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Die Rivalin der Götter (The Earth and the Sky, Band 3)

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Reihe: The Earth and the Sky, Band 3
Titel: Die Rivalin der Götter
Originaltitel: The Earth and the Sky 03. Kingdom of Gods
Autor: N. K. Jemisin
Übersetzer: Helga Parmiter
Buch/Verlagsdaten: Blanvalet, Dezember 2011, 608 Seiten broschierte Ausgabe, ISBN-13: 978-3442266715

Eine Rezension von Doris Michel-Himstedt
(weitere Rezensionen von Doris Michel-Himstedt auf fictionfantasy finden sie hier)

Dies ist der dritte Band der Inheritance-Trilogie von N.K. Jemesin. Ich habe die beiden Vorgängebände gelesen und war dankbar dafür, denn die vielen Anspielungen auf die Vorgeschichte im vorliegenden dritten Band wären sonst nur schwer verständlich gewesen.
Zur Erinnerung: Nahadoth, Intempas und Enefah waren die drei Götter, die vom Mahlstrom erschaffen wurden und die ihrerseits die Welt und all' ihre Lebewesen schufen. Sie entzweiten sich, Intempas tötete Enefah und sorgte dafür, dass Nahadoth und einige der Kinder der Götter in die Sklaverei der Arameri, eines Stammes der Menschen, kamen. Mit Hilfe der Macht der gefangenen Götter beherrschten die Arameri die Welt. Diese Sklaverei dauerte zweitausend Jahre, bis Yeine, ebenfalls eine Arameri, sie beendete. Sie nahm dabei die Reste des von Enefah verbliebenen Geistes in sich auf und „ersetzte“ sie. Die Macht der Arameri wurde beschnitten, viele Gottkinder lebten nun in der Welt.
Im vorliegenden Buch erfahren wir von Konflikten der Gottkinder untereinander und den Machtkämpfen unter den Menschen. Das meiste wird uns von Si'eh erzählt, dem ältesten der Gottkinder, dessen Einsamkeit seit der Befreiung aus der Sklaverei immer größer wird. Er schließt Freundschaft mit zwei Arameri-Kindern, Shahar und Dekarta. Als die drei ihren Freundschaftsbund mit Blut besiegeln, ändert sich etwas Wesentliches für Si'eh – er wird sterblich und verliert langsam seine Macht. Auch seine Eltern können ihm nicht helfen. Immer wieder im Verlauf der Handlung des Buches wird er verletzt und altert schneller als die Zeit vergeht. Im Lauf der Jahre sieht er die Kinder gelegentlich und erneuert ihre Freundschaft. Er ist Shahars erste Liebe und verliert sie schnell an das Intrigengespinst des Palastes. Parallel zu dieser Handlung erfahren wir, dass die Macht in der Welt neu verteilt wird. Es gibt Aufstände gegen die Arameri, Attentäter mit Tod bringenden Masken tauchen im Palast auf. Gottkinder tun sich zusammen und versuchen herauszufinden, wer die Angriffe befiehlt. Si'eh hilft ihnen, während Shahar ihre Rolle als Erbin der Macht der Arameri mehr und mehr ausfüllt und Dekarta zum Schreiber ausgebildet wird und den Gebrauch von Zaubern lernt. Si'eh trifft den erwachsenen Dekarta wieder und lernt, ihn zu lieben. Aus dieser Liebe nimmt er die Kraft, dem Gottkind, das die Aufstände organisiert und langsam die Welt zerstört, am Ende seines sterblichen Lebens entgegenzutreten. Er erfährt dabei mehr über seine Vergangenheit als ihm lieb sein kann. Nun – das Ende überraschte mich wie manches andere an der Handlung auch. Aber lest selbst.

Fazit:
Ein schönes Buch mit manch' neuer Idee, die ich so noch nicht gelesen hatte. Insbesondere Si'eh ist liebevoll ausgestaltet. Seine Einsamkeit und sein Verlangen danach, nicht mehr allein zu sein, das ihn die Freundschaft zweier Kinder und später die Liebe der erwachsenen Kinder suchen lässt, sind eindringlich beschrieben. Das ganze Buch handelt von Liebe und ihrer Verletzlichkeit, von Verrat und Freundschaft. Diese Themen bestimmen die Geschichte dieser Welt seit ihrem Beginn. Der Autorin ist es gelungen, diese Themen vor dem Leser auszubreiten wie ein wohl zubereitetes Mahl, das uns viele Farben, Gerüche und unterschiedliche Geschmäcker bietet. Si'eh und sein Leben als Gottkind und als Mensch liegen auch so vor uns, so dass wir seinen komplexen Charakter gut kennen lernen können. Die anderen Figuren verblassen daneben etwas, aber das stört mich nicht. Schön ist auch der kleine Anhang, der die Geschichte von Oree und Intempas aus dem zweiten Band der Serie zu Ende führt
Titel und Klappentext haben übrigens mit dem Inhalt wenig bis nichts zu tun. Ein Ärgernis, das leider immer wieder auftritt.

Ich vergebe 8,5 von 10 Punkten.

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