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Herr der Diebe

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Serie/Zyklus: ~
Titel/Originaltitel: ~
Herr der Diebe (2000)
Autor: Cornelia Funke
Gesprochen von Rainer Strecker
Musik und Produktion: Ulrich Maske
Verlag: Jumbo Neue Medien - 7 CDs

Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz

Es war ein weiter Weg von Deutschland nach Venedig, doch die beiden Jungen Prosper und Bo haben es geschafft. Aus dem Heim ihrer selbstsüchtigen Tante sind sie entflohen, die nach dem Tod ihrer Mutter das Sorgerecht übertragen bekommen hatte. Doch die italienische Stadt ist keineswegs so magisch und schön, wie sie sich es vorgestellt hatten. Der Winter naht und Prosper hat alle Hände voll zu tun, um für seinen erst fünf Jahre alten Bruder zu sorgen. Doch da trifft er auf eine Gruppe von Straßenkindern, deren Anführer sich „Herr der Diebe“ nennt und der nun auch für sie sorgt. Doch Prospers und Bos Probleme sind noch nicht weg. Zum einen haben sich die Pflegeeltern auf ihre Spur gesetzt und einen Privatdetektiv beauftragt, der ihnen schon bald auf den Fersen sitzt. Zum anderen ist Scipio, der Herr der Diebe, nicht unbedingt der, der er zu sein vorgibt, und ist überdies von einem fast zwanghaften Drang beseelt, erwachsen zu werden.

Die Geschichte um die verlorenen Kinder in Venedig ist sehr intensiv und überdies nahezu optimal für Heranwachsende. Wer möchte sich nicht mit Scipio identifizieren, der aus seinem Leben ausbricht und in seiner Scheinexistenz alle Regeln bricht und sogar am Ende erreicht, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Tatsächlich ist er die Gegenfigur zu Peter Pan, der niemals erwachsen werden wollte. Scipio dagegen will alles, aber auch wirklich alles opfern, um erwachsen zu sein. Und da kommt das magische Karusell ins Spiel, das dem Buch einen höchst amüsanten und überraschenden Schluss beschert.
Cornelia Funke erlangte mit Tintenherz große internationale Anerkennung, doch dieses Buch, einige Jahre früher verfasst, ist deutlich besser als der Bestseller und ist ein nahezu perfektes Kinderbuch. So überraschte es nicht, dass das Buch vor kurzem in einer Filmfassung in die Kinos kam.

Die Hörbuchadaption ist gelungen. Zunächst sei positiv erwähnt, dass dieses Buch ohne Kürzungen umgesetzt wurde, und das ist immer ein Segen. Der Vortrag von Rainer Strecker ist gelungen. Der Sprecher schafft es oft, die Spannung des Romans in seine Stimme zu legen. Der Vortrag wird zwischen den Kapiteln immer wieder durch italienisch anmutende Musikstücke unterbrochen, und so wird eine tiefere Atmosphäre vermittelt. Ich selbst bin kein Freund von solchen Stilmitteln, aber ich kann verstehen, dass diese andere Leser durchaus erfreut. Jens Kronbügel war der Komponist dieser venezianischen Impressionen.

Insgesamt liegt hier eine gelungene Hörbuchfassung eines herausragenden Jugendbuchs vor, das gleichermaßen Jung und Alt in den Bann schlägt.

9 von 10 Punkten

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