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Devil from a foreign land (Band 1)

Bewertung: 5 / 5

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devil from a foreign land

Reihe: Band 1
Titel: Devil from a foreign land
Autor: Kaori Yuki
Genre: Dark Fantasy
Buch-/Verlagsdaten: Carlsen (November 2012), Taschenbuch, 192 Seiten, 6,95 EUR, ISBN: 978-3-551-76655-7

Eine Besprechung / Rezension von Judith Gor (Weitere Rezensionen von Judith Gor findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Als Garan zwischen den Trümmern des großen Erdbebens einen Überlebenden entdeckt, will sein Vater nichts davon wissen. Der grausame Mann überlegt lediglich, wie er aus der Situation einen Nutzen ziehen kann. Doch Garan lässt nicht locker und schließlich ziehen sie einen mysteriösen jungen Mann mit Teufelsmaske und einer seltsamen Tätowierung in der Handfläche unter dem Schutt hervor. Sorato, der nicht einmal weiß, ob dies sein richtiger Name ist, bleibt fortan bei Garan – als Diener und bester Freund. Von Garans Vater wird er wie Dreck behandelt, doch seine Dankbarkeit gegenüber seinem jungen Herrn ist so groß, dass Sorato alles daran setzt, in seinem Schatten zu bleiben. Als Leichen ohne Arme und Beine gefunden werden, wird der poröse Frieden zerstört und die Wahrheit über das schreckliche Erdbeben kommt ans Licht …

Sorato fasziniert den Leser mit seiner düsteren Ausstrahlung und seiner geheimnisvollen Herkunft. Der Titel des Manga deutet bereits an, dass er einer finsteren Welt angehört, doch Sorato zeigt seine dunkle Seite nur, wenn Garan oder ihre gemeinsame Freundin Kiyora in Gefahr sind. Um Garan niemals in Verlegenheit zu bringen, hält sich Sorato sowohl was schulische als auch körperliche Leistungen betrifft zurück. Kiyora wurde als Waise von Garans Vater aufgenommen und soll die Braut seines Sohnes werden. Während sie sich notgedrungen mit dieser Abmachung arrangiert, in Wahrheit aber in Sorato verliebt ist, verehrt Garan das hübsche Mädchen und überrascht sie stetig mit kleinen Geschenken. Sorato hingegen würde nie Hand an Kiyora legen, da sie seinem besten Freund versprochen ist. Trotz dieser Beziehungsverwicklungen sind die drei unzertrennlich – bis schreckliche Ereignisse die freundschaftlichen Bande zerreißen.

Kiyora, die anfangs naiv und herzlich wirkt, verbirgt ein grausiges Geheimnis. Hin und wieder erhascht man einen Blick hinter ihre Fassade, doch wie schwerwiegend ihre Bürde ist, offenbart sich erst am Ende des ersten Bands. Währenddessen kommt es zu Missverständnissen zwischen Sorato und Garan und ein blindes Mädchen tritt auf, die Sorato gegenüber seltsame Andeutungen macht. Kaori Yuki inszeniert ihre Geschichte dabei mit düsteren Mythen, die viele Fragen aufkommen lassen. Bereits im ersten Band überschlagen sich die Ereignisse und gemeinsam mit Sorato tappt man lange Zeit im Dunkeln – was führt Garans Vater wirklich im Schilde? Von welcher grausamen Wahrheit spricht Kiyora? Und warum werden immer wieder Leichen gefunden, denen bestimmte Körperteile fehlen? Auf all diese Fragen gibt Kaori Yuki niederschmetternde Antworten und baut damit auch in „Devil from a foreign land“ wieder auf Intrigen, Verrat und dramatische Beziehungsverwicklungen.

Der Zeichenstil der Mangaka besitzt nach wie vor großen Wiederekennungswert und Fans werden auch mit dieser neuen Reihe glücklich sein. Die Haare der Protagonisten sind bislang auffällig kurz, wobei sich die Charaktere optisch angenehm von anderen Reihen unterscheiden. Dennoch hat man ab und an das Gefühl, dass es Kaori Yuki eigentlich besser kann. Es gibt nur wenige Panels, die die ganze Kraft von Kaori Yukis Stil entfalten – der Rest sieht zwar grandios aus, erreicht den Leser aber nicht gänzlich. Auch die Geschichte selbst ist zwar durchweg spannend, doch die Begeisterung hält sich in Grenzen. Vielleicht mutet Kaori Yuki dem Leser etwas zu viel zu, indem sie zuerst sorgsam die innige Freundschaft zwischen Sorato, Garan und Kiyora aufbaut und dann bereits im ersten Band in unheilbringendes Chaos stürzt. Dabei mangelt es an entspannenden Comedyeinlagen. Es passiert bereits so viel, dass man sich fragt, wo die Geschichte noch hinführen soll?


Fazit

Die Ereignisse im Auftaktband zu „Devil from a foreign land“ überschlagen sich regelrecht, wobei der Leser gemeinsam mit Sorato im Dunkeln tappt. Die grausigen Andeutungen lösen sich in emotionaler Brutalität auf und es wird klar, dass hier finstere Mythen, Intrigen und Verrat die Hauptrollen spielen. Kaori Yuki verschießt bereits im ersten Band so viel Pulver, dass man gespannt sein darf, wohin diese eigentümliche Geschichte führen soll. 4 von 5 Punkten.

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