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Die Ballade von Seemann und Albatros

Titel: Die Ballade von Seemann und Albatros
Originaltitel: The Rime of the Modern Mariner
Autor: Nick Hayes
Übersetzer: Henning Ahrens
Buch/Verlagsdaten: Mare Verlag, Hamburg, März 2012, 352 Seiten gebundene Ausgabe, ISBN-13: 978-3866481572

Eine Rezension von Alexander Pechman

Samuel T. Coleridges Ballade „The Rime of the Ancient Mariner“ ist einer der großen Klassiker der englischen Romantik. Der Dichter erzählt die düstere Geschichte eines leichtsinnigen Matrosen, der einen Albatros tötet und damit einen alten Fluch heraufbeschwört und den Tod seiner Kameraden bewirkt. Schließlich muss er durch die Welt ziehen und den Menschen vom Unheil berichten, das er gesehen hat, und sie davor warnen, allen Lebewesen mit Achtung und Respekt zu begegnen. (Die unheimliche Geschichte geht auf einen alten Aberglauben zurück, nach dem Albatrosse die Seelen ertrunkener Seemänner sind, weswegen es großes Unglück bedeutet, sie zu töten.)

Der junge Autor und Illustrator Nick Hayes „übersetzt“ die alte Ballade in ein modernes Comic-Märchen – oder altmodisch ausgedrückt: in ein Bilderbuch, das sich eng an die lyrische Vorlage hält und die Geschichte in die Gegenwart versetzt. Nachdem der Seemann von dem Fluch getroffen wird, sieht er in wilden, apokalyptischen Bildern die Folgen der Umweltzerstörung, die achtlose Verschmutzung der Meere und die Zerstörung allen Lebens. Er findet am Ende Erlösung in einer Vorstellung vom ewigen Kreislauf des Lebens, in dem die achtlose Zerstörungswut des Menschen nur eine Episode einer viel größeren Geschichte ist, die irgendwann ohne Menschheit weitergehen wird.

Ungern möchte ich dieses schöne Buch als Comic oder Graphic Novel bezeichnen – es ist vielmehr ein großes Bildgedicht, das der klassischen Vorlage (die man im Anhang auf deutsch und englisch nachlesen kann) gerecht wird und gleichzeitig eine eindringliche, aber nicht aufdringliche Warnung vor der Gleichgültigkeit darstellt, mit der wir jeden Tag mit unserer Umwelt umgehen. Das Buch ist pessimistisch, da es davon ausgeht, dass niemand die Botschaft des Seemanns hören will oder ernst nimmt. Und tatsächlich: die Leute, denen man gern mal die Nase in den Dreck stecken würde, den sie verursachen, werden das Buch ebenso ignorieren wie alle anderen Appelle an Vernunft und gegenseitige Rücksicht, ob künstlerisch oder politisch. Für Freunde kunstvoller Illustrationen, klassischer Romantik und anspruchsvoller Phantastik ist dieses Werk jedoch ein prachtvolles Geschenk – um so besser, wenn es nebenbei noch eine wichtige Botschaft vermittelt.

 

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Aktuelle Artikelkommentare

Gast (R. Schäfer)
Der Bearbeiter sagt vielen Dank für die Blumen . Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Leser h...
Hallo Maik! Den Comic gibt es nicht zu gewinnen. Wie kommst du drauf? Vielleicht verwechelst du das ...
Gast (maik hoffmann)
hallo ich würde das comic gern gewinnen wiel star trek mich meine kinder begleidet hat mfg maik