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Die Neanderthal-Parallaxe (Neanderthal Parallax, Band 1)

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Serie/Zyklus: Neanderthal Parallax (Band 1)
Titel: Die Neanderthal-Parallaxe
Originaltitel: Hominids (2002)
Autor: Robert J. Sawyer
Übersetzung: Alfons Winkelmann
Verlag/Buchdaten: Leipzig: Festa Verlag, 2005. Festa SF 1803, 396 Seiten, ISBN 3-86552-006-5

Eine Besprechung / Rezension von Ulrich Blode

Die Neanderthal-Parallaxe nimmt die Science-Fiction-Idee auf, dass Parallelwelten existieren und Übergänge zwischen diesen möglich sind. Hominids, so der Originaltitel, erschien zuerst in mehreren Teilen in dem Magazin Analog Science Fiction and Fact (Januar bis April 2002), später als Hardcover (2002) und Taschenbuch (2003). Der Roman wurde mit dem Hugo-Award ausgezeichnet. Mit Humans und Hybrids gibt es zwei Fortsetzungen.
In Deutschland wurde vom kanadischen Autor Robert J. Sawyer bislang nur der Roman Die dritte Simulation (The Terminal Experiment, 1995; dt. Übersetzung im Goldmann Verlag, 1997) veröffentlicht. So ist die Herausgabe von Die Neanderthal-Parallaxe im Festa Verlag zu begrüßen.

Zum Inhalt: In einer Parallelwelt haben die Neanderthaler überlebt. Während eines Experiments verschlägt es den Quantenphysiker Ponter Boddit auf die Erde der Menschen. Er landet direkt in dem Detektor des Neutrino-Observatoriums von Sudbury, Kanada. Schnell wird klar, dass Boddit nur ein Neanderthaler sein kann und, so schwer es auch zu glauben ist, aus einem anderen Universum bzw. "nahe liegenden" Erde kommt. Ponter ist zunächst im Umgang mit den "Glicksins" überfordert. Zum Glück hilft ihm beim Übersetzen sein intelligenter Chip, der in Ponters Arm eingepflanzt ist. Dr. Reuben Montego, die Physikerin Louise Benoît und die Paläontologin Professor Mary Vaughan nehmen Ponter in ihre Obhut.
In der Neanderthal-Welt wird inzwischen Ponters Kollege Adikor Huld vor Gericht gestellt und des Mordes angeklagt. Adikor muss das Verschwinden Ponters erklären und seine Unschuld beweisen. Nach schwierigen Verhandlungen, gelingt es Adikor, in seine Forschungsanstalt zurückzukehren und das Experiment zu wiederholen. In der Tat öffnet sich erneut der Übergang zur Welt der "Glicksins".

Robert J. Sawyer ist ein schönes Buch gelungen. Am faszinierendsten sind die vielen Details über die Neanderthal-Welt, beispielsweise die Zeitmessung, Hygiene- und Lebensgewohnheiten Die Neanderthaler sind der Natur längst nicht so entfremdet, wie die Menschen. Es kann nicht direkt gesagt werden, dass eine Erde besser als die andere ist. Beide sind anders, mit Vor- und Nachteilen. Während die Übervölkerung und das Artensterben Ponter zutiefst befremden, sieht er die totale Überwachung in seiner Welt als begrüßenswert an (Folge sind sehr wenige Gewalttaten).
Vorteilhaft ist, dass Sawyer weitgehend auf längst bekannte Effekte verzichtet. Zwar kommen die kleinen Peinlichkeiten beim Entdecken einer menschlichen Toilette und die Sensationsgier der Medien vor, aber das hält sich in Grenzen.
Der Romanaufbau hätte besser sein können; es finden sich zuweilen Wiederholungen oder Szenen scheinen künstlich gekürzt oder verlängert worden zu sein. Hier kommt der Verdacht auf, dass Sawyer die einzelnen Fortsetzungen aus Analog nicht für die Buchausgabe überarbeitet hat. Auch geschehen einige der Diskussionen über Ethik, Moral und gesellschaftliche Entwicklungen auf dozierende Weise. Die Protagonisten sind klar herausgestellt und gut beschrieben. Wobei es sich abzeichnet, dass Ponter Boddit und Mary Vaughan (unnötigerweise?) ein Paar werden.

Die Neanderthal-Parallaxe ist ein ordentlich geschriebenes und gutes Buch, überaus lesbar und zu empfehlen.

Themenbereich "Parallelwelten"
- Buch- und Film-Rezensionen -

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