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Eroberer (Die Zeit-Verschwörung, 2. Band)

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Reihe: Die Zeit-Verschwörung, 2. Band
Titel: Eroberer
Originaltitel: Conqueror (2007)
Autor: Stephen Baxter
Übersetzung: Peter Robert
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52300 (11/2007); 555 Seiten; 8,95 €; ISBN: 978-3-453-52300-5

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Der Prolog beginnt im Jahr 1066 nach Christus, endet mit den folgenschweren Worten "Wir sind in der falschen Zukunft, mein Freund. Und nun werden wir sie nicht mehr los" (Zitat von Seite 19), nur um im nächsten Kapitel ins Jahr 607 nach Christus zurückzugehen. Ein Sprung in der Zeit führt uns zum erneuten Auftauchen des Halleyschen Kometen im Jahr 793 mit der klösterlichen Blütezeit, nur um später in die Jahre von 878 bis 892, die Zeit Alfred des Großen; zu gehen. Letztlich landen wir im vierten Teil wieder in der Zeit von 1064 bis 1066 mit der Auseinandersetzung zwischen Harold Godwinson und Wilhelm, dem Herzog der Normandie, und schlagen damit wieder den Bogen zum Prolog.
Das Ereignis des Jahres ist die Wiederkehr des Halleyschen Kometen, der in unregelmäßigen Abständen am nächtlichen Sternenhimmel zu sehen ist. Mit seiner Ankunft erschreckt er die Menschen, und viele sehen in ihm ein Unheil, in jedem Fall aber einen Umbruch im Leben der Gläubigen. Es ist die Zeit, da die Römer die britischen Inseln verlassen haben und sich die Sachsen den Hinterlassenschaften annehmen. Einer der jungen Sachsen ist Wuffa, ein fähiger Krieger. Er ist es, der von einer Prophezeiung erfährt: dem Menologium der Isolde. Wuffa ist der Meinung, dass Teile der Weissagung bereits eingetreten sind. Etwa, dass der Wolf des Nordens in Person der Nordmänner den britischen Bären erlegten und das Land übernehmen wird. Andere Sachen, wie ein zehntausendjähriges arisches Reich, sind ihm fremd und bereiten ihm Kopfzerbrechen. Bewahrt wird das Menologium der Isolde von dem angeblich letzten Römer in Britannien, Ambrosias. Wuffa macht sich auf den Weg in den Norden, begleitet von seinem Freund Ulf. Als sie bei Ambrosias ankommen, ist dieser durchaus bereit, drei Fremde in die Prophezeiung einzuweihen: Wuffa und Ulf und die hübsche Britin Sulpicia. Die beiden Männer sind jedoch nicht nur an der Weissagung interessiert, sondern auch an der Frau. Diese Leidenschaft und Begehrlichkeit macht sie alsbald zu Rivalen um die Gunst der schönen Sulpicia.
In den weiteren Teilen ändern sich zwangsläufig die handelnden Figuren. Doch immer steht die Ankunft des Kometen im Mittelpunkt. So auch im letzten Teil, wo sich William der Eroberer vom Erzbischof zum neuen König ernennen lässt. Doch die Krönung steht unter keinem guten Stern, denn während die Anwesenden i Westminster jubeln, halten das die Wachen vor dem Haus für einen Aufstand und stürmen die Halle. Die dortigen Adligen und ihr Gefolge fühlen sich angegriffen und wehren sich natürlich. Ein wildes Gemetzel beginnt. Und wie sagt Sihtric doch (auf Seite 555): " Welch blutige Posse." Damit ist dann auch schon alles gesagt. Die Frage, die sich nach dem Fall des römischen Reiches in Imperator und Aufstieg und Fall in Eroberer stellt, ist doch: Hat sich die Prophezeiung erfüllt? Wird sich die Voraussicht des Zeitenwebers erfüllen? Was der Weber damit jedoch sagen will, bleibt im Dunkeln. Auch die Frage, ob mit der Prophezeiung erst der Weg für die vorausgesagte Zukunft bereitet werden soll, bleibt unbeantwortet.
Im Menologium der Isolde wird auf Grund des (historisch tatsächlichen) Erscheinens des Kometen über geschichtliche Ereignisse geschrieben. Diese Datumsangaben, so versichert Stephen Baxter in seinem Nachwort, sind verbürgt und entsprechen dem Stand der Forschung. Dadurch habe ich den Eindruck, hier wird erst einmal Geschichtsunterricht wiederholt. Eine eigenständige Erzählung, eher episodenhaft, wird nicht geboten. So hätte man aus den ersten drei Kapiteln spannendere Kurzgeschichten schreiben können und aus der Episode zwischen Harold Godwinson und Wilhelm dem Eroberer einen Kurzroman. Vielleicht gerade deswegen bietet der zweite Roman nicht viel Neues, und vieles, was bereits im vorherigen Band stand, wiederholt sich hier. Stephen Baxter kann gut schreiben, mit der vorliegenden und etwas eigenwilligen Unterrichtsstunde in Geschichte bin ich aber ein wenig unzufrieden. Vielleicht sind meine Erwartungen inzwischen etwas zu hoch angesiedelt. Es ist in jedem Fall keine Science Fiction zu deutsch, wissenschaftliche Zukunftserzählung, sondern eher eine Art alternativer historischer Roman.
Drei Punkte, die ich gern geklärt hätte: Warum werden die Zeichner von Titelbild und Karte nicht mehr genannt, warum heißt es bei Peter Robert in der Übersetzung Mönchin und nicht Nonne?

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