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Die Spanische Armada (Abenteuer-Spielbuch, Weltgeschichte Band 2)

Reihe: Abenteuer-Spielbuch, Weltgeschichte Band 2
Titel: Die Spanische Armada
Autoren: Simon Farrel und Jon Sutherland
Übersetzer: Marcel Agsten
Illustrationen: Rich Longmore
Verlag: Mantikore Verlag, 2012, 224 Seiten Softcover, Preis: 12,95€

Eine Rezension von Martin Wagner
(weitere Rezensionen von Martin Wagner auf fictionfantasy finden sie hier)

Für gelangweilte Rollenspieler gibt es neben dem Durchlesen von Quellenbüchern und Regelwerken nur noch eine weitere Chance der rollenspielerischen Langeweile zu entgehen, Soloabenteuer. Die bekanntesten davon sind die Abenteuer-Spielbücher, die sich an keinem bestimmten System orientieren aber für jede Menge Spaß und Abwechslung sorgen können.

Die meisten dieser Abenteuer spielen in einer Fantasywelt und man erlebt fantastische Abenteuer, in denen man einen spontan erschaffenen Charakter mit passenden Werte von Seite zu Seite durch ein Gebäude, einen Dungeon oder durch einen Wald wandern lässt. Einen etwas anderen Hintergrund wählten Jon Sutherland und Simon Farrel, die sich einem wichtigen Ereignis der Weltgeschichte annahmen und daraus ein Abenteuerspielbuch machten. Die Rede ist von der Seeschlacht der Engländer gegen die Spanier, bei der die spanische Armada dem Meer überlassen wurde und die Engländer ihre Macht auf See für lange Zeit festigten. „Die Spanische Armada“ ist dementsprechend dann auch der passende Titel des in Deutschland beim Mantikore Verlag erschienenen Abenteuer-Spielbuches.

Bevor das eigentliche Abenteuer beginnt, stellen die Autoren nicht nur ihre Idee vor ein Abenteuer über ein geschichtlichen Ereignis zu schreiben, sondern bieten auch einen kurzen Input zum historischen Hintergrund sowie die Regeln für das Spielen des Abenteuers. Benötigt werden 2W6, ein Blatt Papier und ein Bleistift. Auf das Blatt notiert man sich die Werte seinen Charakters mit passenden Attributen, zum Beispiel Stärke, Schnelligkeit, Seefahrt und Schwertkampf, mit Werten zwischen 2 und 12. Die Verteilung der Werte geschieht individuell und sorgt so für unterschiedliche Werte und unter Umständen dann natürlich auch unterschiedliche Abenteuerverläufe. Sind die Werte verteilt, kann man sich den Hintergrund des Charakters wählen. Hier stehen zwei zur Auswahl, ein englischer Sir und ein spanischer Don. Hier wählt man die Seite auf der man stehen will und anschließend beginnt das eigentliche Abenteuer.
In diesem Abenteuer wird, egal auf welcher Seite man schlussendlich kämpft, schnell klar, dass man nur für sein eigenes Wohl handelt und die Geschichte, auch durch bestes oder schlechtestes Spiel und Würfelglück, nicht verändert werden kann. Sobald man das verstanden hat, wird man den Charakter in Teile etwas weniger begeistert lenken, aber doch realistischer, denn ums Überleben geht es für beide. Für den Spieler selbst geht es dann um das Nacherleben der Geschichte, denn die Ereignisse sind sehr detailliert beschrieben und werden vor allen Dingen historisch korrekt wiedergegeben. Man lernt also jede Menge beim Spielen und kann Sieg beziehungsweise Niederlage absolut nachvollziehen.
Nach dem Abenteuer gibt es ein weiteres Mal Informationen zum historischen Hintergrund, diesmal auf universitären Niveau. Hier werden die Anlässe und die Ursachen des Kriegs zwischen Spanien und England verdeutlicht und einige berühmte Personen und Ereignisse werden genannt.

Besonders positiv am Abenteuer-Spielbuch „Die Spanische Armada“ ist natürlich die korrekte Darstellung und Wiedergabe der Geschichte. Man kann beim Durchspielen erleben, was damals wirklich passiert ist. Genau dieser positive Aspekt ist aber auch das negativste Element. Man kann mit den Charakteren nichts erreichen, was nicht auch in der Geschichte passiert ist. Das ist leicht frustrierend und führt vor allen Dingen dazu, dass man lange Texte liest und am Ende nur eine Nummer findet und keine weitere zur Wahl hat. Blättert man zu dieser Nummer, wird die Geschichte weitererzählt und es folgt dann, zumindest manchmal, wieder nur eine Nummer. Positiv hervorzuheben sind aber noch einige andere Dinge. Das Buch selbst ist gut geklebt und vor allen Dingen auch gut lektoriert und korrigiert worden, Fehler findet man keine. Dazu gibt es auch noch einige wirklich gelungene Illustrationen. Insgesamt macht das Spielen Spaß, auch wenn es „nur“ ums Überleben des Charakters geht und nicht um das Ändern der Geschichte beziehungsweise dem Beibehalten geht.

Fazit: Das Abenteuer-Spielbuch „Die Spanische Armada“ ist eine gelungen Wiedergabe der Schlacht zwischen Engländern und Spaniern in Spielform. Viele historische Details werden im Spiel erwähnt und auch verwendet. Dass man die Geschichte nicht ändern kann ist nicht ganz so schlimm, denn es gibt genug Herausforderungen und ums Überleben kämpfen ist auch nicht so schlecht. Wer Lust auf eine denkwürdige Schlacht hat und etwas lernen will, der sollte sich das Spielbuch zulegen.

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