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Eine tolle Zeit

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Serie / Zyklus: ~
Titel: Eine tolle Zeit
Originaltitel: The Big Time (1958)
Autor: Fritz Leiber
Übersetzer: Thomas Schlück
Verlag / Buchdaten: Fischer Orbit Nr. 41, 121 Seiten, ISBN: 3-436-01950-X

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

In der menschlichen Geschichte findet ein erbitterter Krieg zwischen zwei mysteriösen Fraktionen, Schlangen und Spinnen genannt, statt. Beide Fraktionen versuchen einander mit Eingriffen in der Vergangenheit zu vernichten. Auf einer Station außerhalb der Zeit lebt die Konkubine Greta Forzane, deren Hauptaufgabe es ist, die aus allen Zeitaltern rekrutierten Kämpfer bei Laune zu halten, denn man weiß nie, ob nicht irgendwann die eigenen Eltern zu existieren aufhören und man sich plötzlich in Vakuum verwandelt. Dies aber beschäftigt Bruce, den Dichter, Marcus, den Römer, oder Erich, den Nazi, nicht weiter, und sie lassen stoisch die Veränderungswinde über sich ergehen. Doch dann eskaliert die Situation, und es zeigt sich, wie nahe am Wahnsinn die kleine Gruppe gebaut ist. Plötzlich verschwindet der Zugangsschlüssel zum Zeitportal, und eine Atombombe taucht auf und wird zu einer Bedrohung, die alle Charaktere auf der Station bis ans Äußerste treibt.

Fritz Leibers verrückter Roman wurde 1958 mit dem Hugo Award ausgezeichnet. Die relativ kurze Geschichte würde heute wohl in der Rubrik Novella bewertet werden, aber diese Differenzierung gab es damals noch nicht.
Der Roman an sich ist schwere Kost, denn der Autor führt den Leser in keiner Weise durch seine verworrene Geschichte. Auch beim zweiten Mal Lesen bleiben viele Fragen offen. Der Roman wird aus Sicht von Greta Forzane erzählt, aber sie ist nur eine Protagonistin von vielen, denn jede Person auf der Station spielt eine Rolle. Die Geschichte beginnt abrupt und spielt ausschließlich auf der Station. Der Fakt, dass Greta die Station nie verlässt und sie die Geschichte in der ersten Person erzählt, führt dazu, dass der Leser auch kaum Details zu diesem Krieg erfährt. Das Ganze wirkt sowieso eher wie das Plot zu einem Theaterstück (und das könnte ich mir sogar hervorragend vorstellen), und die Psychostudien sind wichtiger als der Krieg und die Weltsituation an sich.
Doch Fritz Leiber erzählt keineswegs trocken, und die bewusste Auswahl seiner sehr gegensätzlichen Protagonisten unterstreicht seinen Anspruch, durchaus auch ein ironisches Buch schreiben zu wollen. Die Unterhaltungen zwischen Bruce, Erich, Markus und all den anderen Figuren auf der Station sind sehr amüsant.
Dennoch muss man aber sagen, dass dem Roman die Richtung fehlt und Fritz Leiber überhaupt gar nicht daran denkt, dem Leser die Antworten auf viele Fragen zu geben, die während des Buchs aufgeworfen wurden: Wer sind die Spinnen? Wer sind die Schlangen? Und warum wir dieser Krieg ausgefochten? Gut, ich hatte ja schon gesagt, dass die Psychostudien im Vordergrund standen und der Krieg zwischen den Spinnen und den Schlangen kann durchaus als Analogie auf den kalten Krieg verstanden werden, aber so richtig zufrieden ließ mich das Buch nicht zurück.
7 von 10 Punkten

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