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Drenai Saga - 1. Trilogie

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Serie/Zyklus: Drenai Saga - Band 1 - 3
Titel: Waylander / Der Schattenprinz / Die Legende
Originaltitel: Waylander (1984) / The King Beyond the Gate (1985) / Legend (1986)
Autor: David Gemmell
Übersetzung: Irmhild Seeland
Verlag/Buchdaten: Bastei Lübbe

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

David Gemmell wandert in seinem Werk um das Volk der Drenai auf unkonventionellen Pfaden der Fantasy. Im Zentrum seinen Zyklus steht ein Volk, und die Geschichten erzählen die Ereignisse um einige aus diesem Volk.
Jedes der Bücher hat in etwa den gleichen Aufbau, doch das stört überhaupt nicht. Für gewöhnlich beginnen die Bücher damit, dass irgendeine übermächtige Bedrohung sich anbahnt, die aufgehalten werden muss. Den Höhepunkt eines jeden Buchs bildet fast immer eine fulminante Schlacht. Damit Ihr mich nicht falsch versteht: Ich stehe eingentlich nicht so sehr auf Gemetzel oder Schlachten, doch Gemmell schafft es, diese sehr spannend und packend darzustellen.

Doch mehr zum Inhalt. Das Land Drenai ist ein Reich, das von Norden her an das Land der Nadir angrenzt. Diese sind zahlreiche Nomaden und normalerweise keine Bedrohung, da sie untereinander blutige Stammesfehden austragen. Doch die Drenai haben weitere Feinde: Die Vagrier sind am ehesten mit den Goten zu vergleichen. Sie haben Schiffe und leben in kalten Regionen. Die Ventrier sind die mit den meisten Zauberern gesegnete Rasse, sie sind machtbesessen und erinnern an Mongolen, auch vom Aussehen und den Namen her. Die Sathuli sind ein friedliches Bauernvolk, das von den Drenai oft beschützt wird. Die Kiatze dagegen sind wilde Barbaren, blutrünstig und ohne Kultur, aus den Wüstenländern.

Im ersten Buch, mit dem Titel „Die Legende“, wird beschrieben, wie die geeinten Nadirstämme gegen das Land Drenai ziehen und dessen König unfähig ist, etwas zu unternehmen. Ein Armeegeneral sieht jedoch die Gefahr und schickt seine Tochter los, Druss zu finden, den größten Kämpfer, den die Drenai je hatten. Zunächst scheint es unsicher, ob Druss noch lebt, denn die Legenden, die sich um ihn ranken, sind Jahrzehnte alt, und tatsächlich entpuppt sich Druss als alternder Mann, der sich nach Ruhe sehnt. Es kostet einige Überredungskunst, ihn zum Aufbruch zu bringen, und nach einer längeren Reise erreichen sie Dros Delnoch, eine gewaltige Festung, die der halbwahnsinnige Kriegskönig Karnak einst hatte bauen lassen. Diese Festung war so überdimensioniert, dass sich sechs Mauerringe in dem Tal spannten, um den Nadir den einzigen leichten Zugang ins Reich der Drenai zu verwehren. Eigentlich hätte diese Festung genügt, um jeden Angriff der Nadir aufzuhalten, doch infolge der schwachen Regentschaft war die Besatzung der Festung minimal und weit gehend aus Rekruten zusammengesetzt. Druss übernimmt fast ohne Widerstand und beginnt die Soldaten vorzubereiten auf einen fast aussichtslosen Kampf, denn was konnten schon 4000 Soldaten einer halben Million anstürmender Nadir entgegensetzen. Alleine Druss ist es, der die Soldaten davon abhält zu fliehen. Nicht lang und die Wogen der Nadir branden gegen Dros Delnoch. Beim ersten Angriff stirbt ein Zehntel der Verteidiger, doch Druss schafft es, weitere Verluste so gering wie möglich zu halten. Druss selbst kämpft wie ein Beserker immer in der vordersten Reihe, doch er merkt, dass seine Zeit fast vorbei ist und die Spuren des Alters ihn aus jedem Kampf etwas schwächer hervortreten lassen. Eine der Mauern fällt und letztendlich rettete die Drenai nur die Tatsache, dass der Sohn des Nadirführers Ulric starb und die Nadir zu Trauerfeierlichkeiten umkehren mussten. Wer dies jetzt für lächerlich hält, dem sei gesagt, dass uns alle hier in Europa genau so ein Trauerfall davor bewahrte, von einem unaufhaltbaren Mongolenheer eingenommen zu werden.
"Die Legende" ist sicherlich das kämpferischste Buch des Zyklus und auch das erste. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, doch einige spätere Werke waren noch besser.

Der zweite Band, „Der Schattenprinz“, befasst sich mit dem Enkel von Ulric, der halb Drenai, halb Nadir ist. Weder dem einen noch dem anderen Volk zugehörig, ist er zum Außenseitertum verdammt. Doch kommt ihm die schwere Aufgabe zu, die Nadir dazu zu bewegen, den Drenai im Kampf gegen ihren despotischen Herrscher zu helfen.

Im nächsten Band beschreibt David Gemmell die Ereignisse vor dem ersten Buch, als Karnak zum König der Drenai wurde und die Nadir wieder einmal zurückgeschlagen werden mussten. In das Zentrum des Geschehens rückt der Waylander, ein Assassine, der irrtümlicherweise den König tötete. Er ist der meistgejagte Mann seiner Zeit, doch es obliegt ihm, die legendäre Bronzerüstung zu finden, mit der Graf Egel einst einen unglaublichen Kampf gegen die Nadir focht.

Wenn ich mich so zurückerinnere, so muss man wirklich lange überlegen, bis ich ein Fantasywerk finde, das diesem 9-bändigen Zyklus das Wasser reichen kann. Vielleicht kommt Robert Jordans „Wheel of Time“ heran, doch dieses verfügt nicht über den fesselnden Spannungsbogen, wie ihn Gemmell spinnt. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ lebt von seinen Erzählungen, aber Spannung kommt nicht immer auf.
Spannung ist es jedoch, was die Drenai-Saga auszeichnet. Einmal begonnen, mag man das Buch gar nicht mehr weglegen.

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