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Startseite - Comic - Manga-Portal - Großstadtaugen
Großstadtaugen
Comic - Manga

Titel: Großstadtaugen
Autoren: verschiedene
Titelbild: Nina Nowacki
Buch/Verlagsdaten: Knaur Verlag 53011 (06/2011); 184 Seiten; 6,99 €; ISBN: 978-3-426-53011-5 (DIN A 5)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Ein düsteres Titelbild in den Farben Lila und Grün, regenverhangen und mit einem Titel, der neugierig macht. Großstadtaugen - da erwartete ich düstere Erzählungen, dunkle Mächte und geisterhafte Grotesken. All das fand ich leider nicht. So kann ein Titelbild Erwartungen wecken und sie nicht einhalten. Schade.
Stattdessen fand ich junge Künstler, die hauptsächlich im inzwischen allgegenwärtigen Mangastil zeichnen. Im vorliegenden Heft im DIN-A-5-Format finden sich sechs Comic-Kurzgeschichten von fünf Zeichnerinnen und einem Zeichner.

Stella Brandner - „Irrlicht“
Die Geschichte handelt von Minna, einem vorlauten Mädchen, das bei Sidonie im Laden Irrlicht eine Stelle als Auszubildende angenommen hat. Sie darf zum ersten Mal mit in das Hauptquartier der Übersinnlichen. Ab dem Entschluss von Sidonie, dies zu tun, geht alles in die Hose.
Die recht humorvolle Geschichte gefiel mir. Was mir nicht gefiel, waren die eingesetzten Rasterfolien und die spartanischen und leblosen Hintergründe.

Carolin Reich - „Eine kleine Nachtmusik“
Die Geschichte eines Nachtmahrs ist sicherlich nicht einfach zu erzählen, sind diese Wesen doch nachtaktiv wie Fledermäuse. Die hier beschriebene weibliche Form hat das Problem, dass sie sich von den Träumen der Menschen ernährt, aber in der letzten Zeit immer wieder an Menschen gerät, die sie nicht beeinflussen kann.

Helen Aerni - „Elsterjunge“
Sina wird 18, wird vom Elsterjunge besucht, den sie vergessen hatte. Hier ist dann der logische Fehler, denn sie schwor sich, ihn nicht zu vergessen und jugendlich bleiben zu wollen. Der Junge führt sie zu ihrem erwachsenen Ich. Dort soll sie den Fluch aufheben.
Von den Zeichnungen der Personen her bislang das Beste.

Carla Miller - „Die weiße Frau“
Die unerfüllte Liebesgeschichte von einem Mädchen, das sich nicht erinnert, was sie in der Nacht getan hat.

Petra Popescu - „aID“
Die Erzählung kommt fast ganz ohne Hintergrund aus, weil er nicht gebraucht wird; hier ist es tatsächlich so, dass der Comic von der Geschichte getragen wird und die Bilder als Illustration der Geschichte dienen.

David Füleki - „Erstes Date“
Eine Weltuntergangsgeschichte mit einem Menschenpaar als Neuanfang. Damit reiht sie sich in die nicht mehr zu zählende Menge ähnlicher Geschichten ein. Lediglich der humorvolle Schluss macht aus der Erzählung etwas Neues.

Im Prinzip waren die Geschichten nicht schlecht, aber man hätte etwas mehr daraus machen können. Bei der Umsetzung störte mich die oft zu großen Sprechblasen, die bis zur Hälfte eines Bildes einnahmen. Ebenso überflüssig der inflationäre Einsatz von Rasterfolien, die in den 1980er Jahren schon als ‚out’ galten. Aber vielleicht sind sie ja als Hommage den Retro-Comics geschuldet.
Ich bin von Comics verwöhnt, meine Ansprüche liegen recht hoch. Daher kann ich diese Bildergeschichten nicht mit den Comicalben vergleichen, an die ich gewöhnt bin. Hier sind die Bilder zu oft nur statisch. Wie Momentaufnahmen eines Fotos. Da bietet Micky Maus mehr Bewegung in den Bildern.
Aber zum Glück ist im selben Monat und im selben Verlag unter dem Titel Comicademy ein Titel erschienen, der erläutert, wie man Comiczeichnen lernt.

Großstadtaugen - die Rezension von Jürgen Eglseer

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