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Ilango (Die gläsernen Schwerter Buch 2)

Serie: Die gläsernen Schwerter Buch 2
Titel: Ilango
Originaltitel: Les épées de verre: Ilango
Text: Sylviane Corgiat
Zeichnungen & Farben: Laura Zuccheri
Übersetzer: Resel Rebiersch
Lettering: Dirk Schulz
Ausstattung: Hardcover, Albumformat, 48 Seiten
Verlag: Splitter Verlag, Juni 2012, ISBN: 978-3-86869-320-1

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen von Frank Drehmel auf fictionfantasy findet man hier)

Gemeinsam erreichen Yama sowie ihr Lehrer und Mentor Miklos die Metropole Karelane. Diese Stadt, in der General Orland, jener Mann, der vor vielen Jahren Yamas Vater tötet und ihrer Mutter entführte, mit harter Hand ein brutales Regiment führt, ist durch ein tiefe soziale Spaltung gekennzeichnet. Während in der Oberstadt hinter prächtigen, monumentalen Mauern eine wohlhabende Elite ein verschwenderisches Leben führt, lebt der größte Teil der Menschen in erbärmlichen Verhältnissen in einem Sumpfgebiet vor den Tor der Stadt, permanent bedroht durch Überschwemmungen. In einer der Hütten der Sumpfmenschen finden die beiden Krieger nicht nur freundliche Aufnahme, sondern erfahren auch, dass sie auf einem Pulverfass leben, nicht nur, wegen des Flusses, sondern auch wegen der explosiven Stimmung unter den Geknechteten.

Innerhalb der Stadt hat steht es mit Orlands Stimmung ebenfalls nicht zum besten: zum einen macht sein heranwachsender Sohn Ilango ob seines Eigensinns, seiner Eskapaden und seiner heimlichen, nächtlichen Ausflüge zunehmend Ärger, zum anderen lässt ihn seine Frau ihre Verachtung spüren, worauf der brutale Orland seinem Wesen entsprechend mit nackter Gewalt reagiert.

Als sich die burschikose Yama Tags darauf als Dame verkleidet in die Stadt schleicht, kreuzt sich ihr Weg erstmalig mit dem Ilangos. Und als kurzer Zeit später der Junge Zeuge wird, wie Miklos und seine Schülerin Rücken an Rücken gegen die Stadtwache kämpfen, findet er sich unversehens in der Rolle ihres Verbündeten wieder.

Dass Originalität im Storytelling nicht Corgiats Stärke ist, wurde schon im ersten Band der Reihe deutlich; immerhin jedoch zeichnete sich diese Album noch durch eine charmante, unprätentiöse Leichtigkeit im Umgang mit den Klischees und Stereotypen aus, eine Leichtigkeit, die dem zweiten Teil vollkommen fehlt. Abgesehen von einer deutlichen Redundanz – eine um die andere Szene untermauert die sozialen Verwerfungen innerhalb des Herrscherbereichs Orlands -, gibt es zu viel Gutmenschelndes auf Seiten der Verdammten dieser Erde und zu wenig Reflexion und Ambivalenz auf Seiten der Ausbeuter. Die Charaktere sind also bis zum Erbrechen eindimensional angelegt; während Miklos und Yama allerdings noch so etwas wie ein plausible Mission haben, erscheint gerade Ilangos Motivation, sein Antrieb für seinen Ungehorsam, seine Aufmüpfigkeit - freundlich ausgedrückt – sehr konstruiert. Bedauerlich ist auch, dass der namensgebende Hauptplot um die gläsernen Schwerter kein Stückchen vorangetrieben wird, sondern die dröge Vendetta Yamas im Vordergrund steht.

Zwar sind Zuccheris Zeichnungen insgesamt noch von einer mitreißenden Feinheit und Leichtigkeit und überzeugen durch die markanten Figuren, aber gerade in den zahlreichen Stadtansichten meint man die mühevolle Konstruktion hinter all den Fluchtpunkten und Linien zu sehen. Zudem wirkt die Koloration weniger frisch, was allerdings dem neuen Handlungsort Rechnung trägt und insofern zumindest als stimmig gerechtfertigt werden kann.

Fazit: Die nicht sonderlich originelle Story, die zudem auch noch auf der Stelle tritt und somit einer verschenkten Gelegenheit gleicht, sowie das alles in allem noch immer gefällige Artwork, machen „Ilango“ zwar nicht zu einer unbedingten Empfehlung, aber die Kaufreue wird sich dennoch in Grenzen halten.

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