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Genesis

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Serie / Zyklus: ~
Titel: Genesis
Originaltitel: Genesis
Autor: Poul Anderson
Übersetzung: Dietmar Schmidt
Verlag / Buchdaten: Bastei Lübbe-Verlag, Taschenbuch, USA: 2000, D: Juni 2001, 316 Seiten

Besprechung / Rezension von Andreas Nordiek

Mit diesem Roman legt der Bastei Lübbe-Verlag ein gerade mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD für den besten SF-Roman des Jahres ausgezeichnetes Werk des amerikanischen SF-Autoren Poul Anderson vor, von dem bereits einige Werke in diesem Verlag als Taschenbuch erschienen sind. Nun gehört Anderson zu den bekannteren Autoren des Genres und ist bereits seit längerem als SF-Autor tätig. Umso mehr dürfte es ihm gefreut haben, daß er mit dem nun auch in deutscher Übersetzung vorliegendem Roman einen Preis gewonnen hat.

GENESIS beginnt in einer nahen Zukunft. Der Astronaut Christian Brannock ist einer der ersten Menschen, deren Persönlichkeit in eine Maschine integriert wird. Dadurch erlangt er nicht nur relative Unsterblichkeit, denn eine Kopie seines Bewußtseinsinhalts kann jederzeit wieder neu hochgeladen und/oder kopiert werden, sondern er kann nun über die Grenzen des Sonnensystems hinaus agieren. Menschlichen Wesen ist es aufgrund der kosmischen Einflüsse nicht möglich sich länger im Weltraum aufzuhalten und schon gar nicht Reisen zu benachbarten Planetensystemen anzutreten. Lediglich als Kopie, eingebettet in den maschinellen Gehirnen der Fernraumer, ist ihnen dies möglich.

Christian Brannock nutzt diese Möglichkeit, um sich seinen Traum verwirklichen zu können. Auf seinen Reisen, die unvorstellbar lange dauern, begegnet er den verschiedensten Lebensformen und letztlich auch einer, die sein Bewußtsein in sich aufnimmt. Dadurch wird ihm die Möglichkeit erschlossen an einem galaxisweiten Austausch von Intelligenzen teilzunehmen. Über unvorstellbare Entfernungen hinweg hat das Leben es geschafft, sich miteinander zu verständigen. Im Verlaufe der Jahrtausende wird ein Netz aufgebaut, welches immer größere Teile der Galaxis umfaßt und auch außerhalb dieser Kontakte herstellt.

Im zweiten Teil des Romans beschreibt Poul Anderson, wie Brannock auf eine Mission zur Erde, die längst von der menschlichen Zivilisation verlassen wurde, gesandt wird. Die Intelligenz Gäa sucht bereits seit längerer Zeit kaum den Kontakt zu anderen Intelligenzen. Nun droht der Erde in naher Zukunft der Untergang, was allerdings verhindert werden soll, wenn es nach Bewußtseinen wie Brannock geht. Scheinbar will Gäa einer Rettung aber gar nicht zustimmen, sondern die Erde untergehen lassen.

Der weitaus größte Teil des Romans befaßt sich mit dem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Brannock und Gäa, die ein wichtiges Detail nicht mitteilt und so den anderen Intelligenzen einiges zu verschweigen versucht. Letztlich wird dieses Geheimnis aber entschlüsselt, wobei dem Leser schon recht schnell klar wird, um was es sich dabei handelt.

Für mich ist nach der Lektüre des Romans nicht nachvollziehbar warum Anderson für sein Werk einen Preis erhalten hat. Aus meiner Sicht handelt es sich keineswegs um einen großartigen Roman, den man als SF-Leser unbedingt lesen sollte. Vielmehr versucht Anderson einen Weltenentwurf zu schaffen, der Millionen von Jahre umfaßt. Die menschliche Zivilisation als solche existiert nicht mehr. Es gibt lediglich noch menschliche Bewußtseinskopien, die zumeist inaktiv irgenwo in den „Datensätzen“ übergeordneter Intelligenzen abgespeichert sind.

Ein bahnbrechender Roman liegt hier aus meiner Sicht nicht vor. Interessant zu lesende Weltenentwürfe, die zudem schriftstellerisch qualitativ hochwertig verfaßt wurden, hat z.B. Iain Banks zustande gebracht. Sein Universum ist vielschichtiger und weitaus detaillierter beschrieben und ausgearbeitet. Poul Anderson kann hier nur einen Grundstein legen, der alleine im Raum stehen bleibt.

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