Text Size

SF Film Blog

Event Horizon - Am Rande des Universums

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Titel: Event Horizon - Am Rande des Universums
Originaltitel: Event Horizon
Regie: Paul W. S. Anderson
Drehbuch: Philip Eisner
Darsteller: Laurence Fishburne, Sam Neill, Joely Richardson, Kathleen Quinlan, Richard T. Jones, Jack Noseworthy, Jason Isaacs u. a.
Musik: Michael Kamen, Orbital
Laufzeit: 92 min
FSK: 16
USA / GB 1997

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Ein Rettungsteam findet die verschollen geglaubte Event Horizon in einer Neptunumlaufbahn und versucht, sie zu bergen.

Das Science-Fiction-Genre hat es schwer. Auch die bedeutungsvollsten und tiefsinnigsten Meisterwerke sehen sich nur allzu rasch dem "Kinderkram"- und "Unmöglicher Blödsinn"-Vorwurf gegenüber, da sich die Zuschauer vom futuristischen Aussehen blenden lassen und die darunterliegenden, oftmals gelungenen Erzählstrukturen und starken Charaktere nicht bemerken. Leider gibt es aber auch immer wieder missratene Vertreter, die die Science Fiction weiterhin in einem schlechten Licht dastehen lassen.

So wie Event Horizon. Das Drehbuch mutet an, als hätte der Autor den gesamten Sci-Fi-Bestand seiner Videothek ausgeliehen, angesehen und die besten Einzelszenen notiert, um sie irgendwie zu einem Ganzen verwursten zu können. Neben primitiven 2001: A Space Odyssey-Anleihen, einem Stargate, einigen grün gefärbten Korridorszenen aus Alien und einer gehörigen Portion Forbidden Planet ist es vor allem die direkt aus The Shining kopierte Blutwelle, die als schlechtes Plagiat in Erinnerung bleibt. Die Musik ist nur zweitklassig, die Effekte, vor allem die schwerelos umherfliegenden Gegenstände und Flüssigkeiten, sind allermeistens als solche zu erkennen, die Kamera des Sci-Fi-erfahrenen Adrian Biddle (Aliens) bemüht sich um Originalität, ist aber größtenteils nur wirr, und die Schauspielleistungen sind hölzerner als die Mammutbäume der US-Nationalparks. Dazu kommen noch abstoßend eklige und unzusammenhängende Splatter- und Goreszenen mit brennenden und blutenden Menschen, und fertig ist ein krudes Machwerk, das keiner sehen will.

Dabei lässt sich Event Horizon zu Anfang noch durchaus spannend an. Der von Alpträumen geplagte Wissenschaftler Sam Neill bricht nach einer schönen, vom Alien-Setdesign inspirierten Briefingszene mit einem Rettungsteam unter Führung von Laurence Fishburne zur Event Horizon auf, die nach einem Überlichtgeschwindigkeitsexperiment sieben Jahre lang verschwunden gewesen war. Als sie beim Schiff ankommen, geschehen seltsame Dinge im schön designten Antriebskern, und ein Besatzungsmitglied fällt ins Koma. Danach gibt es weitere gruselige Zwischenfälle: Das Rettungsschiff explodiert, Menschen werden auf widerliche Weise fast im Vakuum zerrissen, und haarsträubende Technobabble-Szenen wechseln mit leidlich spannender, physikalisch unmöglicher Action und pseudo-psychologischen "Stelle Dich Deinen Dämonen"-Dialogen, während Sam Neill in einer Art spirituellem Kontakt zum offenbar lebenden, gelungen ausgestatteten Schiff zu stehen scheint. Gegen Ende schließlich, nach 95 zu langen Minuten und einem lächerlich langweiligen Showdown, verschwindet (fast) alles in einem riesigen Plothole und befreit den Zuschauer endlich von den nicht zu Ende gedachten, gestohlenen, unverständlichen und einander widersprechenden Storyfäden, die vergeblich versuchen, das Wrack Event Horizon zusammenzuhalten.

1 von 5 Sternen

I WANT YOU

 

Fictionfantasy.de sucht Phantastik-Begeisterte, die bereit sind an dieser Seite mitzuarbeiten.

Die Hilfe kann ganz unterschiedlich sein und muss auch nicht unbedingt das Verfassen von Texten sein - auch am Layout muss gearbeitet werden oder an der Datenbank.

Wenn dies etwas für dich ist, scheibe einfach eine EMail an rupert.schwarz @ gmx.de.

Schriftsonar

Schriftsonar #55 erschienen.

Datastream:
Kai Meyer: Die Krone der Sterne
Ian McDonald: Luna
Ian M. Banks: Surface Detail
Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Dark Net
Daniel Suarez: Kill Decision

 

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!