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Fahrstuhl zu den Sternen

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Serie / Zyklus: ~
Titel: Fahrstuhl zu den Sternen
Originaltitel: The Fountains of Paradise (1979)
Autor: Arthur C. Clarke
Übersetzung: Klaus Mahn
Verlag / Buchdaten: Bastei Lübbe (1985)

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Vannemar Morgan ist unumstritten der beste Ingenieur seiner Zeit. Ein Denkmal hat er sich bereits gesetzt und dies ist die gewaltige Brücke, die die Straße von Gibralta überspannt und Europa mit Afrika verbindet. Doch Morgan schwebt ein noch viel größere Projekt vor, das alle Weltwunder in den Schatten stellen würde: ein Fahrstuhl zu den Sternen. Mittels eines Kohlenstoffgewebes, das im All erzeugt wird und das eine zigfache Festigkeit von Stahl hat, soll die Konstruktion vom Orbit aus nach unten errichtet werden. Doch wer ist bereit, so ein Projekt zu finanzieren, und ist alles überhaupt in der Weise durchführbar, wie Morgan sich dies vorstellt?

Clarke schreibt selbst im Anhang zu diesem Buch, dass mit der Realisierung dieses Projekts ca. 50 Jahre nach dem Zeitpunkt begonnen wird, als die Menschen mit dem Lachen aufhörten. Irgendwie muss dieser vor über 50 Jahren gewesen sein, denn es gibt durchaus Wissenschaftler, die diese Idee ernsthaft vorantreiben und an Stoffen arbeiten, die die notwendige Festigkeit hätten, wie sie für den Bau des Liftes nötig wäre. Des Weiteren schrieb Clarke, wie im Anhang dokumentiert, dass diese Idee keinesfalls von ihm war, sondern er sie nur ausgesprochen faszinierend fand. Nun griff er die Idee auf und setzte sie auf eine wohltuend wissenschaftliche Weise um und gab dem Ganzen die notwendige Ernsthaftigkeit.

Dieses Buch ist Hard SF und es geht um Technik und Knowhow, aber der Autor ist über sich hinausgewachsen, denn es ist ihm durchaus gelungen, die Charaktere mit Leben zu füllen (dies ist ihm bei anderen Werken weniger gut gelungen). Es ist wohltuend, dass Clarke den Aspekt seiner Idee groß vor dem Leser ausbreitet und ihm ein Gefühl von Zukunft gibt. Wenn man darüber nachdenkt, ist dies genau das, was so manchem modernen SF-Roman fehlt.

Einziger Kritikpunkt ist das Fehlen eines vollständigen inhaltlichen Zusammenhangs in dem Buch. Das Einzige, was die fünf Teilabschnitte verbindet, sind Morgan und sein Monument. Warum der ganze (zugegebenermaßen gelungene) Einschub über die Sonde Starglider, die von einer fremden Zivilisation ausgesandt wurde und die mit den Menschen einen regen Informationsaustausch betrieb, bevor sie aus dem Sonnensystem entschwand? Die erinnert an die Episodenromane, die einzelne Kurzgeschichten und Erzählungen, die über Jahre hinweg in SF-Magazinen erschienen, zu einem Roman verbanden.
Dennoch: Der Roman bietet sehr gute Unterhaltung und wurde 1979 zu Recht mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichnet. Dies ist definitiv einer der besten Romane von Arthur C. Clarke.
8 von 10 Punkten.

 

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