viel Erfolg.

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