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Elantris

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Titel: Elantris
Originaltitel: Elantris (2005)
Autor: Brandon Sanderson
Übersetzung:Ute Brammertz
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52167 (9/2007), 894 Seiten, 14 €, ISBN: 978-3-453-52167-4

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Einst war Elantris wunderschön und die Bewohner der Stadt waren Göttern gleich. Ohne erkennbares Muster stiegen Menschen auf und verfügten über die Macht, zu heilen oder zu zerstören. Nur mit ihrer Kraft hielten die Bewohner ihre Stadt sauber und schön und auch das ganze Land profitierte von dem Reichtum und der Großzügigkeit der Bewohner von Elantris. Dann plötzlich verloren sie ihre Kraft. Der Segen wurde zum Fluch. Die wenigen Bewohner Elantris, die den Fall überlebt haben, sahen aus sie lebende Tote. Das Herz hat aufgehört zu schlagen und Wunden heilen nicht. Und doch können die Bewohner nicht sterben und siechen nach tödlichen Wunden im Stupor dahin.

10 Jahre nach der Katastrophe trifft es Raoden, den Kronprinzen Aralen. Wie alle Menschen, die nach dem Fall Elantris der Transformation unterworfen wurden, wird auch er in Heimlichkeit nach Elantris verbannt, um dort auf sein Ende zu warten. Doch Raoden ist nicht bereit sich den Umstände in Elantris – allen voran der allgegenwärtige Hunger, denn in der Stadt wird niemand mit Nahrung versorgt – zu beugen. Er kämpft gegen das System von Banden, die Neuankömmlingen das wenige an Nahrung rauben, das sie mitbringen und er lehrt die Menschen, Erfüllung in anderen Dingen zu finden.
Sarene hätte Raoden heiraten sollen, doch als die Braut eintraf, musste sie feststellen, dass ihr Verlobter, den sie zuvor nie gesehen hatte, inzwischen als verstorben gilt. Doch der Heiratsvertrag macht Raodens Vater, den schlecht regierenden Händlerkönig auch zu ihrem Vater und sie gilt nach wie vor als Prinzessin und hat außerdem Raodens Vermögen geerbt. Nicht lange und sie empfindet nur noch Abscheu für die junge Monarchie, die denen den Aufstieg gewährt, die sehr wohlhaben sind. Die einfache Bevölkerung ist weitestgehend der Leibeigenschaft verfallen und Sarene sucht den Kontakt zur Opposition um den König zu stürzen.
Und dann ist da noch Hrathen, ein Paladin der extremistischen Religion von Fjorden. Seine Mission ist, die Lande binnen von 90 Tagen zum wahren Glauben zu bekehren, wenn die Menschen nicht dem Zorn Fjordens ein heim fallen sollen. Hrathen versucht alles um den Umsturz friedlich herbei zu führen, aber er findet in Sarene und noch mehr in seinem übereifrigen Zeloten Dilaf verbitterte Gegner.

Es ist klar, dass diese märchenhafte Geschichte nur in der Vereinigung von Sarene und Raoden enden kann. Dies impliziert der Aufbau der Geschichte und auch die Erzählweise und – dies sei vorweg genommen – es kommt auch so (aber das ist wie gesagt keine Überraschung). Die Geschichte ist ein Märchen und als solches funktioniert sie sehr gut. Brandon Sanderson erzählt die Geschichte anhand seiner drei Protagonisten sehr gut, zudem er diese sehr facettenreich und interessant in Szene setzt. Dies ist sicherlich die große Stärke von Brandon Sanderson. Zusätzlich punktet der Autor mit der Konzeption seiner Welt. Wie später in der Trilogie um die Nebelgeborenen besticht er durch ein komplexes und sehr komplexes Magiesystem. Nur allmählich erklärt der Autor die Natur dieser Kräfte in dem Maße, in dem Raoden sie zu verstehen beginnt. Auch das führt zu einer starken Bindung des Lesers zu den Protagonisten.

Elantris war der Debut Roman von Brandon Sanderson und das Werk besticht durch einen gut ausgeprägten Spannungsbogen. Bis zum Schluss hält er den Leser bei der Stange und bereichert die Geschichte, die wie gesagt ein sehr vorhersehbares Ende findet, mit einigen doch überraschenden Wendungen. Dies ist eine Geschichte, bei der der Weg das Ziel ist und es mach Spaß, zu verfolgen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen. Einziger Kritikpunkt - und das scheint eine generelle Schwäche von Brandon Sanderson zu sein - ist das Ende. Es wirkt ein wenig verkrampft und zu sehr wird versucht, immer noch eine Wendung draufzusetzen. Am Ende wirkt alles zu gekünstelt und zu konstruiert. Es wäre besser gewesen, der Autor hätte sich für einen mehr direkteren, weniger effektvollen Weg entschieden, denn manchmal ist wenig einfach mehr.

Aber das Ende soll nicht das Urteil eine ansonsten sehr gelungenen Romans zu sehr beeinflussen. Es ist eben auch Geschmackssache und manch einer wird dieses Ende sogar lieben. Das Debut des Schriftstellers war also ein großer Erfolg und auch die Folgewerke und der Auftrag, Robert Jordans Rad der Zeit zu Ende zu schreiben, sind die logische Konsequenz seines Können als Schriftsteller.
8 von 10 Punkten.

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