Text Size

Die biologische Invasion (Chtorr , Band 1)

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Serie/Zyklus: Der Krieg gegen die Chtorr
Titel: Die biologische Invasion
Originaltitel: A Matter for Men (1983)
Autor: David Gerrold
Übersetzer: Heinz Nagel
Cover: Boris Vallejo
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag, SF 4304, 434 Seiten, ISBN 3-453-31256-2

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Als die Seuchen kamen, trafen sie die Menschheit vollkommen unvorbereitet. Eine Reihe von Krankheiten, jede der Pest ebenbürtig, traten parallel auf und dezimierten die Menschheit. Als am Ende alle Krankheiten unter Kontrolle gebracht waren, zeigte sich, dass 90% der Menschheit ausgelöscht worden waren und die Zivilisation am Rande des Zusammenbruchs stand. Ging man zunächst von einem missglückten militärischen Experiment oder einem Terrorakt aus, musste man bald akzeptieren, dass dies der ausgeklügelte Plan einer außerirdischen Macht war, die inzwischen begonnen hatte, die Erde für ihre Zwecke umzuformen. Vollkommen neue Fauna und Flora tauchte auf und mit ihr die Chtorraner, mehrere Meter lange Würmer, die für die Menschen mehr und mehr zur Bedrohung werden. Das erlebte Jim McCarthy am eigenen Leibe, als er mit ansehen musste, wie ein Kamerad im Schlund eines dieser Würmer verschwand. Mehr denn je war er wild entschlossen, für das Überleben der Menschheit zu kämpfen, und als er nach Denver gerufen wurde, um dort als Wissenschaftler im Kampf gegen die Chtorraner zu helfen, nahm er diese Herausforderung nur zu gerne an. Doch dort angekommen, musste er feststellen, dass die Menschheit zu sehr mit sich selbst beschäftigt war und eine Konferenz der UNO zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten verkam. McCarthy wusste nicht mehr, ob nur die Würmer oder die selbstherrlichen Herrscher die wahren Feinde waren.

David Gerrolds Vision einer Welt am Ende ist so genau und logisch beschreiben, dass einem der Roman einen Schauer verursacht. Die Welt ist schlecht und kaputt, genau wie die Einwohner, die nach den Ereignissen alle gezeichnet sind. Alle haben Psychosen und leiden an den Folgen der tragischen Ereignisse (beim Cover geht man sofort davon aus, dass kein Bezug zum Roman besteht, aber in diesem Fall ist es wirklich komisch, denn McCarthy, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt, ist beziehungsgestört. Also ist er bestimmt nicht der strahlende Held mit der geretteten Geliebten im Arm, wie es das Titelbild verheißt).

Der Autor erzählt seine Geschichte nach und nach und lässt den Leser erst allmählich das ganze Unglück begreifen. Genau wie McCarthy erfährt er erst im weiteren Fortschritt des Romans, wie schlecht es wirklich für die Menschheit aussieht. So zieht David Gerrold seinen Roman mit einem sehr gelungenen Spannungsbogen bis zum Ende durch, und seine Erzählung weist keine Schwachpunkte auf. Von Beginn bis zum Ende hat der Autor seine Geschichte voll im Griff und zeigt ein Können, das man selten bei einem Genreautoren sieht. Und zum Schluss - damit verrate ich jetzt nicht zu viel - macht David Gerrold dem Leser Hoffnung. Man darf ihm dankbar sein, dass nach so viel Negativem ein Schimmer am Horizont zu sehen ist.

"Die biologische Invasion" ist ein wirklich gelungener Endzeitroman, der vor allem durch seine gelungenen Beschreibungen besticht und vorbildlich für das Subgenre ist. Dieser Roman lässt niemanden kalt und zählt sicherlich zu Gerrolds gelungensten Werken.
9 von 10 Punkten

I WANT YOU

 

Fictionfantasy.de sucht Phantastik-Begeisterte, die bereit sind an dieser Seite mitzuarbeiten.

Die Hilfe kann ganz unterschiedlich sein und muss auch nicht unbedingt das Verfassen von Texten sein - auch am Layout muss gearbeitet werden oder an der Datenbank.

Wenn dies etwas für dich ist, scheibe einfach eine EMail an rupert.schwarz @ gmx.de.

Schriftsonar

Schriftsonar #55 erschienen.

Datastream:
Kai Meyer: Die Krone der Sterne
Ian McDonald: Luna
Ian M. Banks: Surface Detail
Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Dark Net
Daniel Suarez: Kill Decision

 

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!