Hinter verzauberten Fenstern

Bewertung: 5 / 5

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Serie/Zyklus: ~
Titel/Originaltitel: Hinter verzauberten Fenstern (1994)
Autor: Cornelia Funke
Titelbild und Illustration: Cornelia Funke
Verlag/Buchdaten: Fischer Taschenbuch, Dezember 1995, 180 Seiten

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Julia sitzt zu Hause in der dunklen Wohnung und wartet darauf, dass ihre Mutter nach Hause kommt, denn schon bald beginnt der Dezember, und sie hatte versprochen, ihr einen Adventskalender mitzubringen. Dies macht ihre Mutter dann tatsächlich, doch die Enttäuschung bei Julia ist gewaltig, denn sie bekommt anstatt eines Schokoladenkalenders einen aus Karton mit Fenstern, die nur Bilder enthalten, während ihr kleiner Bruder einen mit Schokolade bekommt und sie deswegen sogar noch neckt. Julia ist wütend und würde am liebsten den Kalender ihrer Mutter nachschmeißen. Sie will nicht groß und vernünftig sein, sondern nach wie vor einen Kalender mit Schokolade bekommen. Doch dann obsiegt die Neugier und in der Nacht zum 1. Dezember schaut sie hinter das erste Fenster. Was sie sieht, überrascht sie vollends. Anstatt eines kitschigen Weihnachtsmotivs sieht sie das Innere eines Raums, und der ist nicht sonderlich aufgeräumt. Irgendwie jedoch passt dies zum Kalender, denn dieser stellt ein Haus dar, und jedes Fenster ist eben ein Fenster des Hauses. Verwundert legt Julia den Kalender weg, doch als sie am nächsten Morgen wieder reinsieht, hat sich das Bild verändert und ein Mantel hängt auf einem Bügel, der vorher noch leer war. Nun ist Julias Neugier geweckt, und als sie voller Spannung am nächsten Tag das zweite Fenster aufmacht, sieht sie einen höchst wunderlichen Mann. Für Julia beginnt das Abenteuer ihres Lebens.

Es ist nur ein kleines Büchlein der bekannten Autorin Cornelia Funke, doch es ist auch eines ihrer besten. Wie kaum eine andere Kinderbuch-Autorin schafft sie es, sich auf die Kinder einzulassen und Geschichten zu erzählen, die die Kleinen vollkommen in ihren Bann schlagen. Bei diesem Buch ist ihr das besonders gut gelungen, und meine Tochter war sofort voll in der Geschichte. Als im Buch Julias Mutter den Pappkalender mitbrachte, meinte sie nur: "Mach bloß keinen Scheiß, Mami". Dies zeigt, wie genau die Autorin den Nerv der Kinder trifft. Doch weil Cornelia Funke ihre kreative Karriere zunächst als Grafikerin begann, ließ sie es sich nicht nehmen lassen, die Bücher selbst gekonnt zu illustrieren, und man bekommt so einen perfekten Eindruck, wie die Autorin sich die einzelnen Figuren vorgestellt hat.

Fazit: ein perfektes Kinderbuch, das man seinen Kleinen zwischen 6 und 10 Jahren in der Adventszeit vorlesen sollte, denn die Geschichte ist einfach zu schön, und ohne den Zeigefinger zu heben, erteilt die Autorin den Kindern eine Lektion in Bescheidenheit. Auch das passt perfekt zu Weihnachten und dürfte Kinder wie auch Eltern sehr gut auf Weihnachten einstimmen.
Mein Tipp also: das Buch kaufen, eine Kerze anmachen und die Geschichte während gemütlicher Leseabende vorlesen. Besser kann man sich und seine Lieben nicht auf Weihnachten vorbereiten.
10 von 10 Punkten.

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