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Feuerstürme (Graken-Trilogie, Band 2)

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Serie / Zyklus: Graken-Trilogie, Band 2
Titel / Originaltitel: Feuerstürme (2007)
Autor: Andreas Brandhorst
Verlag / Buchdaten: Heyne, ISBN 978-3-453-52236-7, 594 Seiten



Eine Besprechung / Rezension von Alfred Kruse
( weitere Rezensionen von Alfred Kruse auf fictionfantasy findet man hier )

Nach dem Sieg von Dominik in "Feuervögel" fügt 20 Jahre später Dominique, seine Tochter, den Graken die nächste Niederlage zu. Dieser Band hat mehrere Ebenen, eine davon trivial, die restlichen bemerkenswert. Auf der ersten, trivialen Ebene ist "Feuerstürme" eine klassische Space Opera mit allen Zutaten, flott erzählt und angenehm gestaltet. Die erste bemerkenswerte Ebene ist die Darstellung des Krieges mit seinen Folgen. Andreas Brandhorst beschreibt hier sehr deutlich am Beispiel des Hegemond Maximilian Thrubond, dass ein Krieg immer faschistische Strukturen erzeugt, die selbst beim besten Willen eines Kriegsherrn die Gesellschaft immer in den Abgrund führen. Sehr deutlich, vielleicht sogar etwas plakativ beschreibt er die gesellschaftlichen Konsequenzen (ökonomischer Zusammenbruch, Familientrennung durch Wehrpflicht / Zwangsrekrutierung) eines Krieges, etwas, das in vielen Space Operas vernachlässigt wird. Der Autor gibt hier ein Statement gegen den Krieg ab, das ich mir in dieser Deutlichkeit von vielen pazifistischen Romanen gewünscht hätte.
Die zweite bemerkenswerte Ebene dieses Romans ist die Frage der Bewusstwerdung. Am Beispiel neu auftauchender künstlicher Intelligenzen, der Chrotas, und ihres Zusammenspiels mit den innerhalb der Allianz existierenden Megatron-KIs stellt der Autor deutlich den Unterschied zwischen Wissen und Intelligenz heraus. Die Chrotas benutzen Menschen und andere Wesen als Maschinenersatzteile und versuchen auch die Megatrons in diese Richtung zu manipulieren. Diese weigern sich jedoch und stellen klar, dass kein fühlendes / denkendes Wesen einem anderem willentlich Schaden zufügen oder es sogar benutzen darf. Dadurch identifizieren sie sich als Mitwesen, erheben sich über ihren Maschinenstatus. Hier begibt sich der Autor auf die Spuren von Isaac Asimovs Robotergeschichten und man stellt fest, dass ihm diese Schuhe keinesfalls zu groß sind.
Eine weitere Ebene ist die Kosmologie, die hier allerdings nur kurz angesprochen wird. Ich bin auch sicher dass man bei erneutem Lesen weitere Facetten dieses Romans finden würde. Die obigen drei sind die, welche mir am deutlichsten aufgefallen sind, ich möchte es dabei belassen.
"Feuerstürme" ist der zweite Teil der Graken-Trilogie. Durch die Entdeckung des letzten Kantaki stellt Andreas Brandhorst auch den Zusammenhang mit seinem früherem Kantaki-Zyklus her, der allerdings definitiv nicht notwendig vorher gelesen werden muss, ich habe ihn mir auch erst im Nachgang bestellt. Trotzdem es ein zweiter Band ist, flacht die Spannung nicht ab, man ist begierig zu erfahren, wie es weitergeht. Ein sehr empfehlenswertes Buch, auch wenn die Kenntnis des ersten Bandes, "Feuervögel", unumgänglich ist.

 

Feuerstürme - die Rezension von Rupert Schwarz

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