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Fantasy Buch

Der unsterbliche Prinz (Gezeitenstern-Saga, Band 1)

Reihe: Gezeitenstern-Saga, Band 1
Titel: Der unsterbliche Prinz
Originaltitel: The Immortal Prince (2007)
Autor: Jennifer Fallon
Übersetzung: Katrin Kremmler und Rene Satzer
Titelbild: Rider Waite Tarot Deck
Buch/Verlagsdaten: Lyx Verlag (05/2008); 652 Seiten; 14,95 €; ISBN: 978-3-8025-8140-5 (Trade Paperback)

Eine Besprechung / Rezension von Asaviel
(weitere Rezensionen von Asaviel findet ihr auf fictionfantasy oder auf ihrem Blog " Asaviels Bücher Allerlei")

Klappentext:
Hunderte Jahre lang regierten die Gezeitenherrscher das Land Amyrantha, bis ihre magischen Kräfte nachließen. Inzwischen sind sie kaum mehr als eine Legende. Da taucht eines Tages ein Mann auf, der behauptet, Cayal, der unsterbliche Prinz, zu sein. Die junge Herzogin Arkady kann nicht daran glauben, und doch übt der Unbekannte eine enorme Anziehungskraft auf sie aus ...

Meine Meinung:
Aus wechselnden Perspektiven wird dem Leser diese High-Fantasy Geschichte erzählt, in deren Mittelpunkt der Namensgeber steht: Der unsterbliche Prinz. An seiner Seite finden wir eine weitere Protagonistin: Arkady. Sie führen uns auch durch den Großteil der Geschichte, unterstützt von einigen weiteren Charakteren, die größere Nebenrollen einnehmen.
Gerade aber diese wechselnden Perspektiven gestalten die Geschichte so interessant. Es ergibt sich dadurch nämlich automatisch, dass der Leser vor jedem einzelnen Charakter einen gewissen Wissensvorsprung hat. Dadurch ergeben sich zwei Effekte: Zum einen ist die Geschichte um Cayal und Arkady deshalb äußerst humorvoll. Denn im Gegensatz zu Arkady weiß man, dass Cayal weder lügt, noch ein Spinner ist. Er ist tatsächlich unsterblich. Aber die Herzogin ist vom Gegenteil überzeugt und versucht nun den Prinzen zu überführen, was schwerlich gelingen kann, wie der Leser weiß. So ergeben sich amüsante Dialoge, die für Schmunzeln und sogar Lachen sorgen können. Gleichzeitig ist der Leser aber nicht allwissend und wird von manchen Entwicklungen überrascht. Dies braucht ein gutes Buch, um spannend zu sein. Und so kommt auch der Moment, in dem man denkt: "Moment mal. Kann das sein, dass...?" Und von dieser Erkenntnis wird man regelrecht überrascht, es rückt alles in ein anderes Licht. Sehr gut gemacht und sehr überzeugend!

Obwohl alle Charaktere ihre Macken haben, lernt der Leser sie alle schnell lieben. Dies gilt im Besonderen für Jackson, einem der Nebencharaktere, aber auch für Cayal. Oft kann man über sie nur den Kopfschütteln und ist entsetzt über die Geschichten aus ihrer Vergangenheit, aber das hält das Herz nicht davon ab, sich an sie zu hängen und mit ihnen zu bangen.
Da dieses Buch im Lyx Verlag veröffentlicht wurde, sollte wohl angemerkt werden, dass der Leser trotzdem vergeblich Erotikszenen suchen wird. Dies ist sehr ungewöhnlich für den Verlag. Liebe spielt natürlich eine Rolle, aber von den gewohnten ausschweifenden Sexszenen wurde hier Abstand genommen, was ich persönlich durchaus begrüße.
So kommen die Ideen viel besser zum Tragen. Es wurde eine völlig neue Welt geschaffen. Der Umgang mit Magie birgt neue Strukturen in sich, die ein komplexes und doch logisches System aufbauen, aber dabei keine unbesiegbaren 'Superhelden schafft. Auch die Umsetzung der neuen Rassen, die in dieser Geschichte auftauchen, kann auf ganzer Linie überzeugen. Halb Mensch, halb Tier wurden sie geschaffen, um zu dienen. Gut durchdacht und in klaren Worten zu Papier gebracht.
Da dies der erste von insgesamt vier Teilen ist, lässt sich am Ende ein Cliffhanger natürlich nicht vermeiden. Doch Jennifer Fallon gelingt es trotzdem einen Abschluss zu kreieren. Keinen mit dem man leben kann, also dieses Buch ist nicht als Einzelband zu lesen, aber doch immerhin eine kurze Pause, um dann mit neuer Kraft an die Fortsetzung zu gehen.
Fazit: Gewohnte High-Fantasy gewürzt mit neuen Ideen, Witz und charmanten Charakteren findet der Leser hinter diesen Buchdeckeln. All das kann auf ganzer Linie überzeugen.
In der Hörbuchversion wird die Geschichte von Oliver Siebeck gelesen, der wie gewohnt jedem Charakter eine eigene Note verleiht und so mit seiner Stimme in einer fremde Welt entführt.
Es gibt nichts zu meckern, sondern lediglich eine ausdrückliche Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans.

Rezension von Erik Schreiber

 

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