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Earthstorm
Film - Science Fiction (F)

Titel: Earthstorm
Regie: Terry Cunningham
Drehbuch: Michael Konyves
Darsteller: Stephen Baldwin, Amy Price-Francis, Dirk Benedict, John Ralston, Jason Blicker u.a.
Laufzeit: 90 min
USA, 2006 (SciFi-Channel)

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Der Mond wird von einem großen Kometen auf seiner Rückseite getroffen. Teile des Kometen sowie Trümmerstücke des Mondes rasen auf die Erde zu und verursachen große Zerstörungen. Das Schlimmste kommt jedoch noch: Durch den Treffer ist der Orbit des Mondes verändert worden, und ein großer Riss bildet sich auf seiner Rückseite, der sich zudem noch vergrößert.
Die amerikanische Weltraumorganisation - man vermeidet in Wort und Bild, die NASA zu erwähnen - plant eine Space-Shuttle-Mission, um das Problem zu lösen. Mittels einer nuklearen Explosion will man den Riss schließen. Da kommt der Wissenschaftlerin Lara Gale und dem 'NASA'-Manager Victor Stevens der Abriss-Spezialist John Redding gerade recht. Er soll als Missionsspezialist auf dem Shuttle mitreisen.
Soweit zum Grundriss einer Geschichte, die an sich schon an den Haaren herbeigezogen ist. Zwar kann jederzeit ein großer Körper den Mond treffen, aber die Geschichte mit dem sich vergrößernden Riss ist ziemlicher Humbug. Dass sich der Orbit des Mondes um die Erde ändert - ja, okay. Dass dies im Wettersystem der Erde völliges Chaos anrichtet, ist auch verständlich. Warum ist der böse Hurrikan dann immer genau über der Leitzentrale der Mission? Böser Sturm!
Was der Herr Drehbuchautor in seinem ganzen Leben noch nie gemacht hat, ist, sich auch nur im Geringsten mit Raumfahrt und im Speziellen mit dem Shuttle-Programm zu beschäftigen. Es beginnt schon mit dem Start des Shuttles Perseus, als sowohl die Feststoffraketen als auch der Tank der Haupttriebwerke erst bei Erreichen des Weltraums - und dann auch noch gleichzeitig - abgeworfen werden. Besser ist dann noch der Nuklear-Puls-Antrieb, der sich zwar laut Victor Stevens noch in der Testphase befindet, aber trotzdem so mir nichts dir nichts von heut' auf morgen in das Shuttle eingebaut wurde. Was versteht Herr Konyves unter einem Nuklear-Puls-Antrieb? In früheren Zeiten hat man damit experimentiert, kleine Nuklearexplosionen als Antrieb zu verwenden - hinter einer massiven Platte wurden kleine Sprengladungen ausgeworfen, die durch den Explosionsdruck ein potentielles Raumschiff nach vorne schieben sollten. Nicht so in Earthstorm - hier wird einfach der Raketenausstoß der Shuttle-Haupttriebwerke etwas heftiger dargestellt und die Maschinen im Cockpit heulen etwas schriller. Feine Sache das. Habe ich schon erwähnt, dass es neuerdings Schwerkraft im Space-Shuttle gibt? Nein? Stephen Baldwin als der Abreißer Redding freut sich jedenfalls darüber, braucht er seinen doch neuerdings ziemlich fülligen Körper nicht ständig umherzuwuchten. Während des Fluges rauscht das Shuttle mit voller Geschwindigkeit gegen eines der Trümmerstücke - einziger Schaden jedoch ist eine kleine Schramme des Co-Piloten, der deswegen den Rest des Fluges auf einer Liege und gefesselt verbringen muss. Zumindest sieht sein Dialog-Script noch aufmunternde Worte für Redding vor - was dieser gut brauchen kann. Die mitgenommenen Atomsprengköpfe reichen nämlich nicht aus, um das von Gale und Stevens vorgesehene Rettungsmanöver durchführen zu können. Deswegen baut Reddings mit allerlei herausgerissenen Platinen der Shuttle-Systeme irgendwas in die Sprengkörper ein, damit es funktioniert. Was, das sieht man nicht, die Kamera beschränkt sich auf die Szenen des Herausreißens - sehr spannend. Helfen kann man ihm von der Erde aus nur mit Einschränkungen, da das Kontroll-Center von einem schwerem Hurricane getroffen wurde und der Strom ausgefallen ist - offenbar hat man die Notsromaggregate bei eBay verkauft....
Während dann schlussendlich das Shuttle frei über dem errechneten Explosionort schwebt (!) und natürlich viele Tonnen Mondgestein auf das Shuttle herunterprasseln, um die Dramatik zu erhöhen, hat Redding als Missionsspezialist nun seinen großen Auftritt, weswegen er eigentlich mitgeflogen ist - er drückt einen Knopf!
Im Riss des Mondes leuchten weißblaue Lichter auf, die schon weggeflogenen Trümmerstücke elektrisieren irgendwie miteinander, und es stellt sich heraus, dass die Perseus eine Alles-wird-gut-Bombe dabei hatte: Der Riss schließt sich - der Mond rutscht plötzlich auf seine alte Umlaufbahn zurück und die Trümmerstücke zwischen Erde und Mond werden vom Riss wieder "eingesaugt".

Bullshit!

Kommentare (2)Add Comment
0
...
geschrieben von vallenton, November 06, 2007
Schön geschrieben. **grins** Eine Alles-wird-gut Bombe kannte ich auch noch nicht.
Jürgen Eglseer
...
geschrieben von eglseer, November 07, 2007
Nicht? Die Amerikaner benutzen sowas ständig. Klappt aber nie. Komisch auch.

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