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Hausu
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Hausu
Regie u. Produktion: Nobuhiko Obayashi
Drehbuch: Chiho Katsura, Nobuhiko Obayashi
Darsteller: Kimiku Ikegami, Kumiko Ohbia, Yoko Minamida.
Japan 1977
Laufzeit: ca. 87 Min.
Deutscher Vertrieb: rapid eye movies

Eine Besprechung / Rezension von Max Pechmann
(weitere Rezensionen von Max Pechmann auf fictionfantasy findet man hier)

Ist die Rede von Geisterhäusern, so fallen einem in filmischer Hinsicht als Erstes die beiden Klassiker "Bis das Blut gefriert" aus dem Jahre 1963 sowie "Amityville Horror" von 1979 ein. Dass jedoch in Japan im Jahr 1977 ein völlig durchgeknalltes Werk namens "Hausu" entstand, galt bis vor kurzem noch unter Genreliebhabern als absoluter Geheimtipp.
Nun hat das engagierte, auf asiatische Filme spezialisierte Label rapid eye movies diesen Film in Deutschland veröffentlicht, sodass sich auch hierzulande Phantastikfreunde über diesen Geisterhaustrip freuen dürfen. Die Handlung ist recht schnell erzählt: Die junge Schülerin Oshare fährt gemeinsam mit ihren sechs Freundinnen zu dem abgelegenen Landhaus ihrer Tante, um dort die Schulferien zu verbringen. Doch kaum sind sie dort angekommen, als sich auch schon die seltsamen Vorfälle häufen und sich die Tante und das Haus und nicht zu vergessen die Katze als menschenfressende Dämonen entpuppen...
Nobuhiko Obayashis Klassiker des japanischen Horrorfilms im bunten 70er-Jahre-Design ist eine wahre Achterbahnfahrt, bei der sich Trash, Kitsch, Splatter, Kunst, Surrealismus und schwarze Komödie die Klinke in die Hand geben, wobei alle genannten Aspekte in ihrer wohl ausgeprägtesten Form auftreten. Wer sich gruseln möchte, ist hierbei eher an der falschen Adresse. Vielmehr überragen in diesem Werk die Überraschung, die Mixtur aus Experimental- und Splatterfilm, die erstklassige Schnitttechnik, die überaus genialen Kameratricks- und einstellungen, überhaupt die gesamte Optik des Films sowie die surrealkitschigen Matte-Paintings, die nichts als echt und alles wie aus einer traumartigen Perspektive aussehen lassen, die detailverliebten Kulissen, die von märchenhaft bis horrorgenial reichen, die wunderbare Farbgebung sowie der melancholische Soundtrack, der abwechselnd als Filmmusik und Musik im Film und manchmal als Gemisch aus beidem die Szenen untermalt. Dadurch wirkt "Hausu" wie ein wahnwitziges Kunstwerk, in dem wirklich nichts ausgelassen wurde. Dabei nimmt er sich jedoch keineswegs ernst, sondern ist getragen von einer witzigen Selbstironie, schwarzem Humor und gelungenen Slapstickeinlagen.
Mit Sicherheit ist "Hausu" einer der aberwitzigsten Genrefilme, die jemals gedreht wurden, und schon allein deswegen sollte er in keiner Horrorfilmsammlung fehlen. Die Fantasie in Sachen Darstellung kennt hier wirklich keine Grenzen, alles filmisch Machbare wurde hier in einen Topf geschmissen und mehrmals umgerührt. Ein psychedelischer Horrortrip vom Allerfeinsten!!!

Hausu - die Rezension von Jean Lüdeke

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