Hans Christian Kirsch

Ich las gerade das Buch Traumklänge - oder das längste Märchen das es je gab, von Frederik Hetmann zuende, als ich spontan beschloss, ein e-mail-Interview mit den in Limburg an der Lahn lebenden Autoren zu führen. Da seine Homepage im Buch angegeben war, suchte ich heute die entsprechende Seite auf. Ich war betroffen lesen zu müssen, dass der Autor am 1. Juni des Jahres, also vor knapp zwei Wochen, nach kurzer schwerer Krankheit verstarb. Auch wenn ich den Autor nie persönlich kennen lernen durfte, möchte ich hier ein kurzes Portrait erstellen und auf sein letztes erschienenes Buch eingehen. Dabei ist Traumklänge - oder das längste Märchen das es je gab "nur" eine Neuauflage im Taschenbuchformat, des bei Bastei veröffentlichten Hardcovers.

Hans Christian Kirsch wurde am 17ten Februar 1934 in Breslau geboren. Wie viele seiner Generation verschlug es den Niederschlesier nach dem verlorenen Krieg in den Westen der Republik. In Frankfurt am Main besuchte er das Gymnasium. Schon in dieser Zeit fiel er mit seinen schriftstellerischen Versuchen auf. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Pädagogik, Anglistik, Romanistik und politischen Wissenschaften. Seine Studienorte waren Frankfurt am Main, München und Madrid. Seine Studienreisen führten in rund um die Welt auf fast jeden Kontinent.
Von 1956 bis 1960 war er Lehrer an einer höheren Handelsschule in Wiesbaden. Seit 1962 war er freier Schriftsteller. In den 70er Jahren arbeitete er zudem als Lektor und Herausgeber für die `junge Reihe’ im Otto Maier Verlag. Seine schriftstellerischen Schwerpunkte lagen neben der Phantastik und der Märchenkunde bei der Beschreibung und literarischen Belebung von herausragenden Persönlichkeiten. Erwähnen möchte ich nur Rosa Luxemburg, Georg Büchner und Martin Buber, die ich selbst gelesen habe. Ich muss Herrn Kirsch eine besondere Gabe zugestehen, das Zusammenfügen von vielen kleinen Teilen eines Lebens, wie Briefe, Niederschriften von Zeitgenossen und Tatsachen gelingt ihm in seinen Biographien wie keinem anderen. Es ist, als ob ein paar Puzzlestücke meiner Schulbildung und Allgemeinwissens plötzlich an die richtige Stelle rutschen.
Neben diesen Biographien schätzte ich besonders seine Arbeit im Bereich der Mythologie und Märchenkunde. So zum Beispiel das 1982 im Fischer Taschenbuchverlag erschienene Traumgesicht und Zauberspur oder Der Vogel mit den goldenen Federn aus dem Jahr 1988, bei Bertelsmann erschienen.
Gemeinsam mit seiner Frau Elinor stiftete er den `Hans-im-Glück’-Preis für ein besonderes Jugendbuch.

Preise:
Taugenichts-Preis
1962

Deutscher Jugendbuchpreis
1965
1973

Friedrich-Gerstäcker-Preis
1976

Züricher Kinderbuchpreis "La vache qui lit"
1976

Fantasy-Preis der Stadt Wetzlar
1983

Stadtschreiber in Offenbach
1984

Huckleberry-Finn-Preis
1987

Fantasy-Preis der Stadt Regensburg
1988

Villa-Massimo-Stipendium
1993

Wildweibchen-Preis der Stadt Reichelsheim im Odenwald
1997

Wer mehr über Hans-Christian Kirsch erfahren möchte, dem sei die Homepage www.hans-christian-kirsch.de empfohlen. Hier gibt es unter anderem einen Lebenslauf und seine Bibliographie als pdf-datei zum Herunterladen. Aus dieser stammt auch ein Teil der von mir zusammengetragenen Informationen.

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