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Entführung in die Zukunft

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Serie/Zyklus: ~
Titel: Entführung in die Zukunft
Originaltitel: The Unpleasant Profession of Jonathan Hoag (1959)
Autor: Robert A. Heinlein
Übersetzer: Wulf H. Bergner
Verlag/Buchdaten: Heyne SF & F 3229, 160 Seiten

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Die Sammlung enthält einen Kurzroman und vier Kurzgeschichten - allesamt wirklich gute Werke von Robert A. Heinlein:

Die Söhne des Vogels
Jonathan Hoag gibt dem Privatdetektiv Edward Randal einen höchst merkwürdigen Auftrag: Er soll herausfinden, was sein Klient des Tages über so alles macht. Der vermeintlich einfache Auftrag entpuppt sich als schwieriges Unterfangen. Auch der Detektiv kann keine Ergebnisse vorweisen. Mehr noch: Er glaubt, etwas gesehen zu haben, spricht von einem Stockwerk, das es nicht gibt und von Personen, die es nicht zu geben scheint. Randal wird klar, dass er in eine Sache hineingerutscht ist, die mindestens eine Nummer zu groß für ihn ist. Doch zum Aussteigen ist es längst zu spät.
Der Kurzroman dürfte Heinleins einziger Schwenk ins unheimliche Genre gewesen sein. Die Geschichte erinnert an die Phantasien eines Edgar Allan Poe, jedoch mit einem moderneren Bezug. Eine gelungene Geschichte, die durchaus Einfluss auf die Entwicklung der Phantastik, aber auch auf die SF als solche hatte.

Entführung in die Zukunft
In der Kurzgeschichte „All You Zombies“ erzählt Heinlein, wie ein Mann sich selbst zeugt und tatsächlich sein eigenes Kind ist. Diese wohl verrückteste Zeitreisegeschichte überhaupt ist ein kleines Meisterwerk, denn mit der Idee an sich ist es ja nicht getan. Man muss den Stoff überzeugend rüberbringen und ihn so erzählen, dass alles nicht lächerlich wird. Heinlein ist dies wunderbar gelungen und der Leser versucht immer und immer wieder die Geschichte zu verstehen, aber dieses Zeitparadoxon will sich einfach nicht offenbaren. Sehr faszinierend.

Sie
Ein Mann sieht sich selbst als Zentrum der Welt, doch er ahnt nicht, wie nahe er an die Wahrheit herankommt. Die Geschichte von 1941 dürfte Philip K. Dick wohl sehr gefallen haben, denn immerhin war dies eines jener Themen, mit denen er sich immer und immer wieder befasste: Was ist Realität und was, glauben wir, ist real? Heinlein erreicht nicht die Qualität eines Philip K. Dick, aber dafür hatte er diesen Text veröffentlicht, bevor der andere je daran dachte, mit dem Schreiben zu beginnen.

Unsere schöne Stadt
Ein Journalist kämpft gegen die Korruption und findet dabei in einem Wirbelwind einen seltsamen Verbündeten. Eine eher durchschnittliche Geschichte, die mir nicht recht zugesagt hat.

Das 4-D-Haus
Ein Architekt baut ein Haus mit vier Dimensionen. Als ein Erdbeben das Haus erschüttert, haben die Bewohner plötzlich Probleme, wieder heraus zu finden. Eine wirklich faszinierende Geschichte, die hervorragend geschrieben ist. Fast spielerisch gelingt es dem Autor, von einem Haus mit 4 Dimensionen zu erzählen.

Eine durchaus gelungene Sammlung. Vor allem die beiden Geschichten „Entführung in die Zukunft“ und „Das 4-D-Haus“ sind echte Perlen des Genres, aber auch der Kurzroman ist lesenswert und selbst der Rest ist eines Blickes wert. 7 von 10 Punkten.

I WANT YOU

 

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